Masterarbeit, 2013
75 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Sexualität
2.2 Sexualerziehung und Sexualaufklärung
3. Sexualerziehung
3.1 Im Elternhaus
3.2 Im schulischen Kontext
3.3 Folgen defizitärer Sexualerziehung
4. Sexuelle Sozialisation
4.1 Gesellschaftliche Normen der Sexualität
4.2 Wandel der gesellschaftlichen Sexualmoral
4.3 Der Begriff der Ehre in der muslimischen Tradition
5. Sexualität in den Religionen
5.1 Im Islam
5.2 Im Christentum
6. Aktueller Forschungsstand
6.1 Aufklärungssituation im Elternhaus
6.2 Sexuelle Einstellungen
6.3 Religiosität
7. Fragestellungen und Hypothesen
8. Empirische Untersuchung
8.1 Instrument der Datenerhebung
8.2 Durchführung der Untersuchung
8.3 Beschreibung der Zielgruppe
9. Ergebnisse der Untersuchung
9.1 Stellenwert der Religion
9.2 Einstellungen zu Themen der Sexualität
9.3 Familiäre Sexualaufklärung
9.4 Sexualaufklärung im Kontext der Schule
10. Zusammenfassung der Ergebnisse
10.1 Stellenwert der Religion
10.2 Einstellungen zu Themen der Sexualität
10.3 Familiäre Sexualaufklärung
10.3.1 Ursachen für die Gesprächsverweigerung über Sexualität
10.4 Sexualaufklärung im Kontext der Schule
11. Beantwortung der Fragestellungen
12. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die sexuellen Einstellungen muslimischer Jugendlicher in Deutschland sowie ihre Aufklärungssituation im Elternhaus, wobei insbesondere Zusammenhänge zwischen Religiosität, religiöser Wertschätzung und dem Sexualverhalten bzw. der sexuellen Sozialisation analysiert werden.
1. Einleitung
Die Sexualität ist ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsbildung und entwickelt sich im gesellschaftlichen-, kulturellen- und religiösen Kontext. Es ist wichtig zu erkennen, dass sie sich nicht nur auf die körperliche Ausübung von Sexualität beschränkt, sondern eng mit moralischen und gesellschaftlichen Werten und Normen verknüpft ist und sich auf die Entwicklung, das Verhalten und die Lebenseinstellungen des Menschen auswirkt. Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind die Einstellungen muslimischer Jugendlicher in Deutschland zum Thema Sexualität und ihre Aufklärungssituation im Elternhaus. Betrachtet man die Sexualität mit all ihren Ausprägungen als ein Teil des kulturellen Systems einer Gesellschaft, so versteht es sich von selbst, dass der Wechsel von der einen in die andere Kultur Schwierigkeiten mit sich bringt und Anpassungsleistungen voraussetzt. Der Versuch von muslimischen Einwandererfamilien, sich in die westliche Kultur der deutschen Gesellschaft zu integrieren ohne die eigene Kultur aufzugeben, birgt insbesondere im Bereich der Sexualität große Hindernisse.
Dies liegt in erster Linie daran, dass die Betroffenen mit widersprüchlichen Botschaften konfrontiert werden, die sie miteinander in Einklang bringen müssen. Insbesondere Jugendliche können sich hierbei weder dem Einfluss der Familie noch dem der Aufnahmegesellschaft entziehen und sind demnach mit ständig wechselnden Verhaltensanforderungen konfrontiert. Die Frage nach dem gefühlsmäßigen und rationalen Verhältnis von Jugendlichen zur Sexualität ist allerdings eine empirisch schwer zu ermittelnde Fragestellung. Denn die sexuelle Sozialisation, in der sich auch die Einstellungen zur Sexualität entwickeln, bildet eine lange Kette von Abhängigkeiten und Rückkoppelungseffekten, zwischen der sozialen Herkunft, der allgemeinen Sozialisation und der Erziehung.
1. Einleitung: Einführung in die Relevanz der Sexualität für die Persönlichkeitsentwicklung muslimischer Jugendlicher und Darstellung der Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2. Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Begriffe Sexualität, Sexualerziehung und Sexualaufklärung.
3. Sexualerziehung: Erläuterung der Rolle von Elternhaus und Schule bei der Sexualerziehung sowie der Folgen defizitärer Aufklärung.
4. Sexuelle Sozialisation: Analyse gesellschaftlicher Normen, des Wandels der Sexualmoral und der Bedeutung des Ehrbegriffs in muslimischen Traditionen.
5. Sexualität in den Religionen: Darlegung der Sichtweisen auf Sexualität im Islam und im Christentum.
6. Aktueller Forschungsstand: Überblick über bisherige Studien zur Aufklärungssituation, sexuellen Einstellungen und Religiosität.
7. Fragestellungen und Hypothesen: Formulierung der zentralen Forschungsfragen und Hypothesen für die empirische Analyse.
8. Empirische Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der Methodik, des Fragebogens, der Durchführung und der Zielgruppenauswahl.
9. Ergebnisse der Untersuchung: Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten zu Religion, sexuellen Einstellungen und Aufklärungsquellen.
10. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese und Interpretation der zentralen Untersuchungsergebnisse.
11. Beantwortung der Fragestellungen: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen auf Basis der empirischen Daten.
12. Schlussbetrachtung: Reflexion der Ergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der Sexualpädagogik für muslimische Jugendliche.
Sexualität, Sexualerziehung, Sexualaufklärung, muslimische Jugendliche, Migration, Religiosität, sexuelle Sozialisation, Ehre, Wertevorstellungen, Jungfräulichkeit, Elternhaus, Schule, Sexualmoral, empirische Untersuchung, Identitätsbildung.
Die Arbeit untersucht das Sexualverständnis, die Einstellungen muslimischer Jugendlicher zu sexuellen Themen und die familiäre sowie schulische Aufklärungssituation.
Zentrale Themen sind der Einfluss der Religion auf sexuelle Einstellungen, die familiäre Sexualerziehung, die Rolle kultureller Werte (z.B. Ehre) und die Bedeutung der Schule als Wissensquelle.
Die Arbeit fragt nach dem Zusammenhang zwischen der Bedeutung der Religion, den im Elternhaus vermittelten Werten und den sexuellen Einstellungen muslimischer Jugendlicher.
Es wurde eine standardisierte Fragebogenerhebung an Gesamtschulen in einem urbanen Umfeld mit hohem Migrationsanteil durchgeführt.
Der Hauptteil beleuchtet theoretische Konzepte der Sozialisation und Religion sowie die umfangreichen empirischen Ergebnisse basierend auf den Fragebogendaten.
Wichtige Begriffe sind Sexualität, muslimische Jugendliche, Religiosität, Sexualerziehung, Jungfräulichkeit und kulturelle Sozialisation.
Die Studie zeigt, dass eine offene Thematisierung sexueller Aspekte im muslimischen Elternhaus deutlich seltener stattfindet und stattdessen religiös geprägte Tabus dominieren.
Der Ehrbegriff fungiert in traditionell-muslimischen Kontexten als zentraler Kontrollmechanismus, insbesondere bezüglich der weiblichen Keuschheit.
Die Mehrheit der befragten muslimischen Jugendlichen befürwortet die Thematisierung sexueller Inhalte im schulischen Kontext, da dies den Bedarf an Aufklärung widerspiegelt.
Es zeigt sich ein enger Zusammenhang zwischen einer hohen Wichtigkeit der Religion und einer eher ablehnenden Haltung gegenüber selbstbestimmten, liberalen Sexualkonzepten.
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