Examensarbeit, 2021
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Präliminarien
3. Heterosexuelle Zweigeschlechtlichkeit und die „Diktatur des Normalen“
4. Der kubanische Weg – (k)eine Alternative
4.1 Dekolonialismus und die epistemische dekoloniale Wende
4.2 Die Geschichte kubanischer Trans*Identitäten – eine Genealogie der Unterdrückung
4.3 Die kubanische Revolution – Prototyp (k)einer dekolonialen Wende?
4.4 Kubanische Trans*Politik - Ausgewählte Beispiele für (keine) Gleichberechtigung und (keine) sexuelle Selbstbestimmung
4.4.1 Trans*Gesundheitsfürsorge
4.4.2 Berufsleben und Arbeitsbedingungen kubanischer Trans*
4.4.3 Eheschließungen und offiziell anerkannte Partnerschaften
5. Schlussbemerkungen
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit untersucht das Verhältnis des kubanischen Staates zur marginalisierten Minderheit der Trans*KubanerInnen und prüft kritisch, inwieweit vollzogene trans*freundliche Veränderungen in Politik und Gesellschaft aus einer dekolonialen Perspektive als echter Fortschritt gelten können oder ob sie lediglich instrumentelle Ziele verfolgen.
4.2 Die Geschichte kubanischer Trans*Identitäten – eine Genealogie der Unterdrückung
Es ist tatsächlich nicht so einfach eine Geschichte derjenigen zu schreiben, die für fast vier Dekaden vom akademischen Diskurs ignoriert und von der Regierung und der Gesellschaft marginalisiert, unterdrückt und verfolgt wurden.
The excessive politicization of homosexuality in Cuba during the first three decades after 1959, among other reasons, has considerably limited the study of the issue inside Cuba.
Und noch schwieriger gestaltet es sich die Geschichte einer Bevölkerungsgruppierung nachzuvollziehen, die in dem Sinne nie Gruppentendenzen gezeigt hatte – jedenfalls nicht auf Kuba. Dennoch soll der Versuch einer solchen geschichtlichen Darstellung der Trans* innerhalb des kubanischen Staatsgebiets, beginnend mit dem Amtsantritt Fulgencio Batistas 1940 bis heute unternommen werden. Vorsorglich muss an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass es aus obig genannten Gründen wenig wissenschaftliches Material zur Thematik gibt, weshalb die Autorin dieser Arbeit über wissenschaftliche Publikationen hinaus auf populärwissenschaftliche Medien und Augenzeugenberichte zurückgreifen musste.
Will man die Geschichte der kubanischen Trans*Gemeinschaft nachzeichnen, muss man sich dessen bewusst sein, dass für eine sehr lange Zeit vor Ort nicht zwischen Lesben, Gays und Trans*Personen unterschieden wurde. Selbst heutzutage gibt es noch viele KubanerInnen, die den Ausdruck „homosexuales“, auf Deutsch „Homosexuelle“, benutzen, wenn sie sich auf Transidentitäre beziehen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und begründet das Interesse an der Marginalisierung von Trans*KubanerInnen, während sie den dekolonialen theoretischen Rahmen skizziert.
2. Theoretische Präliminarien: Dieses Kapitel klärt zentrale Begriffe wie "Trans*" und grenzt sie von anderen Bezeichnungen ab, um eine klare Arbeitsgrundlage zu schaffen.
3. Heterosexuelle Zweigeschlechtlichkeit und die „Diktatur des Normalen“: Der Autor untersucht die historische Normalisierung der Zweigeschlechtlichkeit und deren Ursprung in kolonialen Strukturen.
4. Der kubanische Weg – (k)eine Alternative: Das Herzstück der Arbeit analysiert dekoloniale Ansätze und die spezifische Trans*Politik Kubas anhand historischer und gegenwärtiger gesellschaftlicher Beispiele.
5. Schlussbemerkungen: Das abschließende Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und reflektiert über die anhaltenden Diskrepanzen zwischen staatlichem Image und der Realität für Trans*Personen in Kuba.
Trans*, Kuba, Dekolonialität, CENESEX, Geschlechteridentität, Heteronormativität, Marginalisierung, Transsexualität, Soziale Integration, Politische Transformation, Menschenrechte, Diskriminierung, Transformation, Revolution, Identitätspolitik.
Die Arbeit analysiert die Situation von Trans*Personen in Kuba und untersucht, wie staatliche Politik und gesellschaftliche Normen deren Leben beeinflussen, unter besonderer Berücksichtigung dekolonialer Theorien.
Zentrale Themen sind die Geschichte kubanischer Trans*Identitäten, der Einfluss der kubanischen Revolution auf Minderheiten, der Zugang zu Gesundheitsfürsorge und die prekäre berufliche sowie soziale Lage der Betroffenen.
Das Ziel ist es zu ergründen, wie das staatliche Narrativ einer "transfreundlichen" Politik mit der tatsächlichen gesellschaftlichen Ausgrenzung und Marginalisierung von Trans*Personen in Kuba korrespondiert.
Die Autorin wählt einen multidisziplinären Ansatz, der sich vor allem auf eine dekoloniale epistemische Perspektive stützt, angereichert durch Literaturanalysen und teilnehmende Beobachtungen.
Der Hauptteil behandelt die historische Unterdrückung von Trans*Personen ab der Batista-Ära, die institutionalisierte Transphobie während der Revolution und die aktuelle, vom CENESEX geprägte Politik.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie dekoloniale Wende, Identitätspolitik, staatliche Überwachung, soziale Exklusion und medizinische Pathologisierung definieren.
Die UMAPs (Arbeitslager) verdeutlichen die institutionalisierte Unterdrückung non-binärer Personen in der frühen revolutionären Phase, die für die Autorin ein fundamentales Beispiel für die staatliche Repressionsstrategie darstellen.
Sie kritisiert, dass das CENESEX dekoloniale Begriffe zwar instrumentalisiert, aber faktisch an pathologisierenden, medizinischen Konzepten festhält und marginalisierte Stimmen kaum substanziell einbindet.
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