Doktorarbeit / Dissertation, 2009
193 Seiten, Note: magna cum laude
1 Themenstellung und Ziel des Vorhabens
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Gesundheitsverhalten versus gesundheitliches Risikoverhalten
2.1.1 Modelle des Gesundheitsverhaltens
2.1.2 Modelle und Erklärungsansätze des gesundheitlichen Risikoverhaltens
2.1.2.1 Sozialisationstheoretisches Modell und seine Wurzeln
2.1.2.2 Konzepte der Substanzkonsum-Motive
2.1.2.3 Persönlichkeitspsychologische Konstrukte
2.1.3 Integratives Gesundheits- und Risikoverhaltensmodell
2.2 Unterschiede der Schweizer Kantone
2.2.1 Fläche, Bevölkerung, Wirtschaftsfaktoren und Föderalismus
2.2.2 Gesundheitspolitiken der Schweizer Kantone
2.2.3 Gesetze im Bereich Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum
2.3 Forschungsstand zum Substanzkonsum von Jugendlichen
2.3.1 Forschungslücke: Analyse kantonaler Unterschiede
2.3.2 Urbanisation: städtische oder ländliche Wohnregion
2.3.3 Wohlstandsfaktoren Volkseinkommen und Arbeitslosigkeit
2.3.4 Prävention des Substanzkonsums und deren Kosten
2.3.5 Familiäres Umfeld: geschiedene Eltern
2.3.6 Bildungsstand der Eltern
2.3.7 Migrationshintergrund der Familie und Ausländer-Sein
2.4 Resümee des Hintergrunds
3 Methodische Vorgehensweise
3.1 Forschungsfragen
3.1.1 Kantonale Substanzkonsumunterschiede
3.1.2 Erklärung der kantonalen Substanzkonsumunterschiede
3.2 Daten zum Substanzkonsum von Schweizer Jugendlichen
3.2.1 Sekundäranalyse von HBSC-Daten
3.2.2 Gewichtung der Daten
3.3 Variablen der Kantone
3.4 Statistische Auswertungen
3.4.1 Kantonale Substanzkonsumunterschiede
3.4.2 Erklärung der kantonalen Substanzkonsumunterschiede
4 Ergebnisse
4.1 Kantonale Substanzkonsumunterschiede
4.1.1 Wöchentlicher Alkoholkonsum: kantonale Häufigkeiten und Verläufe
4.1.1.1 Kantonale Unterschiede in der Gesamtstichprobe
4.1.1.2 Geschlechtsspezifität kantonaler Unterschiede
4.1.1.3 Altersspezifität kantonaler Unterschiede
4.1.2 Wöchentlicher Tabakkonsum: kantonale Häufigkeiten und Verläufe
4.1.2.1 Kantonale Unterschiede in der Gesamtstichprobe
4.1.2.2 Geschlechtsspezifität der kantonalen Unterschiede
4.1.2.3 Altersspezifität der kantonalen Unterschiede
4.1.3 Cannabis-Lebenszeitprävalenz: kantonale Häufigkeiten und Verläufe
4.1.3.1 Kantonale Unterschiede in der Gesamtstichprobe
4.1.3.2 Geschlechtsspezifität der kantonalen Unterschiede
4.1.3.3 Altersspezifität der kantonalen Unterschiede
4.1.4 Resümee der kantonalen Substanzkonsumunterschiede
4.2 Erklärung der kantonalen Substanzkonsumunterschiede
4.2.1 Erklärung des wöchentlichen Alkoholkonsums
4.2.1.1 Gesamtstichprobe
4.2.1.2 Nach Geschlechtergruppen
4.2.1.3 Nach Altersgruppen
4.2.2 Erklärung des wöchentlichen Tabakkonsums
4.2.2.1 Gesamtstichprobe
4.2.2.2 Nach Geschlechtergruppen
4.2.2.3 Nach Altersgruppen
4.2.3 Erklärung der Cannabis-Lebenszeitprävalenz
4.2.3.1 Gesamtstichprobe
4.2.3.2 Nach Geschlechtergruppen
4.2.3.3 Nach Altersgruppen
4.2.4 Resümee der Erklärung von kantonalen Substanzkonsumunterschieden
5 Diskussion
5.1 Vorbemerkungen
5.2 Formen kantonaler Unterschiedlichkeit je nach Substanz
5.3 Ausländeranteil und Bevölkerungsanteil mit geringer Bildung
5.4 Ländlich-städtisches Spannungsfeld
5.5 Arbeitslosenquote und Scheidungsziffer
5.6 Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, kantonale Unterschiede im Substanzkonsum (Alkohol, Tabak, Cannabis) von Schweizer Jugendlichen zu vergleichen und mögliche Erklärungsmerkmale auf kantonaler Ebene zu identifizieren, die diese Unterschiede begründen könnten.
Integratives Gesundheits- und Risikoverhaltensmodell
Jugendliches Risikoverhalten beruht auf einem Wirkungsgefüge, das sich einerseits aus personbezogenen Faktoren wie z. B. der Persönlichkeit, der Motivation, der Wahrnehmung und Verarbeitung von Stress zusammensetzt. Andererseits wirken Kräfte des unmittelbaren Umfelds wie Familie, Freundeskreis und Schule, aber auch des weiterreichenden Umfelds wie die Gesellschaft und die Gelegenheitsstruktur – nämlich Möglichkeiten und Mittel für die Ausübung des Risikoverhaltens – mit.
Dem unmittelbaren, wie auch dem weiterreichenden Umfeld schenkt Bronfenbrenner in seinem Buch „Ökologie der menschlichen Entwicklung“ (1981) besondere Bedeutung. Er sieht im Prozess der menschlichen Entwicklung eine fortschreitende gegenseitige Anpassung zwischen dem Menschen und den Eigenschaften seiner unmittelbaren Lebensbereiche. Dieser Prozess wird fortlaufend von den Beziehungen der Lebensbereiche untereinander und von grösseren Kontexten beeinflusst, in die sie eingebettet sind. Aus ökologischer Perspektive müsse man sich die Umwelt als ineinandergeschachtelte Anordnung konzentrischer Strukturen vorstellen.
1 Themenstellung und Ziel des Vorhabens: Dieses Kapitel führt in die Problematik des hohen Substanzkonsums bei Schweizer Jugendlichen ein und definiert die Zielsetzung, kantonale Unterschiede und deren Ursachen systematisch zu untersuchen.
2 Theoretischer und empirischer Hintergrund: Es werden relevante Theorien zum Gesundheits- und Risikoverhalten (z. B. HAPA, Sozialisationstheorie) diskutiert und der aktuelle Wissensstand zu kantonalen Strukturen und den Einflussfaktoren auf den Substanzkonsum dargestellt.
3 Methodische Vorgehensweise: Dieser Abschnitt beschreibt das Forschungsdesign, die zentralen Forschungsfragen sowie die statistische Vorgehensweise, inklusive der Sekundäranalyse von HBSC-Daten und der Regressionsmodelle.
4 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Analysen zu den kantonalen Häufigkeiten und Verläufen des Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsums sowie deren statistische Erklärungen durch Kantonsmerkmale detailliert präsentiert.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch interpretiert, in den Kontext bestehender Forschung gestellt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Präventionspolitik sowie für zukünftige Forschungsansätze reflektiert.
Substanzkonsum, Jugendliche, Schweiz, Kantone, Alkoholkonsum, Tabakkonsum, Cannabiskonsum, Prävention, Gesundheitsverhalten, Risikoverhalten, Sozialisation, Arbeitslosigkeit, Bildungsstand, Migration, HBSC-Studie
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Unterschieden im Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum von Jugendlichen zwischen verschiedenen Schweizer Kantonen und sucht nach Erklärungen für diese Unterschiede.
Zentrale Themen sind das gesundheitliche Risikoverhalten von Jugendlichen, die sozioökonomische und politische Struktur der Schweizer Kantone sowie der Einfluss von Umweltfaktoren auf den Substanzkonsum.
Das primäre Ziel ist es, kantonale Ausprägungen im Substanzkonsum zu vergleichen und zu ergründen, welche kantonalen Merkmale mit diesen Unterschieden zusammenhängen.
Es werden repräsentative HBSC-Daten sekundär analysiert, wobei Logit-Analysen und lineare Regressionsanalysen auf aggregierter Ebene der Kantone zum Einsatz kommen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Hintergründe, der methodischen Vorgehensweise, der empirischen Ergebnisse zur Konsumhäufigkeit sowie der erklärenden Modellrechnungen für die kantonalen Unterschiede.
Wichtige Begriffe sind Substanzkonsum, kantonale Unterschiede, Prävention, HBSC-Studie, Arbeitslosigkeit, Bildungsstand und Migrationshintergrund.
Die Bevölkerungsdichte dient als Indikator für Urbanisierung und wird als potenzieller Risikofaktor für den Substanzkonsum analysiert, wobei sie insbesondere bei der Cannabis-Lebenszeitprävalenz als Erklärungsfaktor auftritt.
Der Ausländeranteil bzw. Migrationshintergrund zeigt sich in der Arbeit als Prädiktor für einen erhöhten Konsum bestimmter Substanzen, was teilweise mit spezifischen Konsumgewohnheiten oder Integrationsstress in Verbindung gebracht wird.
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