Diplomarbeit, 1998
290 Seiten, Note: Gut
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
0. Einleitung und Vorgangsweise der Untersuchung
1. Möglichkeiten der Sexusdifferenzierung im Deutschen im Vergleich zum Englischen
1.1. Möglichkeiten des Lexikons
1.1.1. Personenbezeichnungen in der Musik
1.1.2. Verwandtschaftsbezeichnungen
1.1.3. Andere Geschlechtswörter
1.2. Möglichkeiten der Wortbildung
1.2.1. Movierung
1.2.1.1. Die Maskulinmovierung im Deutschen
1.2.1.2. Die Maskulinmovierung im Englischen
1.2.1.3. Die Femininmovierung im Deutschen
1.2.1.3.1. Die -in-Ableitung
1.2.1.3.1.1. Die Basen der -in-Ableitung
1.2.1.3.1.2. Ausgeschlossene Basistypen
1.2.1.3.2. Andere Ableitungssuffixe
1.2.1.4. Die Femininmovierung im Englischen
1.2.2. Komposition bzw. compounding mit sexusdifferenzierenden Nomen oder Pronomen
1.2.2.1. Komposition mit sexusdifferenzierenden Nomen oder Pronomen im Deutschen
1.2.2.2. Compounding mit sexusdifferenzierenden Nomen oder Pronomen im Englischen
1.3. Möglichkeiten der Syntax
1.3.1. Artikel und artikelartige Pronomen
1.3.2. Sexusdifferenzierende Adjektive
1.3.3. Apposition von Anredeformen
1.3.4. Sexusdifferenzierende Pronomen im Kontext
1.4. Vermeidung von sexusdifferenzierenden Personenbezeichnungen
1.4.1. Metonyme
1.4.2. Metaphern
1.4.3. Fremdwörter als Personenbezeichnungen im Deutschen
1.4.4. Nicht sexusdifferenzierende Personenbezeichnungen
2. Untersuchungsergebnisse
2.1. Lexikon
2.1.1. Bezeichnungen in der Musik
2.1.2. Verwandtschaftsbezeichnungen
2.1.3. Geschlechtswörter
2.1.4. Lexikon total
2.2. Movierung
2.2.1. Derivationsmorphem -eur
2.2.2. Derivationsmorphem -ant/d, -ent/d
2.2.3. Derivationsmorphem -ast
2.2.4. Derivationsmorphem -ist
2.2.5. Derivationsmorphem -or
2.2.6. Derivationsmorphem -e
2.2.7. Derivationsmorphem -är
2.2.8. Derivationsmorphem -iker
2.2.9. Derivationsmorphem -er Land
2.2.10. Derivationsmorphem -er
2.2.11. Rest (Motion)
2.3. Verwendung der Movierungssuffixe
2.3.1. Maskuline Movierungssuffixe
2.3.2. Feminine Movierungssuffixe
2.4. Komposition
2.5. Fremdwörter
2.6. Vermeidung von sexusdifferenzierenden Personenbezeichnungen
2.6.1. Metonyme Oberhaupt - Hilfe - Kraft - Vorstand/Abstrakta/Kollektiva
2.6.2. Nicht sexusdifferenzierende Personenbezeichnungen
2.7. Gesamtergebnis
Die Arbeit untersucht, wie im Deutschen im Vergleich zum Englischen Personenbezeichnungen nach ihrem natürlichen Geschlecht unterschieden werden. Dabei wird analysiert, welche grammatischen und semantischen Mittel Sprecher verwenden, um eine geschlechtliche Identität sprachlich auszudrücken oder zu vermeiden, wobei der Fokus auf dem österreichischen Sprachgebrauch zwischen 1972 und 1992 liegt.
PERSONENBEZEICHNUNGEN IN DER MUSIK
Im Bereich der Musik wird der Sänger oder die Sängerin oft nach seiner oder ihrer Singstimme benannt. So bedeutet engl. bass (Collins, 122,1) nicht nur die tiefste männliche Singstimme, sondern auch den Sänger, der diese Stimme hat. Dasselbe gilt für engl. tenor (ebd, 1497,2) engl. baritone (ebd, 117, 2), engl. alto (ebd, 42,1) oder engl. contralto (ebd, 326,2) und engl. soprano (ebd, 1388,2). Da die Benennung des Sängers oder der Sängerin nach seiner oder ihrer Singstimme erfolgt und diese aufgrund der Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht verschieden ist, enthält die Personenbezeichnung automatisch die Information [+mask] oder [+fem] und es können keine Entsprechungen für das andere Geschlecht gebildet werden.
Im Deutschen gibt es neben der Bezeichnung der Stimme meist auch eine davon abgeleitete Personenbezeichnung auf -ist bzw. -istin: Baß und Bassist, Bariton und Baritonist, Tenor und Tenorist, Sopran und Sopranistin. Jedoch können beide Bezeichnungen nebeneinander für Personen verwendet werden, wobei die Stimmbezeichnung wesentlich gebräuchlicher ist als die echte Personenbezeichnung. Während meiner Zeitungsuntersuchung fand ich kein einziges Mal die Ableitung auf -ist und nur viermal auf -istin, während die Stimmbezeichnung gleichermaßen als Bezeichnung für die Stimme und den Sänger mehrmals vorkommt. Eine Ausnahme bildet Bassist, denn er kann sowohl den Sänger als auch den Spieler des Kontrabasses bezeichnen. Demzufolge ist unter der letzten Bedeutung auch eine Bassistin möglich und die Bezeichnung des Spielers fällt damit unter Wortbildung.
0. Einleitung und Vorgangsweise der Untersuchung: Einleitung in die Thematik der sprachlichen Emanzipation und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise anhand einer Zeitungsanalyse.
1. Möglichkeiten der Sexusdifferenzierung im Deutschen im Vergleich zum Englischen: Detaillierte theoretische Abhandlung über verschiedene sprachliche Systeme, Suffixbildungen, Kompositionen und syntaktische Möglichkeiten zur Sexusdifferenzierung.
2. Untersuchungsergebnisse: Präsentation und statistische Aufarbeitung der gewonnenen Daten aus den untersuchten Zeitungen in verschiedenen Kategorien und Zeiträumen.
Sexusdifferenzierung, Genus, Movierung, Movierungssuffixe, Emanzipation, Personenbezeichnungen, Komposition, Wortbildung, Syntax, Österreichisches Deutsch, Zeitungsanalyse, Grammatik, Semantik, Geschlechtsabstrahierung, Sprachwandel
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der geschlechtsspezifischen Personenbezeichnungen in der deutschen Sprache im Vergleich zum Englischen.
Die zentralen Themen sind die grammatische Genuszuordnung, Möglichkeiten der Wortbildung (Movierung), syntaktische Differenzierungsmöglichkeiten und Strategien zur Vermeidung geschlechtsbezogener Bezeichnungen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprecher des Deutschen sprachliche Mittel nutzen, um natürliches Geschlecht zu differenzieren, und welche Tendenzen sich hierbei im österreichischen Sprachgebrauch über einen Zeitraum von zwanzig Jahren abzeichnen.
Die Autorin führt eine empirische Zeitungsuntersuchung durch, bei der sie in Zeitungsartikeln der Jahre 1972 bis 1992 nach Personenbezeichnungen sucht und diese statistisch auswertet.
Im Hauptteil werden zunächst die linguistischen Möglichkeiten zur Sexusdifferenzierung (Lexikon, Wortbildung, Syntax) theoretisch erörtert und anschließend die Ergebnisse der eigenen Zeitungsuntersuchung in Form von Diagrammen und statistischen Auswertungen vorgestellt.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Sexusdifferenzierung, Movierung, Genus, Emanzipation, Personenbezeichnungen und Sprachwandel.
Musikbegriffe wie "Sopran" oder "Bassist" dienen als Fallbeispiele, um zu verdeutlichen, wie sich Stimmbezeichnungen und Personenbezeichnungen unterscheiden oder ineinander übergehen und welche Rolle Suffixe dabei spielen.
Verwandtschaftsbezeichnungen werden als Beispielbereich angeführt, in dem eine geschlechtsspezifische Unterscheidung kulturell tief verwurzelt ist und die Sprache aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen zur Vereinfachung neigt.
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