Bachelorarbeit, 2023
100 Seiten, Note: 1,8
1 Überblick
1.1 Problemstellung
1.2 Lösungsansatz
1.3 Gang der Untersuchung
2 Latente Steuern
2.1 Bilanztheoretische Einordnung
2.1.1 Latente Steuern aus Sicht der dynamischen Bilanztheorie
2.1.2 Latente Steuern aus Sicht der statischen Bilanztheorie
2.2 Entstehung latenter Steuern
2.2.1 Zeitliche Differenzen
2.2.1.1 Temporäre Differenzen
2.2.1.2 Permanente Differenzen
2.2.2 Aktive latente Steuern
2.2.3 Passive latente Steuern
2.2.4 Ermittlung und Abgrenzung latenter Steuern
2.2.4.1 Timing- und Temporary-Konzept
2.2.4.2 Liability- und Deferred-Methode
2.3 Entwicklung der Bilanzierung latenter Steuern
2.4 Besonderheiten bei der Aktivierung aktiver latenter Steuern nach § 274 HGB
2.4.1 Stetigkeit
2.4.2 Steuerliche Verlustvorträge
2.4.3 Unternehmensindividueller Steuersatz
2.4.4 Ausschüttungssperre
2.4.5 Anhangangaben
3 Empirische Analyse
3.1 Methodisches Vorgehen
3.1.1 Auswahl der Untersuchungseinheiten
3.1.1.1 Vorgehen bei der Auswahl der Untersuchungseinheiten
3.1.1.2 Auswahl der Energie- und Rohstoffbranche
3.1.1.3 Auswahl der Handels- und Konsumbranche
3.1.2 Auswahl des betrachteten Zeitraums
3.1.3 Untersuchungsgegenstand
3.2 Hypothesenbildung
3.3 Analyse der Ausübung des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB
3.3.1 Darstellung der Ergebnisse
3.3.1.1 Ergebnisse der Analyse der Energie- und Rohstoffbranche
3.3.1.2 Ergebnisse der Analyse der Handels- und Konsumbranche
3.3.2 Interpretation der Analyseergebnisse
3.3.2.1 Interpretation Energie- und Rohstoffbranche
3.3.2.2 Interpretation Handels- und Konsumbranche
4 Würdigung der Ergebnisse der empirischen Analyse
4.1 Würdigung der Hypothesen
4.2 Einordung der Analyseergebnisse vor dem Hintergrund des Rechnungslegungszwecks des HGB
5 Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert die Ausübung des Aktivierungswahlrechts für aktive latente Steuern gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB im handelsrechtlichen Einzelabschluss von Unternehmen aus der Energie- und Rohstoffbranche sowie der Handels- und Konsumbranche. Ziel ist es, durch die Untersuchung von DAX40-Unternehmen aufzuzeigen, inwieweit das Wahlrecht zur Bilanzpolitik genutzt wird und welche Einflüsse aktuelle Krisenereignisse wie die COVID-19-Pandemie und der Ukrainekrieg auf diese Entscheidung haben.
2.2.1.1 Temporäre Differenzen
Zeitliche Differenzen bei der Bewertung in der Handels- und der Steuerbilanz führen zu latenten Steuern. Durch unterschiedliche Wertansätze in der Handels- und der Steuerbilanz können der steuerliche Gewinn und der handelsrechtliche Jahresüberschuss voneinander abweichen. Betrachtet man das Verhältnis zwischen Steuerbelastung und Jahresüberschuss, kann die Steuerbelastung zu hoch oder zu niedrig ausfallen.
Die Handelsbilanz hat den Anspruch, den Steueraufwand darzustellen, der voraussichtlich entstehen würde, wenn das handelsrechtliche Ergebnis versteuert werden würde. Unter bestimmten Voraussetzungen sind daher in der Handelsbilanz latente Steuern auszuweisen. Die Erfassung des in den Folgeperioden zu erwartenden Steuermehr- bzw. -minderaufwands ist in der Periode der Entstehung zu erfassen - nicht zu dem Zeitpunkt, zu dem sich die Differenzen auflösen oder eine entsprechende Verrechnung erfolgt. Da es sich bei der Steuerlatenzierung um den handelsrechtlichen Ausgleich zu der Steuerbilanz handelt, mit der die handelsrechtliche Gewinnentwicklung an den tatsächlichen zu erwartenden Steueraufwand angepasst werden soll, ist die logische Schlussfolgerung, dass es in der Steuerbilanz keine latenten Steuern gibt.
Bei Ansatz- und Bewertungsdifferenzen handelt es sich um temporäre Differenzen, wenn sie sich in den folgenden Jahren abbauen. In der Zukunft entstehen dadurch Steuerentlastungen bzw. -belastungen. Es handelt sich um Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen Buchwerten von Vermögensgegenständen, Schulden sowie Rechnungsabgrenzungsposten und den entsprechenden Wertansätzen in der Steuerbilanz, die sich in den folgenden Jahren abbauen werden.
1 Überblick: Diese Einleitung benennt die Problemstellung rund um die steigende Bedeutung latenter Steuern seit Einführung des BilMoG und definiert den Lösungsansatz sowie den Gang der Untersuchung.
2 Latente Steuern: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, die Entstehung sowie die Ermittlung latenter Steuern und behandelt Besonderheiten bei deren Aktivierung.
3 Empirische Analyse: Hier wird das methodische Vorgehen bei der Auswahl der Untersuchungseinheiten und der Analyse der Jahresabschlüsse dargestellt sowie ein Vergleich der Ergebnisse für ausgewählte Branchen vorgenommen.
4 Würdigung der Ergebnisse der empirischen Analyse: In diesem Kapitel werden die aufgestellten Hypothesen kritisch gewürdigt und in den Gesamtzusammenhang des Rechnungslegungszwecks des HGB eingeordnet.
5 Ausblick: Der letzte Abschnitt fasst die Erkenntnisse zusammen und plädiert für eine mögliche Umwandlung des Aktivierungswahlrechts in eine Aktivierungspflicht.
Latente Steuern, Aktivierungswahlrecht, HGB, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Bilanzpolitik, Temporäre Differenzen, Verlustvorträge, Stetigkeitsgebot, Werthaltigkeit, Bilanzierungspraxis, DAX40, Jahresabschluss, Steueraufwand, Rechnungslegung.
Die Arbeit untersucht die Ausübung des Aktivierungswahlrechts für aktive latente Steuern gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB im Rahmen des handelsrechtlichen Einzelabschlusses ausgewählter DAX40-Unternehmen.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der latenten Steuern, deren Bewertungsmethoden, die Abgrenzung sowie die empirische Analyse ihres Einflusses auf Jahresabschlüsse in Krisenzeiten.
Das primäre Ziel ist es, das Ausmaß der Nutzung des Aktivierungswahlrechts zur Bilanzpolitik zu bestimmen und zu verstehen, wie wirtschaftliche Entwicklungen wie die COVID-19-Pandemie oder der Ukrainekrieg die bilanzielle Behandlung beeinflussen.
Es wurde eine ausführliche Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung durchgeführt, kombiniert mit einer empirischen Analyse von Jahresabschlüssen ausgewählter Unternehmen der Energie- und Rohstoffbranche sowie der Handels- und Konsumbranche.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der bilanztheoretischen Einordnung, der detaillierten Entstehung latenter Steuern, der Diskussion von Wahlrechten und der konkreten empirischen Auswertung der DAX40-Abschlüsse.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie latente Steuern, Aktivierungswahlrecht, Bilanzpolitik, Stetigkeitsgebot und Rechnungslegung charakterisiert.
Die Pandemie führt zu Prognoseunsicherheiten bei der Werthaltigkeitsprüfung aktiver latenter Steuern und erfordert häufig eine erneute Überprüfung und Überarbeitung der fünfjährigen Planungsrechnungen.
Das Stetigkeitsgebot im Bilanzrecht begrenzt die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Bilanzierungsmethoden zu wechseln, was für die Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen über Krisenzeiträume hinweg von entscheidender Bedeutung ist.
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