Examensarbeit, 2001
150 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Kapitel 1 Erster Test: Modellversuchstest
1.1 Herkunft, Beschreibung und Motive des ersten Tests
1.2 Mathematische Grundbildung und kognitive Anforderungsniveaus im Modellversuchstest
1.3 Beschreibung der Referenzgruppen
1.3.1 Einteilung in drei Gruppen nach Schulstufen
1.3.2 Einteilung in zwei Gruppen: Begabte Spitzengruppe – mittelmäßige Begabtengruppe
1.4 Durchführung und Auswertung des ersten Tests
1.5 Vergleich der durchschnittlichen Lösungsanteile der begabten Schüler nach Schulstufen mit den relativen Lösungshäufigkeiten nordhessischer Gymnasiasten der 8. Klasse
1.5.1 Vergleich der durchschnittlichen Lösungsanteile der begabten Sechsklässler mit den relativen Lösungshäufigkeiten der Gymnasiasten
1.5.2 Vergleich der durchschnittlichen Lösungsanteile der begabten Siebtklässler mit den relativen Lösungshäufigkeiten der Gymnasiasten
1.5.3 Vergleich der durchschnittlichen Lösungsanteile der begabten Achtklässler mit den relativen Lösungshäufigkeiten der Gymnasiasten
1.6 Vergleich der durchschnittlichen Lösungsanteile der begabten Spitzengruppe mit den relativen Lösungshäufigkeiten nordhessischer Gymnasiasten der 8. Klasse
1.7 Vergleich der durchschnittlichen Lösungsanteile der mittelmäßigen Begabtengruppe mit den relativen Lösungshäufigkeiten nordhessischer Gymnasiasten der 8. Klasse
Kapitel 2 Zweiter Test: Kombinierter TIMSS-PISA-Test
2.1 Konzeption des zweiten Tests
2.2 Beschreibung der Referenzgruppe
2.3 Durchführung und Auswertung des zweiten Tests
2.4 Quantitative Auswertung und Auswertung nach Lösungsstrategien von den TIMSS-Aufgaben
2.4.1 Stoffgebiet: Algebra
2.4.2 Stoffgebiet: Darstellung und Analyse von Daten
2.4.3 Stoffgebiet: Zahlen und Zahlenverständnis
2.4.4 Stoffgebiet: Geometrie
2.4.5 Stoffgebiet: Messen und Maßeinheiten
2.4.6 Stoffgebiet: Proportionalität
2.4.7 Mathematische Grundbildung (Population III)
2.5 Vergleich der relativen Lösungshäufigkeiten der Begabtengruppe mit den Lösungswahrscheinlichkeiten der deutschen Siebt- und Achtklässler in den TIMSS-Aufgaben der Population II
2.6 Quantitative Auswertung und Auswertung nach Lösungsstrategien von den PISA-Aufgaben
Kapitel 3 Untersuchung der Korrelation der Ergebnisse zwischen dem Modellversuchstest und dem kombinierten TIMSS-PISA-Test
Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie mathematisch begabte Schülerinnen und Schüler anspruchsvolle Testaufgaben aus internationalen Vergleichsstudien (TIMSS und PISA) lösen. Im Zentrum steht dabei der quantitative Vergleich ihrer Leistungen mit denen von Gymnasiasten sowie die qualitative Identifizierung und Klassifikation der angewandten Lösungsstrategien.
1.1 HERKUNFT, BESCHREIBUNG UND MOTIVE DES ERSTEN TESTS
Der erste Test, den ich zur quantitativen Auswertung des Wissenszustandes bei mathematisch begabten Schülern verwende, wurde für den hessischen Modellversuch von B. WIEGAND und W. BLUM an der GhK Kassel konzipiert. Für die vorliegende Arbeit wird er komplett übernommen. Die Testaufgaben findet man im Anhang A (S. 1-28) in derselben Reihenfolge wieder, wie sie im Test angeordnet waren. Die dort vorzufindende Aufgabenanalyse hinsichtlich der Niveauklassen sowie die Analyse von der Arbeitsgruppe Didaktik der Mathematik an der GhK Kassel zeigen, dass dieser stark an als „gymnasial“ angesehenen Fähigkeiten (z. B. Bewerten, Begründen, Reflektieren) orientiert ist. Aus diesem Grund erschien es Prof. R. BIEHLER und mir sinnvoll, diesen Test zum Überprüfen der Begabtengruppe heranzuziehen.
Außerdem wurde der Test von der Arbeitsgruppe Didaktik der Mathematik für nordhessische Schüler/innen ausgewertet. Es liegen Daten über die relativen Lösungshäufigkeiten der Gymnasiasten vor. Diese Daten ermöglichen einen Vergleich der begabten Schüler/innen mit den nordhessischen Gymnasiasten. Ein Vergleich mit Realschülern oder Hauptschülern wird trotz vorliegender Daten nicht stattfinden, da eine Begabtengruppe getestet werden soll.
Der Ausgangspunkt für diesen Modellversuch war die vergleichende internationale Studie über die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kenntnisse, die sog. TIMSS-Studie, von Schülern der 7. und der 8. Klasse aus 42 Ländern. Wegen nur mittelmäßigen Abschneidens deutscher Schüler/innen bei der TIMSS-Studie gab die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) eine Expertise in Auftrag, in der sich Pädagogen und Fachdidaktiker mit dem augenblicklichen Zustand des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts auseinander setzten und reale Vorschläge für eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation machten.
Kapitel 1 Erster Test: Modellversuchstest: Beschreibung der Herkunft, der methodischen Grundlage sowie der Referenzgruppen für den im hessischen Modellversuch verwendeten Test.
Kapitel 2 Zweiter Test: Kombinierter TIMSS-PISA-Test: Konzeption und Auswertung eines selbst zusammengestellten Tests aus internationalen Aufgaben, fokussiert auf die Analyse von Lösungsstrategien.
Kapitel 3 Untersuchung der Korrelation der Ergebnisse zwischen dem Modellversuchstest und dem kombinierten TIMSS-PISA-Test: Statistische Gegenüberstellung der Testergebnisse beider Teiluntersuchungen zur Ermittlung möglicher Leistungszusammenhänge.
Mathematische Begabung, TIMSS, PISA, Modellversuchstest, Lösungsstrategien, Quantitative Auswertung, Mathematische Grundbildung, Problemlösekompetenz, Anforderungsniveaus, Schulleistung, Begabtenförderung, Metakognitive Kompetenzen, Leistungsvergleich, Mathematisierung, Modellierung.
Die Arbeit untersucht, mit welchen Lösungsstrategien mathematisch begabte Kinder anspruchsvolle Aufgaben lösen, die eigentlich für höhere Klassenstufen in internationalen Vergleichsstudien entwickelt wurden.
Die zentralen Felder sind der Vergleich von Lösungsanteilen gegenüber Gymnasiasten, die detaillierte Klassifikation von Lösungsstrategien sowie die Analyse von Denkprozessen hochbegabter Schüler.
Das Ziel ist es, die spezifischen Schwierigkeiten deutscher Durchschnittsschüler beim Lösen internationaler Testaufgaben den besonderen Stärken der begabten Schülergruppe gegenüberzustellen.
Es wird eine quantitative Leistungsanalyse durch Testdurchführungen bei begabten Schülern vorgenommen und diese mit bestehenden Datensätzen von Gymnasiasten verglichen. Ergänzend erfolgt eine qualitative Auswertung der individuellen Lösungswege.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Testphasen: Den übernommenen Modellversuchstest zur quantitativen Bestimmung des Wissensstandes und den selbst entwickelten kombinierten TIMSS-PISA-Test zur Strategieanalyse.
Besonders charakteristisch ist die Gegenüberstellung von Routineverfahren versus kreativen, logischen Lösungsansätzen bei noch nicht behandelten Themengebieten durch die begabten Schüler.
Die Spitzengruppe zeichnet sich durch metakognitive Kompetenzen aus, die es ihnen ermöglichen, auch bei völlig unbekannten Aufgabenstellungen erfolgreich Strategien zu entwickeln und Fehler selbstständig zu korrigieren.
Die Geometrie dient als Beispiel für Wissensbereiche, die noch nicht in der Schule behandelt wurden, wobei hier deutlich wird, dass Begabte oft durch logisches Denken zum Ziel kommen, auch wenn ihnen spezifisches formales Wissen noch fehlt.
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