Masterarbeit, 2009
82 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
2 Warum ins Ausland? – Verlagerung des Produktionsstandortes
2.1 Wie fing es an? – Vorgeschichte der Internationalisierung
2.2 Wer verlagert? – Charakterisierung typischer Verlagerer
2.3 Warum wird verlagert? – Motive für die Produktionsverlagerung
2.4 Wohin wird verlagert? – Favorisierte Zielregionen
3 Warum zurück nach Deutschland? – Rückverlagerungsgründe
3.1 Qualität
3.2 Kosten
3.2.1 Lohn
3.2.2 Schnittstellenmanagement
3.2.3 Logistik und Transport
3.2.4 Unterschätzung der Komplexität
3.3 Personal
3.4 Kultur und Sprache
3.5 Lokale Anpassung
3.6 Standortwahl
3.7 Netzwerke
3.8 Gesetzeslage
3.9 Wirtschaftskriminalität
3.10 Weitere Aspekte
4 Was hätte man besser machen können? – „Lessons learned“
4.1 Informationsbeschaffung und Beratung
4.2 Standortwahl
4.3 Personal
4.4 Kultur
4.5 Wirtschaftskriminalität
4.6 Weitere Aspekte
5 Alternativen zur Verlagerung
6 Schlussbetrachtung
Die Masterarbeit analysiert die Rückverlagerung von ausländischen Produktionsstätten deutscher Unternehmen an ihren Heimatstandort. Sie untersucht die Gründe für das Scheitern des vorherigen Auslandsengagements und beleuchtet die Motive sowie strategischen Herausforderungen, die zu der zweiten Standortentscheidung führen, um Handlungsempfehlungen für eine fundierte Vorbereitung zukünftiger Entscheidungen abzuleiten.
3.1 Qualität
„In den Verlagerungsländern ist offensichtlich nicht gegeben, was in Bezug auf Deutschland gemeinhin als starker Standortvorteil gilt: hohe Produktqualität“, so bringt Römer (2007: 49) den Rückverlagerungsgrund Nr. 1 (genannt von 43% der befragten Unternehmen – Kinkel, Lay 2004b: 9; Gelbrich, Greipl, Müller 2005: 100; siehe auch Hirsch-Kreinsen) auf den Punkt (Schulte 1999: 2; Müller 1996; Fleisch et al. 2004: 9; Hölper 2008; Specht, Lutz 2007: 45). Zu diesem Ergebnis kamen auch Kinkel, Lay und Maloca (2004: 30) in ihrer Untersuchung der Rückverlagerungsgründe von 69 betroffenen Unternehmen im Zeitraum von 2001 bis 2003 (siehe Tabelle 1).
Seith (2008) berichtet vom Plüschtierhersteller Steiff, der motiviert durch niedrige Kosten seine Produktion nach China verlagerte, dort aber mit massiven Qualitätsproblemen konfrontiert wurde und feststellen musste, dass China „für Premiumprodukte […] einfach nicht kalkulierbar“ (ibid.) ist.
Abgesehen von der eigentlichen Herstellung eigener Produkte lassen sich aufgrund der niedrigen Lohnkosten in China beispielsweise auch beim Einkauf von Vorprodukten aus lokaler Fertigung erhebliche Einsparungen realisieren (Holtbrügge, Puck 2008: 132f.). Hier ist allerdings Vorsicht im Bezug auf die Qualität der Produkte geboten und es sind hohe Ausgaben im Qualitätsmanagement nötig (Dierig 2008), um nicht im schlimmsten Fall einen wichtigen Auftrag nicht erfüllen zu können (Schulte 2002: 196).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Tendenz deutscher Unternehmen, zuvor ins Ausland verlagerte Produktionen wieder nach Deutschland zurückzuführen, und skizziert die Problematik bei der Erforschung dieses Phänomens.
2 Warum ins Ausland? – Verlagerung des Produktionsstandortes: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Hintergründe der Internationalisierung sowie die treibenden Motive, wie Kostenreduktion, Markterschließung oder Zugang zu Know-how, die zur Verlagerung in ausländische Standorte führen.
3 Warum zurück nach Deutschland? – Rückverlagerungsgründe: Hier werden die vielfältigen Gründe für das Scheitern von Auslandsengagements analysiert, wobei Faktoren wie mangelnde Qualität, unterschätzte Kosten und Komplexität, Personalfragen sowie kulturelle Barrieren detailliert untersucht werden.
4 Was hätte man besser machen können? – „Lessons learned“: Dieses Kapitel bietet eine strategische Aufarbeitung, wie Unternehmen durch bessere Informationsbeschaffung, fundierte Standortwahl und Personalstrategien Fehlentscheidungen bei der Internationalisierung vermeiden können.
5 Alternativen zur Verlagerung: Es werden Optimierungspotenziale am Heimatstandort diskutiert und Alternativen aufgezeigt, wie durch Kooperationen und moderne Managementansätze Wettbewerbsvorteile ohne Verlagerungsrisiken erzielt werden können.
6 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Standortentscheidungen ganzheitlich und unter Berücksichtigung dynamischer Rahmenbedingungen zu treffen, wobei stetige Veränderung als dauerhafter Prozess begriffen wird.
Rückverlagerung, Internationalisierung, Standort Deutschland, Produktionsverlagerung, Supply Chain Management, Qualitätsmanagement, Outsourcing, Insourcing, Strategisches Management, Fachkräftemangel, Interkulturelle Kompetenz, Globalisierung, Kosteneffizienz, Standortentscheidung, Made in Germany.
Die Arbeit befasst sich mit der Rückverlagerung von Produktionsstätten deutscher Unternehmen aus dem Ausland zurück nach Deutschland und analysiert die Gründe für diesen Prozess.
Die Arbeit deckt die Motive der ursprünglichen Verlagerung, die Gründe für das Scheitern im Ausland, die Herausforderungen bei der Rückverlagerung sowie strategische Empfehlungen zur Standortplanung ab.
Das primäre Ziel ist es, die "unsichtbaren" oder oft verschwiegenen Rückverlagerungsgründe systematisch zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu geben, um Fehlentscheidungen bei künftigen strategischen Standortfragen zu minimieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der vorhandenen Managementliteratur, empirische Studien (insbesondere des Fraunhofer ISI) sowie die Auswertung von Fallbeispielen und eigenen Erfahrungsberichten.
Der Hauptteil behandelt die Motive der Verlagerung, die vielfältigen Gründe für die Rückkehr (z.B. Qualitätsprobleme, unterschätzte Kosten, kulturelle Schwierigkeiten) und leitet daraus "Lessons learned" sowie Alternativen zur Verlagerung ab.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rückverlagerung, Standortentscheidung, Globalisierung, Outsourcing, Wettbewerbsfähigkeit und Standort Deutschland geprägt.
Qualität ist oft der meistgenannte Grund für eine Rückverlagerung, da viele Unternehmen feststellen müssen, dass der als deutscher Standortvorteil geltende hohe Qualitätsstandard im Ausland nicht ohne massiven Mehraufwand oder Zusatzkosten zu erreichen ist.
Das Standortparadoxon beschreibt den Widerspruch, dass trotz einer global vernetzten Wirtschaft die spezifische Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens oft weiterhin stark von der regionalen Einbindung und lokalen Netzwerken am Heimatstandort abhängt.
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