Magisterarbeit, 2009
104 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Allgemeine Vorbemerkungen
2.1 Terminologische Grundlagen
2.2 Landeskundliche Grundlagen
2.3 Sprachliche Situation und Grundlagen
3. Sprachgeschichtliche und -politische Rahmenbedingungen
3.1 Vom Mittelalter bis 1789
3.2 Sprachenpolitik in der Französischen Revolution
3.2.1 Bekämpfung sprachlicher Divergenzen
3.2.2 Sprachenpolitik der Jakobiner
3.2.3 Auswirkungen der Revolution auf das Elsässische
3.3 Sprachenpolitik nach der Französischen Revolution
3.3.1 Sprachenpolitische Maßnahmen Frankreichs
3.3.2 Sprachenpolitik im Elsass
3.4 Sprachenpolitische Maßnahmen von 1945 bis heute
3.4.1 Die Situation nach dem Krieg
3.4.2 Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit
3.4.3 Auswirkungen auf das Elsässische
4. Soziolinguistische und sprachenpolitische Untersuchung
4.1 Bisheriger Forschungsstand
4.2 Funktionen und Einflussfaktoren des Elsässischen
4.2.1 Linguistische Einflussfaktoren
4.2.2 Sprachkontaktsituation und Multilinguismus
4.2.3 Funktion und Einfluss der Medien
4.2.4 Funktion und Einfluss der Bildungspolitik
4.3 Bestimmungen der Variablen und Durchführung der Untersuchung
4.3.1 Der Fragebogen
4.3.2 Durchführung der Untersuchung
5. Statistische Auswertungen
5.1 Sprachkenntnisse
5.2 Sprachgebrauch
5.2.1 Familie und Freunde
5.2.2 Beruf, Öffentlichkeit und Freizeit
5.3 Sprachliche Selbsteinschätzung und Bewertung
5.4 Sprachenpolitisches Bewusstsein
5.5 Lineare Regressionsanalysen
5.5.1 Regressionen des Sprachgebrauchs
5.5.2 Regressionen der sprachlichen Selbsteinschätzung und Bewertung
5.5.3 Regressionen des sprachenpolitischen Bewusstseins
5.6 Logarithmische Regressionsanalyse
6. Fazit: zukünftige sprachliche Tendenzen und Perspektiven für das Elsass
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, den aktuellen Stand und die zukünftigen Tendenzen der Verwendung des Elsässischen sowie das damit verbundene Sprachbewusstsein zu untersuchen. Anhand einer empirischen Face-to-Face-Befragung soll analysiert werden, welche soziolinguistischen Faktoren die Sprachwahl im Elsass bestimmen und wie sich historische sowie aktuelle sprachenpolitische Maßnahmen auf den Dialekt auswirken.
1. Einleitung
„Jusqu’à nos jours, l’alsacien, en tant que moyen de communication et de compréhension, a été qualifié de “langue vernaculaire”, donc populaire et d’une extension restreinte. C’est effectivement le parler que pratique le peuple habitant à l’intérieur des frontières dites “naturelles” que sont les Voges et le Rhin. Il s’agit par conséquent d’une langue essentiellement parlée, mais non écrite, plus exactement peu et mal transcrite.” (Matzen 1999: 1).
Sprache ist in Frankreich schon immer Staatsangelegenheit gewesen. Neben der Nationalsprache Französisch wird innerhalb des Staatsgebiets eine große Anzahl an weiteren Sprachen gesprochen, darunter befinden sich sowohl romanische Sprachen, germanische Varietäten, eine keltische als auch eine nichtindogermanische Sprache. Dazu kommen einige Kreolsprachen in den Überseegebieten.
Seit 1969 ist besonders in Frankreich die Tendenz zu beobachten, dass die Bevölkerung immer mehr den Wunsch verspürt, ihre Regionalsprachen zu schützen und zu fördern. Doch die französische Verfassung erkannte erst 2008 den offiziellen Status der Regionalsprachen an. Allerdings nicht im berühmten Artikel 2 „la langue de la république est le français“, sondern in einem neueingeführten Artikel 75, der lautet: „Les langues régionales appartiennent au patrimoine de la France.” (Loi constitutionnelle n°2008-724 du 23 juillet 2008, Article 75-1). Die Regionalsprachen sind der Nationalsprache also eindeutig untergeordnet und dementsprechend sind sie vom Aussterben bedroht. Empirisch bewiesen ist, dass immer weniger junge Menschen ihre Regionalsprache sprechen und sie zudem immer weniger gut lernen. Außerdem lässt sich eine massive sprachliche Substitution erkennen. Von diesem Phänomen sind viele mehrsprachige Gebiete betroffen. Die Sprachwahl der Sprecher hängt von einem komplexen Gefüge aus historischen, politischen, sozialen und kulturellen Variabeln ab und somit kann der Staat durch massive sprach- und sprachenpolitische Maßnahmen sowohl die Sprachwahl als auch das Sprachbewusstsein einer Bevölkerung beeinflussen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die Forschungsfragen sowie die Zielsetzung der Arbeit dar und erläutert den Aufbau der Untersuchung.
2. Allgemeine Vorbemerkungen: Hier werden grundlegende Termini wie Regionalsprache und Dialekt definiert sowie landeskundliche und sprachliche Grundlagen des Elsass skizziert.
3. Sprachgeschichtliche und -politische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Kontext, insbesondere den Einfluss der französischen Sprachenpolitik von der Revolution bis zur Gegenwart auf das Elsässische.
4. Soziolinguistische und sprachenpolitische Untersuchung: Hier wird der Forschungsstand diskutiert, Funktionen und Einflussfaktoren des Elsässischen analysiert sowie das methodische Vorgehen der eigenen Umfrage beschrieben.
5. Statistische Auswertungen: Dieses Kapitel präsentiert die deskriptiven Ergebnisse der Umfrage und führt mittels Regressionsanalysen eine tiefergehende statistische Auswertung durch.
6. Fazit: zukünftige sprachliche Tendenzen und Perspektiven für das Elsass: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und wagt eine Prognose über die Zukunft der elsässischen Sprache.
Elsässisch, Regionalsprache, Sprachenpolitik, Sprachgebrauch, Sprachbewusstsein, Diglossie, Elsass, Frankreich, Dialekt, Soziolinguistik, Sprachwandel, Sprachverlust, Identität, Zweisprachigkeit, Bildungspolitik.
Die Arbeit untersucht die soziolinguistische Situation des Elsässischen sowie den Einfluss der französischen Sprachenpolitik auf den Erhalt und die Verwendung dieses Dialekts im Elsass.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Elsässischen, die Analyse des Sprachgebrauchs in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und die Bewertung der aktuellen sprachpolitischen Maßnahmen in Frankreich.
Das primäre Ziel besteht darin, den aktuellen Status der elsässischen Sprache zu ermitteln, die Faktoren für den Sprachgebrauch und das Sprachbewusstsein zu identifizieren und zukünftige Trends der Sprachverwendung deduktiv herzuleiten.
Die Autorin nutzt eine kombinierte Methode: eine Literaturanalyse zur historischen Einordnung sowie eine eigene empirische Untersuchung mittels eines selbstkonstruierten Fragebogens (Face-to-Face-Befragung), die im Anschluss statistisch ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick zur Sprachenpolitik, eine Darstellung des soziolinguistischen Forschungsstandes und eine detaillierte statistische Analyse der erhobenen Umfragedaten.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Elsässisch, Sprachenpolitik, Sprachwandel, Soziolinguistik und Identität charakterisieren.
Die Revolution markierte den Beginn einer systematischen Verdrängung der Regionalsprachen zugunsten der französischen Nationalsprache, was langfristig den Status des Elsässischen als Minderheitensprache festigte.
Die Umfrage zeigt eine Diskrepanz: Einerseits wird das Elsässische kulturell als Bereicherung wahrgenommen, andererseits erkennt die Bevölkerung keinen praktischen Nutzen mehr im Alltag, was zu einer nachlassenden Sprachweitergabe führt.
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