Diplomarbeit, 2009
131 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Landeswissenschaftliche Grundlagen
2.1 Geographische Rahmenbedingungen
2.2 Historische Rahmenbedingungen
2.3 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
2.4 Politische Rahmenbedingungen
2.4.1 Administrative Strukturen
2.4.2 Das politische System
2.5 Ökonomische Rahmenbedingungen
2.5.1 Wirtschaftspolitische Grundlagen
2.5.2 Wirtschaftspolitische Herausforderungen
3. Grundzüge des französischen Bildungssystems
3.1 Entwicklung des Bildungssystems
3.1.1 Anfänge des Aufbaus eines Bildungssystems
3.1.2 Charakteristika des heutigen Systems
3.1.3 Ziele des Bildungssystems
3.2 Die schulische Bildung
3.2.1 Primarstufe
3.2.2 Sekundarstufe I
3.2.3 Sekundarstufe II
3.3 Schlussfolgerungen
4. Das französische Berufsbildungssystem
4.1 Stellenwert der Berufsausbildung in Frankreich
4.1.1 Geschichte der Berufsausbildung
4.1.2 Akzeptanz in der Gesellschaft
4.2 Varietäten der französischen Erstausbildung
4.2.1 Schulisch-berufliche Ausbildung
4.2.2 Duale Ausbildungsgänge
4.3 Das Hochschulwesen
4.3.1 Die Grandes Ecoles
4.3.2 Die Universitäten
4.4 Die berufliche Weiterbildung
4.4.1 Anbieter der beruflichen Weiterbildung
4.4.2 Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung
4.5 Finanzierung des Berufsbildungssystems
4.5.1 Finanzierung der Erstausbildung
4.5.2 Finanzierung der Weiterbildung
4.6 Schlussfolgerungen
5. Das deutsche und französische Berufsbildungssystem im Vergleich
5.1 Volkswirtschaftliche Bildungsindikatoren
5.1.1 Makroökonomische Kennziffern
5.1.2 Mikroökonomische Kennziffern
5.2 Institutionelle und bildungspolitische Aspekte
5.2.1 Struktur und Zuständigkeit
5.2.2 Bildungskonzepte und Ziele
5.3 Curriculare und didaktisch-methodische Aspekte
5.3.1 Förderung von Schwachen und Begabten
5.3.2 Ausrichtung der Curricula auf den Arbeitsmarkt
5.4 Ausgewählte Ausbildungsberufe im Vergleich
5.4.1 Kauffrau/-mann im Groß- und Einzelhandel vs. BTS Commerce International
5.4.2 Industriekauffrau/-mann vs. BTS Comptabilité et Gestion des Organisations
5.5 Schlussfolgerungen
6. Tendenzen und Perspektiven des französischen Berufsbildungssystems
6.1 Innerschulische Herausforderungen
6.1.1 Erhöhung des Bildungsniveaus
6.1.2 Senkung des Schulversagens
6.1.3 Integration von Kindern mit Migrationshintergrund
6.2 Arbeitsmarktbezogene Anforderung
6.2.1 Beschäftigungsmaßnahmen für Jugendliche
6.2.2 Anforderungen der modernen Wirtschaft
6.2.3 Europäische Integration
6.3 Schlussfolgerungen
7. Schlussbetrachtung
Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundzüge und neueren Entwicklungen des französischen Berufsbildungssystems darzustellen, zu verstehen und zu analysieren sowie diese in Bezug auf die Ziele eines Bildungssystems mit dem deutschen System zu vergleichen, um daraus Rückschlüsse für potenzielle Reformbemühungen zu ziehen.
3.1.1 Anfänge des Aufbaus eines Bildungssystems
Ein wissenschaftliches bzw. ein philosophisches und naturwissenschaftliches Denken entwickelte sich vor allem in der Epoche der Aufklärung, die durch das philosophische Lehren und Arbeiten von Descartes in Frankreich geprägt war. Aufgrund seines durch Vernunft geprägten Rationalismus, wurde er im 17. Jahrhundert der „Vater der neuen Philosophie“ genannt. Ziel von Descartes Arbeiten war es nicht, die Wissenschaften auf die Mathematik zu reduzieren, sondern sie auf das Niveau der Mathematik zu erheben, denn jene ist eine vernünftige, rationale, zweifelsfreie und nachvollziehbare Wissenschaft. Descartes Denkweise, die auch Cartesianismus genannt wird, sorgte also für eine neue Art und Weise des wissenschaftlichen Denkens in der Bevölkerung.
Dementsprechend war das Hauptziel des Lernens das Verstehen und deutliche Erkennen von klaren, belegten und nachvollziehbaren Tatsachen. Unter klarem und deutlichem Erkennen wurde nicht die rationale Wesenserkenntnis, sondern die empirische Einsicht der Erfahrungswelt verstanden. Trotz aller Bedenken von Seiten der katholischen Kirche, fand die Denkweise der Aufklärung schnell Anhänger in ganz Europa. In Deutschland verstanden sich vor allem Leibniz und Kant als Anhänger dieser Epoche, aber dennoch stammten die meisten Ideen aus Frankreich. Trotz der Monarchie verfügte die Bevölkerung über große kulturelle Freiheiten und somit bildete Frankreich das philosophische Zentrum Europas. Die Forderungen der Aufklärung nach einer Unterordnung der Kirche durch den Staat, Toleranz, Rede- und Pressefreiheit, Bildung sowie Wohlfahrt für das gesamte Volk wurden immer stärker und entluden sich schließlich in der Französischen Revolution, insbesondere durch die Entmachtung des Adels. Dieses sorgte für den Abbau von sozialen Ungleichheiten und auch die Massenbildung bekam eine zentrale Rolle. Doch weil die Befürworter der Republik nicht genügend finanzielle Mittel hatten, um ihre Ideen bezüglich der „Bildung für alle“ zu verwirklichen, kam es erst in der III. Republik zu dem Aufbau eines „richtigen“ Bildungssystems.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum trotz wirtschaftlicher Stärke Frankreichs das Berufsbildungssystem vor Herausforderungen steht, und skizziert das Ziel und den Aufbau der Arbeit.
2. Landeswissenschaftliche Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die geographischen, historischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen Frankreichs, die maßgeblich die Struktur des Bildungssystems beeinflussen.
3. Grundzüge des französischen Bildungssystems: Hier werden die historische Entwicklung, die schulische Struktur (Primar- und Sekundarstufe) sowie die bildungspolitischen Ziele des zentralistisch geprägten französischen Systems dargestellt.
4. Das französische Berufsbildungssystem: Das Kapitel befasst sich mit dem Stellenwert, den verschiedenen Zweigen der Erstausbildung, dem Hochschulwesen sowie der Weiterbildung und deren Finanzierung in Frankreich.
5. Das deutsche und französische Berufsbildungssystem im Vergleich: Ein direkter Vergleich zwischen dem schulischen französischen Modell und dem dualen deutschen System erfolgt auf indikatorenbezogener, struktureller und curricularer Ebene sowie anhand spezifischer Ausbildungsberufe.
6. Tendenzen und Perspektiven des französischen Berufsbildungssystems: Dieses Kapitel erörtert die Herausforderungen durch Jugendarbeitslosigkeit und Schulversagen und beleuchtet Ansätze zur Integration von Migranten sowie die Anpassung an die europäische Integration.
7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der Ergebnisse und einer Diskussion über die Übertragbarkeit französischer Bildungsansätze auf das deutsche System.
Berufsbildungssystem, Frankreich, Deutschland, Vergleich, Bildungspolitik, Jugendarbeitslosigkeit, Duales System, Schulausbildung, Erstausbildung, Weiterbildung, Grandes Ecoles, Chancengleichheit, Reformen, Lissabon-Strategie, Arbeitsmarkt.
Die Arbeit untersucht das französische Berufsbildungssystem, seine historische Genese, seine Struktur sowie seine Stärken und Schwächen im direkten Vergleich zum deutschen dualen Ausbildungssystem.
Die Arbeit behandelt die landeswissenschaftlichen Grundlagen Frankreichs, das nationale Bildungssystem, die verschiedenen Wege der beruflichen Ausbildung (Erst- und Weiterbildung), den Vergleich zu Deutschland und die Tendenzen der Bildungsreformen.
Das Hauptziel besteht darin, die Grundzüge und neueren Entwicklungen in Frankreich zu verstehen, zu analysieren und kritisch mit dem deutschen Bildungssystem zu vergleichen, um Rückschlüsse für die eigene Reformdebatte zu gewinnen.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse, die theoretische Grundlagen, statistische Daten der OECD und bildungspolitische Rahmenbedingungen gegenüberstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des französischen Systems (Aufbau, Bildungsgänge, Hochschulwesen, Weiterbildung) und den anschließenden systematischen Vergleich mit Deutschland sowie eine Analyse aktueller Herausforderungen und Perspektiven.
Kernbegriffe sind Berufsbildungssystem, Frankreich, Deutschland, Vergleich, Bildungspolitik, Jugendarbeitslosigkeit, Duales System und Chancengleichheit.
In Deutschland genießt die duale Berufsausbildung hohes gesellschaftliches Ansehen, während in Frankreich das "schulisch geprägte" System und die Eliteausbildung (Grandes Ecoles) bevorzugt werden, was zu einer geringen Akzeptanz für handwerkliche oder praxisorientierte Berufe führt.
Frankreich versucht durch die Umsetzung von Strategien wie Lissabon und Bologna sowie durch die Einführung eines nationalen Qualifikationsrahmens (RNCP), die Transparenz und Anerkennung seiner Abschlüsse im europäischen Raum zu erhöhen.
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