Diplomarbeit, 2009
76 Seiten, Note: 2,3
1 Problemstellung
2 Grundlagen zu latenten Steuern
2.1 Bedeutung latenter Steuern
2.2 Konzeptionelle Unterscheidung: Timing vs. Temporary Konzept
2.3 Abgrenzungsmethoden: Liability vs. Deferred Methode
3 Das Konvergenzprojekt des IASB und FASB
4 Neue Definitionen und Klarstellungen in ED-IAS 12
4.1 Inhaltliche Neufassung der Steuerwertdefinition
4.2 Einbezug einer ausführlichen Definition für temporäre Differenzen
4.3 Übernahme der Begriffe Tax Credit und Investment Tax Credit von US-GAAP
4.4 Würdigung der neuen Begriffsbestimmungen
5 Neuregelungen beim Ansatz latenter Steuern
5.1 Ansatzkriterien für aktive latente Steuern
5.1.1 Darstellung der Änderungen
5.1.2 Würdigung
5.2 Latente Steuerabgrenzung beim erstmaligen Ansatz von Vermögenswerten und Schulden
5.2.1 Überblick über die Neuerung
5.2.2 Würdigung
5.3 Latente Steuern auf Outside Basis Differences
5.3.1 Charakterisierung von Outside Basis Differences
5.3.2 Überblick über die Änderungen
5.3.3 Würdigung
6 Neuerungen bei der Bewertung latenter Steuern
6.1 Berücksichtigung von Steuerrisiken (Uncertain Tax Positions)
6.1.1 Darstellung der Neuerungen
6.1.2 Würdigung
6.2 Anzuwendender Steuersatz
6.2.1 Überblick über die Änderung
6.2.2 Würdigung
7 Änderungen beim Ausweis latenter Steuern und bei Anhangsangaben
7.1 Zuordnung von Steuern auf Bestandteile der Erfolgsrechnung bzw. des Eigenkapitals
7.1.1 Übersicht über die Veränderungen
7.1.2 Würdigung
7.2 Gliederung der latenten Steuern nach Fristigkeit
7.2.1 Überblick über die Neuerung
7.2.2 Würdigung
7.3 Ausweis latenter Steuern bei Tax Groups
7.3.1 Grundlage: Die deutsche ertragsteuerliche Organschaft
7.3.2 Überblick über die Änderungen
7.3.3 Würdigung
7.4 Anhangsangaben
7.4.1 Darstellung der Änderungen
7.4.2 Würdigung
8 Thesenförmige Zusammenfassung
Diese Arbeit analysiert kritisch den Standardentwurf ED-IAS 12 des IASB zur Bilanzierung latenter Steuern. Ziel ist es, die geplanten Neuerungen – insbesondere die Anpassungen an US-GAAP – darzustellen und zu bewerten, ob diese tatsächlich zu einer Verbesserung der Rechnungslegung oder zu einem unverhältnismäßigen Anstieg an Komplexität führen.
2.1 Bedeutung latenter Steuern
Empirische Studien der letzten Jahre zeigen, dass die Bedeutung latenter Steuern stetig zugenommen hat. Nahm die Abgrenzung latenter Steuern in der angloamerikanischen Bilanzierungspraxis bisher eine wesentlich größere Rolle ein als hierzulande, verstärkt sich nun dieser Trend auch bei uns. Wenngleich die theoretischen Vorschriften zur Abgrenzung latenter Steuern komplex und schwierig erscheinen, so wird die Möglichkeit des Ausweises latenter Steuern in der Praxis immer mehr genutzt. Die latente Steuerabgrenzung ist nicht nur für die zutreffende Darstellung der Vermögens- und Ertragslage, sowie die periodengerechte Erfolgsabgrenzung relevant, ihr wird auch eine wichtige Indikatorfunktion beigemessen. Latente Steuern zeigen nämlich Bilanzierungs- und Bewertungsunterschiede zwischen der Handels- und der Steuerbilanz. Da sich die Ertragsteuerbelastung auf Grundlage des zu versteuernden Einkommens, welches wiederum aus der Steuerbilanz abgeleitet wird, ergibt, lässt sich der Ertragsteueraufwand grundsätzlich nicht anhand des handelsrechtlichen Ergebnisses ermitteln. Deshalb ist das Ziel des Ansatzes latenter Steuern eine Entsprechung zwischen den, aus der Steuerbilanz abgeleiteten, tatsächlichen Ertragsteuern und dem fiktiven, der handelsrechtlichen Erfolgsgröße entsprechenden, Steueraufwand herzustellen.
Hat die Einführung der IFRS für die Aufstellung von Konzernabschlüssen zu einer deutlichen Aufwertung der Thematik der latenten Steuern in Deutschland geführt, erfuhr dieser Themenkomplex einen weiteren Bedeutungsschub mit der Verabschiedung des BilMoG. Dies ist einerseits bedingt durch die Abschaffung der umgekehrten Maßgeblichkeit, was grundsätzlich zu höheren Differenzen zwischen der Handels- und Steuerbilanz führt. Mit der grundlegenden Umstellung der konzeptionellen Ermittlung latenter Steuern vom bisherigen GuV-orientierten auf den bilanzorientierten Ansatz, wie er auch in IAS 12 zur Anwendung kommt, findet andererseits eine Ausweitung auf alle temporären, d.h. auf temporäre und quasi temporäre, Differenzen statt.
1 Problemstellung: Einleitung in die Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung und die wachsende Bedeutung latenter Steuern im Kontext von IAS 12 und BilMoG.
2 Grundlagen zu latenten Steuern: Erläuterung der theoretischen Konzepte (Timing vs. Temporary) und Abgrenzungsmethoden zur Ermittlung latenter Steuern.
3 Das Konvergenzprojekt des IASB und FASB: Darstellung der Bemühungen zur Angleichung der Rechnungslegungsstandards IFRS und US-GAAP.
4 Neue Definitionen und Klarstellungen in ED-IAS 12: Analyse der geänderten Begriffe wie Tax Basis und der Einführung von Steuergutschriften.
5 Neuregelungen beim Ansatz latenter Steuern: Diskussion der Änderungen bei Ansatzkriterien, einschließlich der Initial Recognition Exception und Outside Basis Differences.
6 Neuerungen bei der Bewertung latenter Steuern: Untersuchung der Behandlung von Steuerrisiken (Uncertain Tax Positions) und der Bestimmung anzuwendender Steuersätze.
7 Änderungen beim Ausweis latenter Steuern und bei Anhangsangaben: Erörterung der neuen Anforderungen an den Ausweis, insbesondere bei Tax Groups und der erweiterten Offenlegungspflichten.
8 Thesenförmige Zusammenfassung: Kompakte Übersicht der wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung.
Latente Steuern, IAS 12, ED-IAS 12, Bilanzierung, Temporary-Konzept, Tax Basis, Steuerrisiken, Konvergenzprojekt, IASB, FASB, Outside Basis Differences, Steuergutschriften, Two Step Approach, Anhangsangaben, BilMoG.
Die Arbeit befasst sich mit dem Exposure Draft (ED-IAS 12) des IASB zur Bilanzierung latenter Steuern und untersucht die Auswirkungen der vorgeschlagenen Neuregelungen sowie deren Konvergenz mit US-GAAP.
Die Schwerpunkte liegen auf den neuen Definitionen von Steuerwerten, den geänderten Ansatz- und Bewertungskriterien, der Bilanzierung von Steuerrisiken sowie den erweiterten Anhangsangaben.
Das Ziel ist eine kritische Würdigung des Standardentwurfs, um zu klären, ob die Neuerungen zu einer sachgerechteren Informationsvermittlung führen oder lediglich die Komplexität der Anwendung erhöhen.
Es handelt sich um eine analytische Auseinandersetzung, die den Standardentwurf ED-IAS 12 mit den geltenden Standards sowie den US-GAAP vergleicht und die Ansichten verschiedener Fachgremien (wie DRSC oder EFRAG) einbezieht.
Der Hauptteil gliedert sich in neue Begriffsdefinitionen, Ansätze für latente Steuern, Bewertungsfragen bei Steuerrisiken und Steuersätzen sowie Neuerungen beim Ausweis und im Anhang.
Die wichtigsten Schlagworte sind Latente Steuern, IAS 12, Konvergenz, Tax Basis, Steuerrisiken und der Two Step Approach.
Der Autor erkennt zwar an, dass der Two Step Approach die Herleitung des Nettoansatzes nachvollziehbarer macht, kritisiert aber den erhöhten Aufwand und die im Vergleich zur bisherigen Praxis umständlichere Handhabung.
Die Kritik richtet sich dagegen, dass das Abstellen auf einen fiktiven Verkauf am Bilanzstichtag die tatsächliche Absicht des Managements zur Nutzung von Vermögenswerten ignoriert und somit die Informationsqualität des Jahresabschlusses mindern kann.
Der Autor bemängelt, dass das vorgeschlagene Erwartungswertkalkül für Steuerrisiken ohne eine Mindestwahrscheinlichkeit als Ansatzhürde zu einer hohen Komplexität und realitätsfernen Annahmen führt.
Er kritisiert, dass durch die detaillierten Informationen über konzerninterne Lieferbeziehungen und Steuerrisiken sensible Unternehmensdaten an die Öffentlichkeit gelangen könnten, was den Wettbewerbsvorteil der Unternehmen gefährden kann.
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