Masterarbeit, 2020
66 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Methodik und theoretische Grundlagen
2.1 Einführung in die Erzähltextanalyse aus Sicht der Gender Studies
2.1.1 Kategorie Figurendarstellung
2.1.2 Kategorie Plot bzw. Handlung
2.1.3 Kategorie Zeitdarstellung
2.1.4 Kategorie Raumdarstellung
2.2 Fazit zur Methodik
3. Frauenliteratur und ihre Entstehung in der ersten Hälfte des 20. Jh.
3.1 Einführung in den geschichtlichen Kontext der Literatur
3.1.1 Literaturentwicklung in der ersten Hälfte des 20. Jh.
3.2 Alexandra Kollontai: „Wege der Liebe“
3.2.1 Textvorstellung: Die drei Erzählungen „Wege der Liebe“
3.2.2 „Die Liebe der drei Generationen“
3.2.3 „Schwestern“
3.2.4 „Wassilissa Malygina“
3.2.5 Zusammenfassung
3.3 Irmgard Keun „Das kunstseidene Mädchen“
3.3.1 Textvorstellung: „Das kunstseidene Mädchen“
3.3.2 Erster Teil – „Das Ende des Sommers und die mittlere Stadt“
3.3.3 Zweiter Teil – „Später Herbst und die große Stadt“
3.3.4 Dritter Teil – „Sehr viel Winter und ein Wartesaal“
3.3.5 Zusammenfassung
4. Analyse und Vergleich nach der gender-orientierten Erzähltextanalyse
4.1 Analyse „Wege der Liebe“
4.1.1 Figurendarstellung
4.1.2 Plot und Handlung
4.1.3 Zeitdarstellung
4.1.4 Raumdarstellung
4.2 Analyse „Das kunstseidene Mädchen“
4.2.1 Figurendarstellung
4.2.2 Plot und Handlung
4.2.3 Zeitdarstellung
4.2.4 Raumdarstellung
4.3 Vergleich „Wege der Liebe“ und „Das kunstseidene Mädchen“
4.3.1 Figurendarstellung
4.3.2 Plot und Handlung
4.3.3 Zeitdarstellung
4.3.4 Raumdarstellung
4.4 Vergleich der beiden Werke nach den Konzepten aus der Literatureinführung
5. Fazit
6. Abschließende Bemerkungen
7. Bibliographie
Ziel dieser Masterarbeit ist die Untersuchung und der Vergleich des Bildes der „Neuen Frau“ in den literarischen Werken von Alexandra Kollontai („Wege der Liebe“) und Irmgard Keun („Das kunstseidene Mädchen“), um daraus die spezifischen Attribute und Eigenschaften einer modernen, emanzipierten Frau zu definieren.
2.1.1 Kategorie Figurendarstellung
Die zentrale Kategorie für die Untersuchung der Frauenbildforschung ist die Kategorie „Figurencharakterisierung“. Sie ermöglicht es, bildliche Konstrukte des weiblichen Körpers, ihrer eigenen und fremden sexuellen Identität oder auch ihre gesellschaftliche Rolle anhand der Darstellung zu analysieren. Die Analyse der Figuren basiert auf soziologischen und psychologischen Wissenschaftstheorien und ihren Annahmen über die Gesellschaft. Das fachübergreifende Anleihen von nicht-literarischer Erkenntnis hilft, Plausibilität für eine bessere Erklärung der Rollenkonstruktion zu schaffen. Die Genderforscherinnen bildeten stereotypisierte Frauenbilder und verknüpften sie mit ihrer klassischen kulturellen Rollenerwartung. Bei der Kategorisierung sind vor allem die rebellischen Frauenbilder, die sich gegen soziokulturelle Normen stellen, von Interesse, da sie die Gesellschaftsstruktur und ihre Regeln in Frage stellen. Diese Unruhestifterinnen sind typischerweise in Rollen wie der Hexe, der Hure, der verrückten Frau oder auch der Ehebrecherin zu finden. Sie rebellieren gegen die Männerwelt durch ihr Agieren entgegen der etablierten Handlungsregeln. Dabei schüren sie Angst in der patriarchalen Gesellschaftsstruktur, verneinen die Ideen des Frauenbesitzes der Männer und machen sich selbst zu einem Problemfall für die bis dato stabile Männerherrschaft.
1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung der Frauenemanzipation und führt in das Konzept der „Neuen Frau“ ein, das im Zentrum dieser Arbeit steht.
2. Methodik und theoretische Grundlagen: Erläutert die Anwendung der qualitativen, gender-orientierten Erzähltextanalyse als Analyseinstrument.
3. Frauenliteratur und ihre Entstehung in der ersten Hälfte des 20. Jh.: Gibt einen Überblick über den literarischen Kontext und stellt die zentralen Texte von Kollontai und Keun inhaltlich vor.
4. Analyse und Vergleich nach der gender-orientierten Erzähltextanalyse: Detaillierte Anwendung der theoretischen Analysekategorien auf die Primärliteratur sowie deren systematischer Vergleich.
5. Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und beantwortet die Kernfrage nach den Merkmalen einer „Neuen Frau“.
6. Abschließende Bemerkungen: Reflektiert die methodischen Grenzen der Arbeit und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsmöglichkeiten.
Neue Frau, Frauenemanzipation, Gender Studies, Erzähltextanalyse, Alexandra Kollontai, Irmgard Keun, Literaturwissenschaft, Feminismus, Geschlechterrollen, Figurendarstellung, Plot, Zeitdarstellung, Raumdarstellung, Neue Sachlichkeit, Weibliche Identität.
Die Arbeit untersucht das literarische Konzept der „Neuen Frau“ unter Berücksichtigung kulturraumspezifischer Unterschiede im Werk der Autorinnen Alexandra Kollontai und Irmgard Keun.
Im Zentrum stehen die Frauenemanzipation, die Darstellung von Geschlechterrollen in der Literatur des 20. Jahrhunderts und die Anwendung feministischer Narratologie.
Es soll durch einen Vergleich der Werke herausgearbeitet werden, welche spezifischen Eigenschaften und Merkmale eine „Neue Frau“ in den jeweiligen literarischen Entwürfen charakterisieren.
Die Arbeit nutzt die Theorie der gender-orientierten Erzähltextanalyse, um Texte strukturiert hinsichtlich Figuren, Plot, Zeit und Raum auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Inhaltsdarstellung der Primärwerke sowie eine umfassende analytische Gegenüberstellung der zwei Autorinnen.
Zentrale Begriffe sind Frauenemanzipation, Gender Studies, erzähltheoretische Kategorien (Figuren, Plot, Zeit, Raum) sowie der Terminus der „Neuen Frau“.
Während Kollontais Konzept stark mit ideologischen/bolschewistischen Zielen und politischer Arbeit verknüpft ist, fokussiert sich Keun in der Weimarer Republik eher auf eine oberflächlich-ästhetische und meist erfolglose Suche nach „Glanz“.
Die Analyse zeigt, dass eine geschlechtsspezifische Zeitempfindung – unterteilt in „being“ (weiblich) und „becoming“ (männlich) – maßgeblich dazu dient, die Motivation und Handlungsmöglichkeiten der Romanfiguren zu deuten.
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