Masterarbeit, 2009
124 Seiten, Note: 1,0
0. Einleitung
1. Sachunterricht – Hintergründe
1.1 Definition – heutiger Stand
1.2 historische Entwicklung
2. Physikalische und chemische Inhalte im Sachunterricht
2.1 Entwicklungen der letzen Jahrzehnte
2.2 Heutiger Stand – Aktuelle Tendenzen in der Theorie
2.2.1 Berücksichtigung im Lehrplan
2.2.2 Perspektivrahmen Sachunterricht
2.2.3 Lehrwerke
2.2.4 Herangehensweise
2.3 Voraussetzungen von SuS, Lehrkräften und Schulen
3. Aktuelle Tendenzen – eine Bestandsaufnahme
3.1 Vorüberlegungen
3.2 Durchführung
3.3 Auswertung
3.3.1 Allgemeines
3.3.2 Ausbildung/Fortbildung
3.3.3 Motivation/Wissen
3.3.4 Themen
3.3.5 Arbeitsformen
3.3.6 Lehrmittel
4. Fazit
Diese Master-Arbeit untersucht, inwieweit die theoretisch geforderte stärkere Berücksichtigung physikalischer und chemischer Inhalte im Sachunterricht tatsächlich in der Unterrichtspraxis von Grundschullehrkräften umgesetzt wird. Dabei steht die Analyse von Zusammenhängen zwischen fachlicher Ausbildung, didaktischen Ansätzen und den realen Unterrichtsbedingungen im Vordergrund, um Ansatzpunkte für eine qualitative Verbesserung des naturwissenschaftlichen Lernens im Primarbereich zu identifizieren.
0. Einleitung
„Das Bild vom Forscher […] ist viel alltäglicher, stiller und normaler als in den Klischees und deshalb keine gesellschaftliche Utopie. In ihm steckt der Wunsch nach einer freieren, weniger kontrollierten Kindheit und nach mehr Möglichkeiten für Kinder und Erwachsene, ausprobieren zu dürfen. Es soll anstiften: Fragt nach! Seid hartnäckig, aber nicht hartherzig! Seid unbequem, aber nicht unleidlich.“ [Pareigis 2008, S.12]
Forscher sein liegt in der Natur des Kindes verankert. Schon lange vor Eintritt in die Schule beschäftigen uns naturwissenschaftliche Phänomene und rücken so in unser Interesse. Nicht immer kann diese Neugierde und der damit verbundene Wissenshunger auch nach dem Übergang in die Schule adäquat umgesetzt werden. Oft gelten Physik und Chemie als „Stiefkinder des Sachunterrichts“, obwohl gerade diese Bereiche vielschichtige Ansätze bieten, diesem Forscherdrang gerecht zu werden. Gerade im Hinblick auf die in der Mittelstufe auftretende Ablehnung gegenüber den harten Naturwissenschaften seitens der SuS und die daraus resultierenden niedrigen Zahlen an Studierenden in diesem Bereich, wird diesem Aspekt zunehmend mehr Beachtung geschenkt. Im Vordergrund steht dabei die Fragestellung, wie dieser Bereich in diese Außenseiterstellung geraten konnte.
0. Einleitung: Beleuchtet die natürliche Neugier von Kindern für Naturphänomene und thematisiert das Spannungsfeld zwischen diesem kindlichen Forscherdrang und der schulischen Vernachlässigung physikalisch-chemischer Inhalte.
1. Sachunterricht – Hintergründe: Definiert den Sachunterricht als Kernfach der Grundschule mit dem Ziel, fachliches Wissen und Methoden zu vermitteln, und skizziert die historische Entwicklung des Faches.
2. Physikalische und chemische Inhalte im Sachunterricht: Analysiert die theoretischen Entwicklungen sowie die Rolle von Lehrplänen, dem Perspektivrahmen und Lehrwerken bezüglich physikalischer und chemischer Themen.
3. Aktuelle Tendenzen – eine Bestandsaufnahme: Dokumentiert und analysiert die empirische Untersuchung mittels Experteninterviews zu Ausbildung, Motivation, Themenwahl und Arbeitsweisen von Lehrkräften.
4. Fazit: Fasst zusammen, dass trotz einer positiven Tendenz zu neuen Arbeitsformen, wie dem Experimentieren, die inhaltliche Umsetzung physikalisch-chemischer Aspekte im Alltag hinter der Theorie zurückbleibt.
Sachunterricht, Physik, Chemie, Experimentieren, naturwissenschaftliche Bildung, Lehrplan, Lehrerausbildung, Unterrichtspraxis, Grundschule, Didaktik, neue Lernkultur, Perspektivrahmen, Themenwahl, Sachverhalte, Naturphänomene.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen der theoretischen Forderung nach einer Stärkung physikalisch-chemischer Inhalte im Sachunterricht und deren tatsächlicher Umsetzung in der schulischen Unterrichtspraxis.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung des Fachs, die Auswirkung der Lehrerausbildung, die Bedeutung von Fortbildungen, der Einfluss von Lehrmitteln und wie Lehrkräfte physikalische und chemische Themen auswählen und im Unterricht handhaben.
Das primäre Ziel ist es, auf Basis von Experteninterviews mit Sachunterrichtslehrkräften zu ermitteln, ob der theoretisch beobachtete Aufschwung der Naturwissenschaften tatsächlich in der Unterrichtspraxis der Grundschulen angekommen ist.
Es wird eine qualitative Untersuchung durchgeführt, bei der 15 Experteninterviews mit Sachunterrichtslehrkräften geführt und anschließend inhaltsanalytisch nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Bestandsaufnahme der Curricula und Lehrwerke sowie eine empirische Bestandsaufnahme, die Interviews zu Aspekten wie Ausbildung, Motivation, Themenwahl und Arbeitsformen auswertet.
Wichtige Begriffe sind unter anderem: Sachunterricht, Experimentieren, naturwissenschaftliche Grundbildung, Lehrerausbildung, Lehrplanbezug und die "neue Lernkultur".
Die Autorin stellt fest, dass der Perspektivrahmen, obwohl er physikalische und chemische Inhalte stark befürwortet, den meisten befragten Lehrkräften weitgehend unbekannt ist und daher kaum als Orientierungshilfe in der Praxis dient.
Viele Lehrkräfte fühlen sich aufgrund mangelnder fachspezifischer Ausbildung im Bereich Physik und Chemie unsicher, was oft zu einer Vernachlässigung dieser Themen oder zum Rückgriff auf konservative Arbeitsweisen führt, trotz des vorhandenen Interesses an neuen didaktischen Wegen.
Die Kästen dienen als Hilfestellung, werden jedoch teilweise kritisch gesehen, da sie zwar Materialien liefern, aber oftmals zu starren Vorgaben verleiten, die dem eigenverantwortlichen Forschen der Kinder entgegenstehen können.
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