Bachelorarbeit, 2022
79 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Phänomen „Systemsprenger*innen“
2.1 Charakteristika
2.2 Innere Subjektlogiken nach Menno Baumann
3 Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen
3.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
3.2 Hilfen zur Erziehung
3.2.1 Stationäre Erziehungshilfen
3.2.1.1 Intensivpädagogische Einrichtungen
3.2.1.2 Therapeutische Einrichtungen
3.2.2 Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
3.3 Effektivität der Jugendhilfemaßnahmen
4 Die Debatte um inklusive Perspektiven für „Systemsprenger*innen“
5 Evaluation der stationären Angebote für „Systemsprenger*innen“
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Interviewauswertung
5.2.1 Begriffsbezeichnung „Systemsprenger*innen“
5.2.2 Herausforderungen in der Arbeit
5.2.3 Inklusion
5.2.4 Exklusion
5.2.5 Systemversagen
5.3 Diskussion
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, in welchem Umfang aktuelle Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen zu einer Inklusion von sogenannten „Systemsprenger*innen“ in das Hilfesystem und die Gesellschaft beitragen können. Ziel ist es zu ermitteln, ob und wie Maßnahmen weiterentwickelt werden müssen, um eine soziale Integration dieser Gruppe zu gewährleisten.
Die Debatte um inklusive Perspektiven für „Systemsprenger*innen“
Seit Jahren besteht die Debatte um inklusive Perspektiven für bestimmte Adressat*innen der Sozialen Arbeit. Grenzen der Inklusion werden immer wieder in Bezug auf Personen mit geistiger oder einer schweren Form der Behinderung, sowie Personen mit sehr herausforderndem Verhalten beobachtet. Regeleinrichtungen und Maßnahmen, bzw. Fachkräfte werden von diesen Klient*innen an ihre Grenzen gebracht und können sie nicht mehr (aus)halten. Teilweise sind auch Sondereinrichtungen und spezielle Maßnahmen mit den als besonders behindert oder schwierig etikettierten jungen Menschen überfordert. Hier ergibt sich die Frage, inwiefern das Hilfesystem inklusive, bedarfsgerechte und angemessene Hilfezugänge schaffen kann, ohne die professionellen Akteur*innen der Jugendhilfe und die Mitarbeiter*innen von Regeleinrichtungen zu überlasten (vgl. Kielinger, Dressel & Haar, 2021, S. 191).
Besonders betroffen von diesem Konflikt ist das System Schule. Um Inklusion zu leisten, werden Förder- und E-Schulen in Deutschland geschlossen, um Kinder und Jugendliche mit abweichendem Verhalten und Förderungsbedarf gemeinsam mit allen anderen zu unterrichten (vgl. Baumann, 2019, S. 16). Inwiefern dieser Ansatz aber zu einer wirklichen Inklusion führt, ist fragwürdig. Ja, alle Kinder und Jugendlichen sitzen gemeinsam in einem Klassenraum, aber damit wird nicht automatisch die Inklusion der Adressat*innen mit Behinderung oder normabweichendem Verhalten sichergestellt. Auch dieser Ansatz ist pädagogisch und gesellschaftlich sehr umstritten. „Während im Schulsystem der Widerstand gegen die Inklusion besonders von Kindern mit so genannten Verhaltensstörungen zu wachsen scheint, nehmen auch im gesellschaftlichen Diskurs Tendenzen der Ausgrenzung, des „Wegsperrens“ und der Racheimpulse gegenüber jungen Menschen vor allem mit devianten und gewaltförmigen Verhaltensweisen seit vielen Jahren wieder zu […]“ (Baumann, 2019, S. 17).
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der „Systemsprenger*innen“ ein, erläutert die Relevanz des Phänomens und formuliert die Forschungsfrage der Bachelorarbeit.
2 Das Phänomen „Systemsprenger*innen“: Dieses Kapitel definiert den Begriff „Systemsprenger*innen“, beleuchtet die Charakteristika der Zielgruppe und stellt das diagnostische Konzept von Menno Baumann vor.
3 Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen: Hier werden die rechtlichen Grundlagen sowie verschiedene stationäre und intensivpädagogische Hilfsangebote der Jugendhilfe detailliert vorgestellt und ihre Effektivität bewertet.
4 Die Debatte um inklusive Perspektiven für „Systemsprenger*innen“: Das Kapitel diskutiert die komplexen Herausforderungen der Inklusion im Bildungs- und Hilfesystem und hinterfragt gesellschaftliche sowie strukturelle Barrieren.
5 Evaluation der stationären Angebote für „Systemsprenger*innen“: Im empirischen Teil werden Experteninterviews ausgewertet, um Faktoren für gelingende Inklusion bzw. Ursachen für Exklusion und Systemversagen in der Praxis zu identifizieren.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf notwendige systemische Veränderungen in der Jugendhilfe.
Systemsprenger*innen, Jugendhilfesystem, Inklusion, Exklusion, Systemversagen, Erziehungshilfe, Stationäre Unterbringung, Soziale Arbeit, Bindungsverhalten, Biografiearbeit, Empowerment, Fallverstehen, Pädagogische Konzepte, Fallanalyse, Fremdunterbringung.
Die Arbeit setzt sich kritisch mit der Situation von Kindern und Jugendlichen auseinander, die aufgrund ihres herausfordernden Verhaltens und zahlreicher gescheiterter Maßnahmen im Jugendhilfesystem als „Systemsprenger*innen“ bezeichnet werden.
Im Fokus stehen die Definition des Begriffs, die Analyse von Hilfemaßnahmen und stationären Einrichtungen, die Debatten um Inklusion in Schule und Gesellschaft sowie die Evaluation der praktischen Arbeit durch Experteninterviews.
Die Forschungsfrage lautet, in welchem Umfang aktuelle Jugendhilfemaßnahmen in sozialen Einrichtungen zu einer Inklusion dieser Zielgruppe in das Hilfesystem und die Gesellschaft führen und wie eine soziale Integration besser gewährleistet werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und einer qualitativen Analyse von Experteninterviews mit Leitern stationärer Einrichtungen, die nach der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Subjektlogiken, eine Beschreibung der rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen der Jugendhilfe sowie die Auswertung empirisch gewonnener Erkenntnisse zur Arbeitsweise in den Einrichtungen.
Die zentralen Schlagworte sind Inklusion, Exklusion, Systemversagen, Jugendhilfesystem und pädagogische Fallarbeit.
Das Systemversagen ist ein kritischer Kernpunkt, der durch die Experteninterviews belegt wird: Inflexibilität, personelle Unterbesetzung und mangelnde Vernetzung der beteiligten Akteure werden als wesentliche Hindernisse identifiziert.
Die interviewten Fachkräfte stehen der Bezeichnung skeptisch gegenüber. Sie betrachten sie als stigmatisierend und bevorzugen Begriffe wie „intensivpädagogische Klientel“ oder „herausforderndes Verhalten“.
Die Beziehungsarbeit zwischen Betreuer*in und Kind wird als essenzieller, aber kräfteraubender Grundbaustein für jegliche therapeutische Arbeit und spätere Integration identifiziert.
Eine Lösung lässt sich nicht pauschalisieren. Erfolg hängt stark von individuellen Faktoren, einer stabilen Beziehungskontinuität, struktureller Haltgebung für Fachkräfte und einer besseren Verzahnung der beteiligten Systeme ab.
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