Magisterarbeit, 2009
154 Seiten, Note: 1,0
2 EINLEITUNG
2.1 Fragestellung
2.2 Methode und Aufbau
2.3 Einordnung der Thematik in den Forschungsstand
3 DEZENTRALISIERUNG
3.1 Dezentralisierung – vom „Allheilmittel“ zur Demokratisierungsstrategie
3.2 Die Rolle von Institutionen im Prozess gesellschaftlicher Entwicklung
3.3 Dezentralisierung als Reform des politisch-institutionellen Systems
3.4 Faktoren für die Durchsetzbarkeit dezentraler Regulierung
3.4.1 Gesellschaftliche und naturräumliche Einflussfaktoren auf Dezentralisierungsbereitschaft
3.4.2 Politisch-institutionelle Einflussfaktoren auf Dezentralisierungsbereitschaft
3.5 „History matters“ – Spezialfall Entwicklungsländer
3.6 Angestrebte Ziele und mögliche Auswirkungen von Dezentralisierung
3.6.1 Angestrebte Ziele
3.6.2 Mögliche negative Auswirkungen
3.7 Entwicklung durch Dezentralisierung?
4 MOSAMBIK – RAHMENBEDINGUNGEN FÜR REGIONALENTWICKLUNG
4.1 Nationale Rahmenbedingungen
4.1.1 Koloniale Verwaltungstradition (1884 – 1974)
4.1.2 Postkoloniale Verwaltungstradition seit der Unabhängigkeit (ab 1975)
4.1.3 Postkoloniale Verwaltungstradition seit Friedensschluss (ab 1992)
4.1.4 Wirtschaftliche Struktur
4.1.5 Staatsaufbau und die Rolle des Parlaments
4.1.6 Parteiengefüge
4.2 Internationale Rahmenbedingungen – Mosambik in der Region
5 DEZENTRALISIERUNG IN MOSAMBIK
5.1 Warum Dezentralisierung in Mosambik?
5.2 Welche Form der Dezentralisierung für Mosambik?
5.3 Der Prozess der Dezentralisierung bis heute
5.4 Die Akteure im Dezentralisierungsprozess
5.5 Faktoren für die Durchsetzbarkeit dezentraler Reformen in Mosambik
5.5.1 Gesellschaftliche und naturräumliche Einflussfaktoren auf Dezentralisierungsbereitschaft
5.5.1.1 Relative Stärke regionaler Eliten
5.5.1.2 Regionale Verteilung von Ressourcen
5.5.1.3 Kulturelle und naturräumliche Diversität
5.5.2 Politisch-institutionelle Einflussfaktoren auf Dezentralisierungsbereitschaft
5.5.2.1 Stärke der Zentralregierung
5.5.2.2 Sektorale Identität
5.5.2.3 Wahrnehmung der Realität im institutionellen System
6 SCHLUSSBETRACHTUNGEN UND FAZIT
7 DEZENTRALISIERUNG = ENTWICKLUNG? - EIN AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Faktoren für Erfolg oder Misserfolg des nach der Unabhängigkeit initiierten Dezentralisierungsprozesses in Mosambik. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit Dezentralisierungsreformen in einem neo-patrimonialen Kontext die angestrebte Armutssenkung und Entwicklungsförderung tatsächlich erreichen können.
3.4 Faktoren für die Durchsetzbarkeit dezentraler Regulierung
"The most important factors include: the willingness of local officials to support and perform decentralized management functions, the quality of local leadership, the attitudes of local rural people towards government, and the degree to which traditional customs and behavior are compatible with decentralized procedures for planning, decision-making and management. All these are "soft" variables; they are difficult to deal with in a policy or operational sense."
Rondinelli et al., 1984: 52
Fundamental wichtig für einen potenziellen Erfolg von Dezentralisierungsprogrammen ist nach Rauch (2001) zunächst die Existenz eines detaillierten Konzeptes für die Umsetzung, worin rechtliche und politische Grundlagen sowie starke Träger für Steuerung und Koordination klar benannt werden. Auch Rondinelli et al. (1984) identifizieren als einen Hauptfaktor für die erfolgreiche Umsetzung von Dezentralisierungsreformen „the Effective Design and Organization of Decentralization Programs“ (Rondinelli et al., 1984: 57). Die Ausarbeitung und Umsetzung derartiger Konzepte geschieht vor Ort in der Regel mit Unterstützung internationaler Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit.
2 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Dezentralisierungsprozesses in Mosambik und Definition der Forschungsfragen sowie methodischer Aufbau.
3 DEZENTRALISIERUNG: Theoretische Auseinandersetzung mit Dezentralisierungskonzepten, deren Entwicklung von einer normativen zu einer funktionalen Debatte sowie Vorstellung relevanter Einflussfaktoren.
4 MOSAMBIK – RAHMENBEDINGUNGEN FÜR REGIONALENTWICKLUNG: Analyse der historischen, politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Mosambiks, inklusive der Verwaltungstraditionen seit der Kolonialzeit.
5 DEZENTRALISIERUNG IN MOSAMBIK: Detaillierte Untersuchung des Dezentralisierungsprozesses, der Akteure sowie der spezifischen gesellschaftlichen und institutionellen Einflussfaktoren auf die Durchsetzbarkeit der Reformen.
6 SCHLUSSBETRACHTUNGEN UND FAZIT: Zusammenführende Bewertung der analysierten Einflussfaktoren und Abwägung der drei aufgestellten Thesen.
7 DEZENTRALISIERUNG = ENTWICKLUNG? - EIN AUSBLICK: Kritische Reflexion des Zusammenhangs von Dezentralisierung und Armutssenkung unter Berücksichtigung aktueller Forschungsergebnisse.
Mosambik, Dezentralisierung, Entwicklungspolitik, Institutionen, Neo-Patrimonialismus, Regionalentwicklung, Verwaltungstradition, Politische Partizipation, Armutssenkung, Lokale Autarkien, Zivilgesellschaft, Traditionelle Autoritäten, Governance, Verwaltungsreform, Demokratisierung.
Die Magisterarbeit analysiert den politischen und administrativen Dezentralisierungsprozess in Mosambik und untersucht, welche Faktoren dessen Erfolg oder Misserfolg hinsichtlich der angestrebten Armutssenkung beeinflussen.
Die zentralen Themenfelder umfassen theoretische Grundlagen der Dezentralisierung, die spezifische historische und politische Situation Mosambiks, die Analyse von Einflussfaktoren auf lokale Reformen sowie die Rolle gesellschaftlicher und politischer Akteure.
Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf den Dezentralisierungsprozess zu identifizieren und zu bewerten, um eine fundierte Prognose darüber abzugeben, ob und wie diese Reformen zur Entwicklungsförderung beitragen können.
Die Arbeit folgt einer deduktiven Vorgehensweise, kombiniert eine Literaturanalyse mit der Auswertung von Gesetzestexten und nutzt die Ergebnisse eigener qualitativer Experteninterviews aus Mosambik für die Faktorenanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse der spezifischen mosambikanischen Rahmenbedingungen (Geschichte, Politik, Wirtschaft) sowie eine detaillierte Faktorenanalyse, die gesellschaftlich-naturräumliche und politisch-institutionelle Aspekte einbezieht.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dezentralisierung, Mosambik, Institutionen, Neo-Patrimonialismus, politische Partizipation, lokale Autarkien und Zivilgesellschaft charakterisieren.
Die Arbeit stellt fest, dass traditionelle Autoritäten in ländlichen Gebieten eine hohe Legitimität besitzen, ihre Einbindung jedoch durch die Zentralregierung problematisch gestaltet wurde, was sie zu einem ambivalenten, aber essenziellen Faktor für den Erfolg lokaler Reformen macht.
Sie kommt zu einem ernüchternden Schluss: Eine automatische positive Korrelation ist angesichts der neo-patrimonialen Struktur des Staates und fehlender Kapazitäten auf lokaler Ebene nicht gegeben; Armutssenkung durch Dezentralisierung bleibt nach aktuellem Erkenntnisstand in Mosambik eher ein Mythos.
Dabei handelt es sich um städtische Gemeinden mit rechtlicher Selbstverwaltung. Die Arbeit kritisiert jedoch, dass diese Autonomie in der Praxis durch eine starke staatliche Vormundschaft und mangelnde Ressourcen stark eingeschränkt ist.
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