Bachelorarbeit, 2023
28 Seiten, Note: 1,3
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1 Einleitung
1.1 Die Frage der Wahlen in Autokratien
2 Die Funktionen von Wahlen in Autokratien in der Literatur
2.1 Zum Funktionsbegriff
2.2 Elitenkooptation
2.3 Oppositionskooptation
2.4 Informationssammlung
2.5 Legitimation
3 Ländervergleich: Ägypten
3.1 Politisches System Ägyptens
3.2 Elitenkooptation Ägypten
3.2.1 Auswahlproblem
3.2.2 Verpflichtungs- und Kontrollprobleme
3.2.3 Klientelistische Inklusion
3.3 Oppositionskooptation
3.4 Informationssammlung
3.5 Legitimation Ägypten
4 Ländervergleich: Belarus
4.1 Politisches System Belarus
4.2 Elitenkooptation
4.2.1 Auswahlproblem
4.2.2 Verpflichtungs- und Kontrollprobleme
4.2.3 Inklusion des Elektorats
4.3 Oppositionskooptation
4.4 Informationsfunktion
4.5 Legitimation
4.6 Andere Funktionen:
5 Fazit
Die Arbeit untersucht die stabilisierende Rolle von Wahlen in autokratischen Regimen und geht der zentralen Forschungsfrage nach, wozu Wahlen in Diktaturen dienen, wenn sie keine demokratischen Standards erfüllen. Durch einen theoriegeleiteten Vergleich zwischen Ägypten und Belarus analysiert die Autorin, wie autoritäre Herrschaft durch spezifische Wahlfunktionen wie Kooptation, Informationsgewinnung und Legitimation aufrechterhalten wird.
1.1 Die Frage der Wahlen in Autokratien
Immer mehr Autokratien halten Wahlen ab (vgl. Schedler 2002: 36; Gandhi und Lust-Okar 2009: 404; Clark et al. 2017: 372). Dies gilt vor allem für Regime, die von Parteien regiert werden (vgl. Geddes et al. 2018: 137). In der dritten Welle der Autokratieforschung nahm in der Politikwissenschaft die Beschäftigung mit der Rolle von Wahlen in Autokratischen Regime zu. Zuvor ging man davon aus, Wahlen seien entweder bloße demokratische Fassade oder ein erster Schritt in Richtung Demokratisierung (vgl. Clark et al. 2017: 373). Beides stellte sich in jüngerer Forschung als unzutreffend heraus (vgl. ebd.). Im Zuge der erhöhten Beschäftigung mit Wahlen zeigte sich, dass sie tatsächlich die Stabilität eines Regimes erhöhen können (vgl. Gandhi und Przeworski 2007: 1280).
Viele sehen dieses Phänomen als neue Form der Diktatur an, den sogenannten electoral authoritarianism (vgl. Diamond 2002: 26; Schedler 2002: 36; Miller 2017: 19). Andere sehen es als ein Merkmal, das in jeglicher Form der Autokratie Platz finden kann und je nach Vor- und Nachteilen für den Regimeherrscher eingesetzt wird (vgl. Clark et al. 2017: 373). Doch wie genau können Wahlen zur Regimestabilität beitragen? Wozu dienen sie in Autokratischen Regime, in denen sie keine echten demokratischen Funktionen erfüllen?
Um diese Forschungsfrage zu beantworten, führe ich einen theoriegeleiteten Vergleich zweier sogenannter hegemonischer Wahlautokratien durch. Diktaturen, die Wahlen abhalten, werden in der Literatur, die sie als eigener Regimetyp klassifiziert, in hegemonische und kompetitive Systeme unterschieden. Wahlen in hegemonischen Regime haben bedeutend weniger Einfluss auf die „Auswahl des politischen Führungspersonals“ (Stykow 2013: 246). Die Partei oder die Unterstützer des Herrschers gewinnen stets mit äußerst hohen Stimmanteilen (vgl. Diamond 2002: 31f; Clark et al. 2017: 373). Der Herrscher ist also unbesiegbar, während das Wahlergebnis in kompetitiven Wahldiktaturen einer tatsächlichen Unsicherheit unterliegt (vgl. Schedler 2002: 47) und zuvor echter, kompetitiver Wettbewerb stattfindet (vgl. Diamond 2002: 31; Howard und Roessler 2006: 367).
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Relevanz von Wahlen in autokratischen Systemen und definiert das Forschungsziel, mittels eines Ländervergleichs zwischen Ägypten und Belarus die stabilisierenden Funktionen solcher Wahlen zu untersuchen.
2 Die Funktionen von Wahlen in Autokratien in der Literatur: Das Kapitel systematisierte theoretische Ansätze zu Wahlfunktionen in autokratischen Regimen, insbesondere im Hinblick auf Eliten- und Oppositionskooptation, Informationssammlung sowie Legitimationsstrategien.
3 Ländervergleich: Ägypten: Hier wird untersucht, wie Ägypten als Militärauktokratie Wahlen zur Absicherung der Herrschaft verwendet, wobei Fokus auf der Verankerung des Militärs und der Unterdrückung von Opposition liegt.
4 Ländervergleich: Belarus: Dieses Kapitel analysiert das personalistische Regime in Belarus, das durch ein eng kontrolliertes Netzwerk und spezifische Legitimationsmodelle Wahlen zur Machtstabilisierung einsetzt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt, dass Wahlfunktionen je nach Kontext wie Militärherrschaft oder personalistischer Autokratie variieren, und diskutiert die Bedeutung von Repression und externer Abhängigkeit.
Wahlautokratie, Autokratieforschung, Ägypten, Belarus, Elitenkooptation, Repression, Machterhalt, Politische Stabilität, Legitimation, Informationssammlung, Wahlsystem, Regimestabilität, Opposition, Militärherrschaft, Authoritarianism
Die Arbeit analysiert die Funktion von Wahlen in autokratischen Regimen und untersucht, warum autoritäre Herrscher Wahlen abhalten, obwohl diese keine demokratischen Kriterien erfüllen.
Die zentralen Themen sind der Machterhalt durch Kooptation, die Steuerung politischer Eliten, die Repression der Opposition sowie der gezielte Aufbau von Legitimität durch prozedurale Wahlen.
Das primäre Ziel ist es, in einem theoriegeleiteten Vergleich zwischen Ägypten und Belarus aufzuzeigen, wie und warum Wahlen zur Stabilität von Autokratien beitragen können.
Die Autorin verwendet eine systematische Literaturanalyse sowie ein "most different systems design", um die Funktionsweisen von Wahlen in unterschiedlich strukturierten Autokratien zu vergleichen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen Systeme von Ägypten und Belarus, untersucht spezifische Mechanismen wie die Elitenkooptation und Oppositionsunterdrückung und bewertet die jeweilige Legitimationsstrategie.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie "Wahlautokratie", "Elitenkooptation", "Repression" und "Regimestabilität" aus.
In Ägypten sichert das Militärnetzwerk als Institution die Herrschaft und Kontrollfunktion, während in Belarus ein personalistisches, auf Lukašenka zentriertes Pyramidennetzwerk die Machtvertikale festigt.
Da das aktuelle Regime in Ägypten aus einem Militärputsch hervorging, waren Wahlen essenziell, um einen Anschein von prozeduraler Legitimität zu schaffen und weiterhin internationale Unterstützung zu sichern.
Diese Gruppen werden in Ägypten eingesetzt, um internationale Wahlergebnisse positiv zu kommentieren und so den Eindruck zu erwecken, die Wahlen würden demokratischen Standards entsprechen.
Das belarussische Regime kooptierte die Zivilgesellschaft lange durch apolitische Freiheiten und wirtschaftliche Stabilität, während das ägyptische Regime primär auf eine umfassende Militarisierung und Repression setzt.
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