Masterarbeit, 2019
73 Seiten, Note: 1,0
EINLEITUNG
I DIE KATEGORIEN DES BÖSEN
1. ZUR DEFINITION DES BÖSEN
2. ZUR THEODIZEEFRAGE
2.1. Theodizee als Thema der Philosophie
2.2 „Theodizee“ als biblisches Thema
2.3 Leid im Judentum – Erwählungsbewusstsein und Holocaust
2.4 Das Problem der natürlichen Übel
3. ZWISCHENFAZIT I – ZUR DISKUSSION VON PHILOSOPHIE UND THEOLOGIE
II HANNAH ARENDT
4. ZUR PERSON
5. DAS BÖSE
5.1 Totalitarismus und Eichmann in Jerusalem
5.2 Das radikal und das banal Böse
6. URTEILEN – HANDELN UND VERZEIHEN
6.1 Urteilen und Handeln
6.2 Verzeihen
7. GOTT UND DAS BÖSE
8. ZWISCHENFAZIT II - ARENDT
III INGOLF U. DALFERTH
9. ZUR PERSON
10. DAS BÖSE
10.1 Als Wirklichkeit
10.2 Gut und Böse als Beurteilung
10.3 Die Kontingenz des Bösen
10.4 Sinnzuschreibung und Kulturbildung
11. DAS BÖSE ALS DENKFORM
11.1 Die Entwicklung zur Denkform des Bösen
11.2 Zur Sinngeschichte des Bösen
12. THEOLOGISCHE PERSPEKTIVE UND ÜBERWINDUNG VON LEID
12.1 Menschliche Unterscheidungsfähigkeit und göttlicher Ortswechsel
12.2 Bewältigung von Bösem
13. ZWISCHENFAZIT III - DALFERTH
IV ARENDT UND DALFERTH IM VERGLEICH
14. ZWEI PERSPEKTIVEN
15. DAS BÖSE
15.1 Definition des Bösen
15.2 Zur Ursache
15.3 Das Böse und die Shoah
15.4 Umgang und Überwindung
15.5 Gott und die Theodizee
16. ZWISCHENFAZIT IV: GEMEINSAMKEITEN UND UNTERSCHIEDE
V FAZIT
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Verständnis des Bösen zu beleuchten, indem sie die unterschiedlichen Perspektiven von Hannah Arendt und Ingolf U. Dalferth in einen wissenschaftlichen Vergleich setzt, um der Frage nachzugehen, wie das Böse im menschlichen Handeln und in der Theologie verortet und bewältigt werden kann.
5.1 Totalitarismus und Eichmann in Jerusalem
Geprägt durch ihre eigene Herkunft und Geschichte beschäftigte sich Hannah Arendt intensiv mit der Entstehung des Dritten Reiches und den Gründen für die Katastrophe der Massenvernichtung der Juden. In ihrem erstem Hauptwerk Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, das sie 1951 veröffentlichte, ging sie der Frage nach, wie die Katastrophe der totalitären Regime im 20. Jahrhundert entstehen konnten. Ihr Ziel war es durch diese Auseinandersetzung zu verstehen, welche Voraussetzungen dazu gegeben sein müssen. Nur unter diesen Bedingungen kann verhindert werden, dass sich der Totalitarismus etabliert.
Arendt sah den Totalitarismus als neues Phänomen des 20. Jahrhunderts und identifizierte verschiedene Merkmale, wie totale Ideologie, Kollektivismus, Verlust individueller und bürgerlicher Freiheiten und den Verzicht auf Gewaltenteilung. Jede politische Orientierung ist zu solchen Systemen möglich. Entscheidend in dieser neuartigen Ausprägung ist nach Hannah Arendt die Tatsache, dass die Ideologie auch im privaten Leben vollständig präsent war. Diese Ideologien sind nach Arendt eine Art von „Suprasinn, durch den in absoluter […] Stimmigkeit jede, auch die absurdeste Handlung und Institution ihren Sinn empfängt.“ Der Totalitarismus vernichtet alle Freiheit und so werden die Regeln des Alltags zur grundlegenden Logik bestimmt. Der öffentliche Raum ist dabei der Ort, an dem dies erfahren werden kann.
EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Bösen als einer für den Menschen ungreifbaren Realität und Vorstellung des Vergleichs zwischen Arendt und Dalferth.
I DIE KATEGORIEN DES BÖSEN: Historischer Abriss zur Theodizeefrage und philosophischen sowie theologischen Definitionsversuchen des Bösen.
II HANNAH ARENDT: Analyse des Totalitarismus und Eichmanns, Einführung der Konzepte des banalen und radikalen Bösen sowie die Bedeutung von Urteilen und Verzeihen.
III INGOLF U. DALFERTH: Darstellung der religionsphilosophischen Sichtweise Dalferths, insbesondere die Kontingenz des Bösen und dessen Funktion als Denkform.
IV ARENDT UND DALFERTH IM VERGLEICH: Gegenüberstellung der beiden Ansätze hinsichtlich ihrer Perspektiven auf das Böse, Ursachen und Überwindungsstrategien.
V FAZIT: Zusammenfassung der Erkenntnisse, dass sowohl Theodizee als auch Anthropodizee scheitern, das Böse jedoch praktisch durch verantwortliches Handeln und christliche Hoffnung angegangen werden muss.
Die Macht des Bösen, Theodizee, Hannah Arendt, Ingolf U. Dalferth, Totalitarismus, Eichmann in Jerusalem, Banalität des Bösen, Radikalität des Bösen, Kontingenz, Leid, Handeln, Verzeihen, Religion, Philosophie, Anthropodizee.
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Bösen anhand eines Vergleichs zwischen den Ansätzen der politischen Philosophin Hannah Arendt und des Religionsphilosophen Ingolf U. Dalferth.
Die Arbeit behandelt die Theodizeefrage, das Verständnis von Übel als Phänomen, die Rolle menschlicher Verantwortung und die Frage, wie mit Sinnlosigkeit in der Welt umgegangen werden kann.
Es wird untersucht, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Entwürfe von Arendt und Dalferth aufweisen und welcher Mehrwert aus diesem Vergleich für das Verständnis und den Umgang mit dem Bösen gezogen werden kann.
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, indem sie die zentralen Begriffe und Konzepte beider Theoretiker (wie das "banale Böse" bei Arendt und die "Kontingenz des Bösen" bei Dalferth) analysiert und hinsichtlich ihrer Theodizee-Perspektiven vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Ansätze Hannah Arendts und Ingolf Dalferths, gefolgt von einem direkten Vergleich ihrer Positionen zu Definition, Ursache und Überwindung des Bösen.
Zentrale Begriffe sind Theodizee, Banalität des Bösen, Totalitarismus, Kontingenz und das Handeln als Mittel zur Bewältigung des Bösen.
Arendt sieht in Eichmann keine dämonische Gestalt, sondern einen ungebildeten, gedankenlosen Menschen, dessen Banalität in der Abwesenheit des Willens und der Urteilsfähigkeit besteht.
Während Arendt das Böse politisch und phänomenologisch außerhalb verortet, betrachtet Dalferth es als eine religionsphilosophische Herausforderung innerhalb der Existenz, die stets auf eine Ausrichtung auf Gott angewiesen ist.
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