Masterarbeit, 2009
176 Seiten
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
2. Europa und die Europäische Union
2.1 Herausforderungen der Europäischen Union
2.2 Defizite der Europäischen Union
3. Identität: Ursprünge der Forschung
3.1 Definition und Konzepte
3.2 Herausbildung von europäischer Identität
3.2.1. Substantialismus
3.2.2. Funktionalismus
3.2.3. Prozeduralismus
3.3 Nationale Identität versus Europäische Identität
3.4 Dimensionen einer europäischen Identität
3.4.1. Politische Dimension
3.4.2. Kulturelle Dimension
3.4.3. Wirtschaftliche Dimension
3.4.4. Geographische Dimension
3.4.5. Rechtliche Dimension
3.5 Bisherige Operationalisierung von europäischer Identität
3.5.1. In-groups versus out-groups
4. Methodische Umsetzung
4.1 Forschungsziel
4.1.1. Forschungsfragen und Operationalisierung
4.1.2. Die Verfassungsdebatte als Untersuchungsgegenstand
4.2 Stichprobenauswahl
4.2.1. Auswahl der Untersuchungsländer
4.2.2. Festlegung des Stichprobenzeitraums und des Samplings der Zeitungsartikel
4.2.3. Medienauswahl
4.3 Die Frame-Analyse als Untersuchungsinstrument
4.3.1. Die Entwicklung des Kategoriensystems
4.4 Vorbemerkungen zur statistischen Auswertung
4.4.1. Intra-Kodierer-Reliabilitätstest
5. Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Allgemeine Merkmale der Daten
5.2 Wir-Bezüge in der europäischen Verfassungsdebatte
5.3 Abgrenzung nach außen
5.4 Im Detail: die häufigsten Frames
5.5 Beziehung zwischen Wir-Bezügen, Frames, Sprechern, Nationalitäten und Funktionen
5.6 Was sagt uns das über eine europäische Identität?
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit in der europäischen Verfassungsdebatte eine nationale oder europäische Perspektive eingenommen wird und ob die Ergebnisse auf die Herausbildung einer kollektiven europäischen Identität schließen lassen. Dabei wird analysiert, wie sich Deutschland, Österreich und die Schweiz in ihrer Identitätswahrnehmung unterscheiden.
3.1 Definition und Konzepte
Identität wurde in vielen wissenschaftlichen Disziplinen untersucht, wobei der Begriff in den meisten Fällen recht unterschiedlich definiert wird oder sich die Art und Weise der Messung unterscheidet (Hermann/Brewer 2004, S. 4). Kantner (2006, S. 506) schreibt: „‘Identity‘ tends to be a catch-all phrase for the presumably needed ‘thick’ moral underpinning of social and political order”. Auch Kohli (2002, S. 111) resümiert: “Für manche ist er [der Identitätsbegriff] nur noch ein Unwort: unspezifisch, vage, leer”.
Häufig findet man die Unterscheidung zwischen einer personalen und einer kollektiven Identität (u. a. bei Breakwell 2004). Eine personale Identität resultiert aus einem familiären und kulturellen Netzwerk, aus der bestimmte Persönlichkeitseigenschaften entstehen. Die personale Identität ist somit eine Form der Identifikation, die direkt auf das Selbst des Individuums abzielt (Bruter 2005, S. 9f.). Als Gegenstück zur personalen Identität wird die kollektive Identität gesehen. Diese entsteht nicht aus dem Nichts heraus, sondern wird sozial konstruiert und zwar als Konsequenz von bewussten oder unbewussten Interaktionen, welche sinngemäß sozial ausgerichtet und strukturiert sind (Eisenstadt/Giesen 1995, S. 74). Deshalb sprechen auch einige Autoren von sozialer anstelle von kollektiver Identität (Schumacher 2007, S. 5). Die Begriffe sind eng miteinander verknüpft und stehen, so Claudia Schumacher (2007, S. 5f.) in einer „reziproken Beziehung“, denn die „personale Identität wird in den meisten Fällen ‚sozial‘ in dem Sinne, dass sie Beziehungen zu anderen Menschen […] herstellt“.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Krise der Europäischen Union im Kontext der gescheiterten Verfassungsreferenden und führt in die Fragestellung der kollektiven europäischen Identität ein.
2. Europa und die Europäische Union: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung der EU von der EGKS bis zur aktuellen Vertragslage und arbeitet die institutionellen sowie demokratischen Defizite der Union heraus.
3. Identität: Ursprünge der Forschung: Hier werden theoretische Grundlagen zur Identitätsforschung dargelegt, insbesondere die Abgrenzung zwischen Substantialismus, Funktionalismus und Prozeduralismus sowie die Bedeutung von Inklusion und Exklusion.
4. Methodische Umsetzung: Dieser Abschnitt beschreibt das methodische Design der Untersuchung, inklusive der Frame-Analyse, der Stichprobenauswahl der untersuchten Zeitungen und der Kategorienbildung.
5. Ergebnisse der Untersuchung: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde der Inhaltsanalyse, analysiert die Wir-Bezüge sowie die häufigsten Frames und setzt diese in Bezug zu Sprechergruppen und Nationalitäten.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Rolle der politischen Kommunikation für die Herausbildung einer europäischen Identität im Kontext der Kluft zwischen Elite und Bevölkerung.
Europäische Identität, Europäische Union, Verfassungsdebatte, Frame-Analyse, Kollektive Identität, Politische Kommunikation, Europa, Wir-Bezüge, Inklusion, Exklusion, Demokratiedefizit, Medienanalyse, Politische Elite, Transnationale Öffentlichkeit.
Die Arbeit untersucht, ob und wie in deutschen, österreichischen und schweizerischen Zeitungen über eine europäische Identität im Kontext der Verfassungsdebatte berichtet wird.
Die zentralen Themen sind europäische Integration, Verfassungsdebatte, nationale vs. europäische Identität sowie die Rolle der Medien bei der Vermittlung politischer Prozesse.
Die Forschungsfrage lautet: Inwieweit ähnelt sich aufgrund der geographischen Nähe sowie der Mitgliedschaft in der EU eine kollektive Identität der Europäer in Deutschland und Österreich im Vergleich zum Nicht-EU-Mitglied Schweiz?
Es wird eine Kombination aus quantitativer Inhaltsanalyse (Wir-Bezüge) und einer qualitativen Frame-Analyse zur Bestimmung von Deutungsmustern eingesetzt.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Ursprünge der Identitätsforschung, die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierte empirische Auswertung der Zeitungsartikel.
Europäische Identität, Europäische Union, Verfassungsdebatte, Frame-Analyse, Kollektive Identität und Politische Kommunikation.
Die Schweiz fungiert als Vergleichsland, um den Einfluss einer EU-Mitgliedschaft auf die Herausbildung einer europäischen Identität und das Sprechen über europäische Themen zu kontrastieren.
Es zeigt sich, dass in Deutschland und Österreich eine überwiegend europäische Perspektive in den untersuchten Medien dominiert, was auf eine sich herausbildende europäische Kommunikationsgemeinschaft hindeutet.
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