Masterarbeit, 2008
121 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Relevanz
1.3. Aufbau der Arbeit
2 Forschungsgegenstand
2.1. Online Community im Runet
2.2. Begriffsdefinition und Einordnung: Online Community
2.3. On- und Off-Unterschiede
2.4. Gemeinschaft, Gesellschaft und Online Community
2.5. Sozialer Transfer
3 Theoretische Einordnung
3.1. Struktur von Online-Communities
3.2. Veränderung von Struktur
3.3. Place Identity
3.3.1. Members
3.3.2. Selbstpräsentation online
3.3.3. Interaktion.
3.3.4. Shared goal: Befriedigung der sozialen Bedürfnisse
3.4. Place Attachment. Affektive Gründe des sozialen Transfers
3.4.1. Low social presence
3.4.2. Emotionen
3.5. Zwischenfazit
4 Hypothesen und theoretisches Modell der Forschung
4.1. Theoretisches Modell der Forschung
4.1.1. Abhängige Variable: sozialer Transfer
4.1.2. Unabhängige Variable: Interne Faktoren
4.1.3. Unabhängige Variable: Externe Faktoren
4.2. Hypothesen
5 Methodische Umsetzung
5.1. Qualitative Studie
5.1.1. Methodenauswahl
5.1.2. Operationalisierung und Gestaltung des Leitfadens
5.1.3. Durchführung der Studie
5.1.4. Transkription und Analyse der Interviews
5.2. Quantitative Studie
5.2.1. Methodenauswahl
5.2.2. Design der Studie
5.2.3. Operationalisierung
5.2.4. Umsetzung des Fragebogens
5.2.5. Durchführung der Studie
6 Ergebnisse
6.1. Ergebnisse der qualitativen Studie
6.1.1. Motivation zur Teilnahme an der Online Community
6.1.2. Betrachtung der Möglichkeiten von Online Unterhaltung
6.1.3. Interaktionen im Offline. Die Gründe.
6.1.4. Zwischenfazit
6.2. Ergebnisse der quantitativen Studie
6.2.1. Motivation der Nutzung von Online-Communities
6.2.2. Die Rolle von Identität in der Online-Kommunikation
6.2.3. Einstellung zu Online-Kommunikation
6.2.4. Sozialer Transfer
6.2.5. Zwischenfazit: Überprüfung der Hypothesen der Studie
7 Fazit und Ausblick
7.1. Beantwortung der Forschungsfragen
7.2. Sozialer Transfer als soziale Technologie
7.3. Blick in der Zukunft
Die Arbeit untersucht die Gründe für den "sozialen Transfer", also den Übergang von Online-Interaktionen hin zu Offline-Beziehungen. Das primäre Ziel ist es, die Voraussetzungen und Faktoren zu identifizieren, unter denen Online-Communities zu einer Basis für reale, "reale" Interaktionen werden können, wobei das russischsprachige Internet (Runet) als primäres Beispiel dient.
1.1. Problemstellung
Das moderne Russland bezeichnen viele Autoren einerseits als anonymisierte Gesellschaft mit fehlender sozialer Kooperation und Zusammenarbeit, anderseits kann man aber verschiedene Spuren von Zwangskollektivierung ermitteln, die in Form von mächtiger sozialer Kontrolle und Intoleranz zu verschiedenen Arten des individualistischen Verhalten ausgeprägt ist (vgl. ISRAS, 2007; Troschkin, 1991; Grineva, 2004).
Die Verbreitung der neuen Web 2.0-Technologien hat zu Entstehung neuartiger Formen der sozialen Kommunikation und Organisation geführt, die einen neuen sozialen Raum geschaffen haben und den Menschen von den vielen Beschränkungen der eigenen Gesellschaft befreit haben. Tatsächlich bieten die Web 2.0 Dienste den Individuen die Möglichkeit, den gewünschten sozialen Kontext zu schaffen und sich im Internet vor der Realität zu verstecken. Auf diese Weise entstehen in den sozialen Netzen Blogs, virtuelle Welten und Online-Gruppen, wo sich die Teilnehmer über gewünschte Themen unterhalten und gleichzeitig neu vernetzt werden können durch die Schaffung alternativer Gemeinschaften.
Die soziale Folge dieses Prozesses kann man schon jetzt beobachten. Das Runet (die russischsprachige Form des Internet) wurde zur alternativen sozialen Welt für viele Nutzer. Einige Wissenschaftler bezeichnen das heutige „Runet“ (vgl. Scherbina, 2009; Konradowa, 2005; Kovalenko, 2005) als Parallelgesellschaft, die unabhängig von dem Russland abseits der virtuellen Welt existiert. Im realen „Offline“-Russland gibt es keine politische Konkurrenz, keine Diskussionen, fast keine bürgerliche Aktivität. Online ist das alles anders: Communities, Aktionen, Ideologische Auseinandersetzungen – das alles findet sich hier.
Die Frage, die aufgrund sozialer Gründe äußerst relevant ist, lautet wie folgt: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Offline- und Online-Russland? Existieren diese zwei Welten unabhängig voneinander oder gibt es irgendwelche Schnittpunkte?
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der sozialen Entwicklung im modernen Russland ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Umwandlung von Online- in Offline-Beziehungen.
2 Forschungsgegenstand: Es wird die Nutzung von Online-Communities im Runet analysiert, der Begriff der Online-Community definiert und die Grundlagen des "sozialen Transfers" dargelegt.
3 Theoretische Einordnung: Dieses Kapitel betrachtet die Struktur von Online-Communities und analysiert rationale sowie affektive Faktoren wie Identität, soziale Präsenz und Emotionen.
4 Hypothesen und theoretisches Modell der Forschung: Hier werden die vorangegangenen theoretischen Erkenntnisse zu einem Modell zusammengeführt und konkrete Hypothesen über die Einflussfaktoren des sozialen Transfers formuliert.
5 Methodische Umsetzung: Dieser Teil beschreibt das qualitative und quantitative Forschungsdesign, einschließlich der Leitfadeninterviews und der zweiphasigen Online-Befragung.
6 Ergebnisse: Kapitel 6 präsentiert die empirischen Befunde aus den Interviews und der quantitativen Befragung und überprüft die aufgestellten Hypothesen.
7 Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Forschungsfragen beantwortet und der soziale Transfer als Management-Technologie sowie potenzielle zukünftige Entwicklungen diskutiert.
Sozialer Transfer, Online-Community, Runet, Identität, Personale Identität, Soziale Identität, Offline-Interaktionen, Web 2.0, Soziale Netzwerke, Kommunikation, Gemeinschaft, Gesellschaft, Online-Sozialisation, Nutzermotivation, Russland
Die Arbeit untersucht den Prozess, bei dem sich online geknüpfte soziale Beziehungen in Interaktionen im realen Leben (Offline) verwandeln, fokussiert auf das russischsprachige Internet.
Die Themen umfassen die soziologische Identitätsforschung, Kommunikationstheorien im Internet (Medienpsychologie) und die Analyse von sozialen Netzwerken in Russland.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Unter welchen Voraussetzungen können Online- in Offline-Beziehungen umgewandelt werden?“
Es wird ein methodischer Mix aus einer qualitativen Vorstudie (Experten-Interviews) und einer quantitativen Panel-Studie (Online-Befragung zu zwei Zeitpunkten) angewandt.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung des Modells, der Operationalisierung der Faktoren (Identität, Motivation, Einstellung) und der empirischen Auswertung der Daten.
Die wichtigsten Begriffe sind sozialer Transfer, Online-Community, Identitätskonzept, Runet und die Transformation von sozialen Beziehungen.
Identität wird als steuernde Kraft gesehen; Nutzer suchen im Online-Raum nach einer Umgebung, die ihr Selbstbild besser widerspiegelt als ihre reale Umgebung, und streben danach, diese Identität durch Treffen im realen Leben zu bestätigen.
Die Studie belegt, dass das "Runet" oft als Ersatz für mangelnde reale politische und soziale Räume fungiert und Nutzer ihre Online-Aktivitäten als Weg zur Kompensation unbefriedigender sozialer Bedingungen im realen Alltag nutzen.
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