Bachelorarbeit, 2023
42 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Zum Verhältnis der Sozialen Arbeit und dem digitalen Wandel
2. Der digitale Wandel als Anforderungsfeld in der Kinder- und Jugendhilfe
2.1 Verortung der Kinder- und Jugendhilfe
2.2 Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe
2.3 Auswirkung des digitalen Wandels auf die Kinder- und Jugendhilfe
3. Diskurs über das Digitale in der Kinder- und Jugendhilfe
4. Kernbegriffe des digitalen Wandels
4.1 Digitalisierung
4.2 Digitalität
4.3 Mediatisierung
5. Einordnung der Kernbegriffe in das Feld Kinder- und Jugendhilfe
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine präzise begriffliche Differenzierung und Einordnung für den Diskurs über digitale Transformation innerhalb der Kinder- und Jugendhilfe (KJH) vorzunehmen. Angesichts der oft unscharfen Verwendung von Termini wie Digitalisierung, Digitalität und Mediatisierung wird erforscht, wie diese Begriffe theoretisch und praktisch voneinander abgegrenzt werden können, um eine fundierte Handlungspraxis in der KJH zu ermöglichen.
2.2 Adressat*innen der Kinder- und Jugendhilfe
„Das Alltaghandeln, die Alltagsräume sowie die Sozialisationskontexte von Kindern und Jugendlichen sind von Medien durchdrungen bzw. finden in diesen statt“ (Alfert 2018: 528). Kinder und Jugendliche sind dementsprechend mit Einsetzen des digitalen Wandels, neben klassischen Medienformen wie Büchern, bereits von klein auf auch mit digitalen Medien konfrontiert (vgl. Fleischer/Hajok 2019: 60). Dieser Prozess hin zu der selbstverständlichen und omnipräsenten Nutzung digitaler Medien in immer jüngeren Lebensphasen zeigt auch ein Blick in die empirischen Daten.
Zentral für einen Überblick innerhalb Deutschlands sind die Längsschnittstudien KIM (MPFS 2020) und JIM (MPFS 2022) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Diese zeichnen ein Bild sowohl von einer homogenen wie gleichermaßen diversen digitalen Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen. Homogen insofern, da insbesondere bei Jugendlichen bzw. in der Altersgruppe zwischen 12 und 19 Jahren 96 % der Befragten ein eigenes Smartphone besitzen (vgl. MPFS 2022: 7–9). Die Zahl nimmt bis zur höchsten Altersgruppe sogar bis 99 % zu (vgl. ebd.). Der Besitz eines Smartphones wird dann ebenfalls noch ggf. durch die Nutzung weiterer digitaler Endgeräte wie Tablets, Smartwatches oder Laptops ergänzt (vgl. ebd.: 7). Und auch bereits aus der Befragung der jüngeren Altersgruppe im Rahmen der KIM-Studie geht hervor, dass eine alltägliche Nutzung von digitalen Medien für viele Kinder spätestens mit dem Besuch einer weiterführenden Schule beginnt (vgl. MPFS 2020: 14–25). Darüber hinaus geben 94 % der befragten Jugendlichen in der JIM-Studie an, dass sie täglich oder zumindest mehrmals die Woche das Internet nutzen (vgl. MPFS 2022: 14).
1. Zum Verhältnis der Sozialen Arbeit und dem digitalen Wandel: Das Kapitel beleuchtet die zunehmende gesellschaftliche und fachliche Verflechtung von Sozialer Arbeit und digitalen Prozessen sowie den damit einhergehenden Handlungsdruck auf Träger und Fachkräfte.
2. Der digitale Wandel als Anforderungsfeld in der Kinder- und Jugendhilfe: Hier wird die KJH als staatliche Institution verortet und analysiert, wie sich der digitale Wandel in der Lebenswelt der Zielgruppe und der Fachpraxis niederschlägt und welche strukturellen Anforderungen daraus resultieren.
3. Diskurs über das Digitale in der Kinder- und Jugendhilfe: Dieses Kapitel identifiziert unterschiedliche Argumentationslinien im fachlichen Diskurs und verdeutlicht die Problematik der bisherigen oft unscharfen Begriffsverwendung.
4. Kernbegriffe des digitalen Wandels: Die Begriffe Digitalisierung, Digitalität und Mediatisierung werden theoretisch hergeleitet und in ihrer spezifischen Bedeutungsebene für den Kontext der KJH präzisiert.
5. Einordnung der Kernbegriffe in das Feld Kinder- und Jugendhilfe: Im abschließenden Hauptkapitel erfolgt eine konzeptionelle Zusammenführung, die für eine konsequente, differenzierte Anwendung der Begriffe in der Praxis der KJH plädiert.
Digitale Transformation, Kinder- und Jugendhilfe, KJH, Digitalisierung, Digitalität, Mediatisierung, Sozialpädagogik, Medienkompetenz, Handlungsdruck, Lebensweltorientierung, digitale Ungleichheit, Medienpädagogik, Professionelles Handeln, Diskursanalyse, Transformation.
Die Arbeit untersucht den digitalen Wandel in der Kinder- und Jugendhilfe (KJH) und analysiert kritisch die Begrifflichkeiten, die zur Beschreibung dieses Wandels verwendet werden.
Ziel ist es, die häufig vage gebrauchten Fachbegriffe Digitalisierung, Digitalität und Mediatisierung in den Kontext der KJH einzuordnen, um eine konsistentere Handlungsbasis für Fachkräfte zu schaffen.
Die zentrale Frage ist, wie die verschiedenen Begriffe zur Darstellung des digitalen Wandels voneinander abgegrenzt werden können, damit sie eine eindeutige Anwendung im Diskurs der KJH erlauben.
Die Autorin nutzt eine explorative Untersuchung aktueller Diskurse und Fachliteratur, um die Begriffe theoretisch zu fundieren und ihre Anwendbarkeit für das Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe zu prüfen.
Der Hauptteil behandelt die Ausgangslage der Sozialen Arbeit im digitalen Wandel, die spezifische Situation der Zielgruppe, die Struktur des aktuellen fachlichen Diskurses sowie die detaillierte Definition und Einordnung der drei zentralen Begriffe.
Die Arbeit charakterisiert sich vor allem durch die Trias der Begriffe Digitalisierung, Digitalität und Mediatisierung sowie den Bezug zur professionellen Handlungspraxis in der KJH.
Ohne eine klare begriffliche Trennung laufen Organisationen Gefahr, Digitalisierung lediglich als technisches Problem zu begreifen, anstatt die lebensweltlichen Aspekte (Digitalität) und langfristigen sozialen Prozesse (Mediatisierung) in ihre Arbeit zu integrieren.
Sie betont, dass Fachkräfte vermehrt mit medienpädagogischen Herausforderungen konfrontiert sind und eine kritisch-reflexive Haltung gegenüber rein anwendungsorientierten Lösungen entwickeln sollten.
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