Diplomarbeit, 2007
97 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Einführung und System der deutschen Lkw-Maut
2.1 Politische Gründe und Ziele der Mauteinführung
2.1.1 Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
2.1.2 Umweltschutz
2.1.3 Verkehrslenkung
2.1.4 Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen in Europa
2.1.5 Vorreiterrolle Technologie
2.1.6 Umstieg von der Vignette auf die Maut
2.1.7 Zusammenfassung der Ziele der Maut
2.2 Der Weg zur Einführung der deutschen Lkw-Maut
2.3 Mautgesetz
2.3.1 Gesetzliche Grundlagen der Mauteinführung
2.3.2 Wesentliche Inhalte des Autobahnmautgesetzes
2.4 Höhe der Maut
2.4.1 Ermittlung der Mauthöhe
2.4.2 Ausgleich von Wettbewerbsnachteilen
2.4.3 Mautsätze
2.4.4 Kostenbeispiel Mauthöhe
2.5 Verwendung der Mauteinnahmen
2.6 Funktionsweise des deutschen Mautsystems
2.6.1 Besonderheiten des deutschen Mautsystems
2.6.2 Registrierung
2.6.3 Zahlungs- und Abrechnungsarten
2.6.3.1 Bonitätsprüfung
2.6.3.2 Zahlungsarten für registrierte Nutzer
2.6.3.3 Mautabrechnung für registrierte Nutzer
2.6.3.4 Zahlungsarten für nicht registrierte Nutzer
2.6.4 Automatisches System
2.6.4.1 Funktionsweise des automatischen Systems
2.6.4.2 Vorteile des automatischen Systems
2.6.4.3 Nachteile des automatischen Systems
2.6.5 Manuelles System
2.6.5.1 Funktionsweise des manuellen Systems
2.6.5.2 Vorteile des manuellen Systems
2.6.5.3 Nachteile des manuellen Systems
2.7 Mautkontrolle
2.7.1 Kontrollzuständigkeiten
2.7.2 Art und Ablauf der Kontrollen
2.7.3 Konsequenzen bei Nichtzahlung der Maut
2.8 Fazit zum 2. Kapitel
3 Auswirkungen der Lkw-Maut auf Transportunternehmen und deren Umgang mit der Maut
3.1 Umfrage unter deutschen Transportunternehmen
3.2 Auswirkungen der Maut auf die Kosten von Transportunternehmen
3.2.1 Arten der Mautkosten
3.2.2 Kostenerhöhungen durch direkte Mautkosten
3.2.3 Kostenerhöhungen durch indirekte Mautkosten
3.2.3.1 Zusatzkosten durch Einbau und Betrieb der OBU
3.2.3.2 Zusatzkosten in der Verwaltung
3.2.3.3 Zusatzkosten durch erhöhten Kapitalbedarf
3.2.3.4 Gesamtauswirkungen der indirekten Mautkosten
3.2.4 Auswirkungen der Mautkosten auf die Ertragslage
3.3 Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen
3.4 Weiterbelastung der Mautkosten an Kunden
3.4.1 Kundenverhandlungen
3.4.2 Erhöhung der Frachtpreise
3.4.3 Direkte detaillierte Verrechnung
3.4.4 Mauttabellen
3.4.4.1 BGL-Tabelle
3.4.4.2 Schenker-Tabelle
3.4.4.3 Versa-Tabelle
3.4.4.4 Kummer-Tabelle
3.4.5 Fazit zu den Weiterberechnungsmethoden
3.5 Umgang mit Frachtführern
3.6 Einsparpotentiale bei Transportunternehmen
3.6.1 Ausweichen auf Bundesstraßen
3.6.2 Verlagerung von Transporten auf Bahn und Schiff
3.6.3 Verbesserung der Fahrzeugauslastung
3.6.4 Einsatz von nicht mautpflichtigen Fahrzeugen
3.6.5 Einsatz von emissionsarmen Fahrzeugen
3.6.6 Verringerung der Achszahl von Fahrzeugen
3.6.7 Fazit zu den Einsparpotenzialen
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der deutschen Lkw-Maut auf Transportunternehmen, wobei der Fokus auf den durch die Maut verursachten direkten und indirekten Kosten, deren Weiterbelastung an Auftraggeber sowie möglichen Einsparpotentialen liegt.
3.6.1 Ausweichen auf Bundesstraßen
Besonders im Nah- und Regionalbereich können Transportunternehmen Einsparungen bei den Mautkosten erreichen, wenn nur kurze Umwege gefahren werden, um die Nutzung von Autobahnen zu vermeiden. Solche Umwegfahrten führen jedoch zu zusätzlichen Kosten, die die eingesparten Mautkosten schnell übersteigen können. Ein Ausweichen lohnt in der Regel dann, wenn sich parallel zur Autobahn eine autobahnähnlich ausgebaute mautfreie Straße befindet oder wenn die Ausweichstrecke nachts aufgrund geringer Verkehrsdichte kaum zu Zeitverlusten führt. Ein Ausweichen kann auch mautunabhängige Gründe haben wie z.B., dass die Autobahnstrecke länger ist als die mögliche Ausweichstrecke oder dass die Autobahn durch Baustellen staugefährdet ist.
Gegen ein Verlassen der Autobahn sprechen in erster Linie zeitliche Gründe, denn durch den dadurch entstehenden Zeitverlust können eventuell Zeitfenster zum Be- und Entladen bei Auftraggebern nicht eingehalten und geplante Touren nicht vollständig durchgeführt werden. Weitere Gründe, die auch durch die empirische Umfrage bestätigt wurden, sind mit dem Ausweichen verbundene erhöhte Personalkosten, erhöhte Treibstoffkosten, verstärkter Fahrzeugverschleiß und Umweltaspekte.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung moderner Verkehrsinfrastruktur ein und beschreibt den Übergang von der Euro-Vignette zur streckenbezogenen Lkw-Maut sowie das Forschungsziel der Arbeit.
2 Einführung und System der deutschen Lkw-Maut: Das Kapitel erläutert die politischen Ziele der Mauteinführung, die gesetzlichen Grundlagen, die Ermittlung der Mauthöhe sowie die Funktionsweise des dualen Mauterhebungssystems und dessen Kontrolle.
3 Auswirkungen der Lkw-Maut auf Transportunternehmen und deren Umgang mit der Maut: Dieser Teil analysiert die direkten und indirekten Kostenbelastungen für Transportunternehmen, verschiedene Methoden zur Weiterberechnung der Maut an Kunden sowie Möglichkeiten und Grenzen von Einsparpotentialen in der Praxis.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse hinsichtlich der Zielerreichung der Maut und deren Auswirkungen auf die Ertragslage der Transportunternehmen zusammen und gibt einen Ausblick auf geplante politische Anpassungen.
Lkw-Maut, Transportunternehmen, Toll Collect, Mautkosten, Logistik, Infrastrukturfinanzierung, Mautsystem, Kosteneinsparung, Mauttabellen, Wettbewerbsfähigkeit, Schadstoffklassen, Leerfahrten, Mautkontrolle, Autobahnmautgesetz, Frachtpreise.
Die Diplomarbeit untersucht die ökonomischen Auswirkungen der seit 2005 in Deutschland eingeführten, streckenbezogenen Lkw-Maut auf Transportunternehmen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise des Mautsystems, der Entstehung direkter und indirekter Mautkosten, Strategien zur Kostenweitergabe an Kunden sowie Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung in Transportunternehmen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Lkw-Maut die Ertragslage von Transportunternehmen beeinflusst und welche betriebswirtschaftlichen Anpassungsstrategien die Unternehmen nutzen, um mit der zusätzlichen Kostenbelastung umzugehen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer empirischen Online-Umfrage unter deutschen Transportunternehmen, ergänzt durch Informationen aus Expertenberichten und praktischen Erfahrungen aus einem Praktikum in einer Spedition.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Mautsystems (Kapitel 2) und eine Analyse der Auswirkungen auf die Unternehmenspraxis, inklusive Kostenarten, Verrechnungsmodellen und Einsparpotentialen (Kapitel 3).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lkw-Maut, Mautkosten, Spedition, Logistik, Kostentransparenz und Wettbewerbsfähigkeit geprägt.
Die Differenzierung ist essentiell, da direkte Kosten (Mautgebühren) leistungsabhängig sind, während indirekte Kosten (z.B. Verwaltung, OBU-Betrieb, Kapitalbindung) oft unterschätzt werden und die Gesamtkostenbelastung pro Fahrzeug erheblich erhöhen.
Die Unternehmen nutzen verschiedene Modelle, von einer pauschalen Erhöhung der Frachtpreise über direkte, detaillierte Verrechnung bis hin zu Mauttabellen der Verbände, um die Kostenbelastung transparent zu machen und ihre Gewinnmargen zu schützen.
Die Arbeit zeigt, dass die Maut für kleine, reine Transportunternehmen eine deutlich höhere Belastung darstellt, da sie aufgrund der Fixkostendegression weniger Möglichkeiten haben, die Kosten durch zusätzliche Dienstleistungen oder Prozessautomatisierung zu kompensieren.
Nein, das Ausweichen lohnt sich nach den Ergebnissen der Arbeit nur in seltenen Ausnahmefällen, da die damit verbundenen zusätzlichen Zeitverluste, Personalkosten und Kraftstoffverbräuche die eingesparten Mautgebühren in der Regel übersteigen.
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