Bachelorarbeit, 2020
34 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung und Anmerkungen zur Thematik
1.1. Forschungsstand
2. Magie in historischen Erzählungen
3. Henry Purcell und die englische Oper
3.1. Dido and Aeneas - Entstehungsgeschichte, Inhalt und Spannungsverhältnis der Dido und der Zauberin
3.2. Musikalische Besonderheiten und die Verwandlung zu einer magischen Oper
4. Georg Friedrich Händel und das Musiktheater
4.1. Alcina – Entstehungsgeschichte, Inhalt und besondere Figurenkonstellationen
4.2. Musikalische Besonderheiten und die Transformation zu einer Zauberoper
5. Spannungsverhältnis und interpretatorischer Vergleich beider Opern
5.1. Interpretation zweier Arien der Hauptpersonen unter Berücksichtigung der Harmonik (Purcell)
5.2. Interpretation zweier Arien der Hauptpersonen unter Berücksichtigung der Harmonik (Händel)
5.3. Interpretatorischer Vergleich aller Szenen
6. Zur Rezeption der Zauberopern
6.1. Inszenierung von Henry Purcell – Dido and Aeneas
6.2. Inszenierung von Georg Friedrich Händel - Alcina
7. Fazit – Das Musiktheater als Bühne für übernatürliche Kräfte?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und musikalische Umsetzung von Affekten übernatürlicher Wesen, insbesondere von Zauberinnen, in Henry Purcells Oper Dido and Aeneas und Georg Friedrich Händels Oper Alcina. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Komponisten mythologische und epische Stoffe in ein musikdramatisches Werk integrieren und durch spezifische Affektgestaltungen wie das furioso-Motiv oder das Lamento charakterisieren.
3.2. Musikalische Besonderheiten und die Verwandlung zu einer magischen Oper
Dido and Aeneas vereint mehrere Stile. So stellt sich durch den Wunsch des Auftraggebers Josias Priest, der selbst Tanzmeister war und um Tanzeinlagen in der Oper bat, der französische Stil des Balletts heraus (Triumphtanz der Dido im Chaconnerhythmus, phantastischer Hexentanz).
Purcell sieht in der Partitur für seine Oper lediglich einen Streicherapparat von 2 Violinen, Viola und Basso continuo (inklusive Laute und Cembalo) vor und bestreitet damit hauptsächlich sein instrumentales Klanggebilde. Mit diesem Instrumentalensemble gestaltet Purcell auch seine Ouvertüre, welche stark an jene Orchesterouvertüren des am Hof des französischen Königs Louis XIV. tätigen Jean-Baptiste Lully erinnert. Weitere Instrumente wie Pauken und Gonge treten nur frei hinzu und untermauern das Wirken der Zauberin und ihren Hexen. Vokale Rollen sind jene der Dido, Königin von Karthago (Sopran), Aeneas, trojanischer Prinz (Tenor/Bariton), Belinda, Didos Vertraute bzw. Schwester (Sopran), Zweite Gefolgin der Dido (Mezzosopran), Sorceress/Zauberin (Mezzosopran), erste und zweite Hexe (Sopran), Matrose (Sopran/Tenor) und der Chor (SATB), die durch Rezitative, Accompagnatos und Arien den vokalen italienischen Stil symbolisieren.
Harmonische Besonderheiten treten bei Purcells Dido and Aeneas besonders bei den Arien auf, die gerade der geplagten Protagonistin Dido eine musikalische Untermalung leisten: der ground bass ist eine kleine Basslinie und immer wiederkehrend in einem Musikstück. Vor allem die Klage der Dido (Didos Lament –> ‚When I am laid in Earth’) korrespondiert mit einer stets redundierenden Bassfigur. Die Transformation der Oper Purcells zu einer magischen Oper verläuft auf mehreren Ebenen. Durch die Kulisse einer dunklen Höhle wird die Erscheinung der Sorceress verortet, die durch Zauberei ihr Unwesen als böse Magierin treibt und ihre tiefe Abneigung zur Königin ausdrückt.
1. Einleitung und Anmerkungen zur Thematik: Einführung in die Fragestellung zur Rolle von Zauberwesen und Affektverwendung im barocken Musiktheater.
2. Magie in historischen Erzählungen: Beleuchtung der mythologischen Ursprünge und literarischen Vorbilder für Zauber und Magie in der Antike und Neuzeit.
3. Henry Purcell und die englische Oper: Analyse von Purcells Leben und seinem Zugang zur Operngattung, unter besonderer Betrachtung von Dido and Aeneas.
4. Georg Friedrich Händel und das Musiktheater: Überblick über Händels Schaffen und seine spezielle Behandlung magischer Frauenfiguren, insbesondere in der Oper Alcina.
5. Spannungsverhältnis und interpretatorischer Vergleich beider Opern: Musiktheoretischer Vergleich der Affektdarstellung anhand zentraler Arien bei Purcell und Händel.
6. Zur Rezeption der Zauberopern: Analyse moderner Inszenierungen und filmischer Umsetzungen beider Werke im Hinblick auf deren performative Magiedarstellung.
7. Fazit – Das Musiktheater als Bühne für übernatürliche Kräfte?: Abschließende Zusammenfassung über die Kontrolle der Magie durch menschliche Emotionen und die unterschiedlichen kompositorischen Ansätze.
Barockoper, Affektenlehre, Zauberin, Dido and Aeneas, Alcina, Henry Purcell, Georg Friedrich Händel, Musiktheater, Mythologie, Lamento, Furioso-Affekt, Opernregie, Ground Bass, Opernrezeption, Magie.
Die Arbeit untersucht, wie Henry Purcell und Georg Friedrich Händel in ihren Opern magische Wesen und deren übernatürliche Kräfte musikalisch darstellen und welche Rolle der Affekt dabei spielt.
Die zentralen Themen sind die historische Einordnung von Magie in die antike Mythologie, die musikalische Strukturierung von Zauber- und Klageszenen sowie die psychologische Charakterisierung von Frauenfiguren in barocken Opern.
Das Ziel ist ein affektiver und interpretatorischer Vergleich der musikalischen Bezugnahme zur Magie bei Purcell und Händel und die Untersuchung, inwiefern diese Komponisten das Bild der Zauberin psychologisch umdeuten.
Die Arbeit nutzt eine musikwissenschaftliche Analyse, die historische Quellen, theoretische Schriften der Barockzeit sowie Notenbeispiele der untersuchten Arien und Accompagnati kombiniert.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte von Purcells Dido and Aeneas und Händels Alcina, die detaillierte harmonische Analyse ihrer Schlüsselszenen und eine vergleichende Betrachtung ihrer Inszenierungen.
Wesentliche Begriffe sind Affekt, Lamento, Furioso, Ground Bass, Magie, Opera seria, psychologische Psychologisierung und musikalische Rhetorik.
Während Purcell die Zauberin Sorceress als konventionelles Sinnbild für absoluten Hass und Bedrohung konzipiert, dekonstruiert Händel die Figur der Alcina zu einer leidenden, verlassenen Frau, deren Magie hinter ihren menschlichen Gefühlen zurücktritt.
Die Arbeit analysiert eine BBC-Produktion von Dido and Aeneas und das Festival Aix-en-Provence 2015 bei Alcina, um zu zeigen, wie Regisseure versuchen, die "unsichtbare" Magie des Barock für ein modernes Publikum visuell erlebbar zu machen.
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