Bachelorarbeit, 2008
48 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Grundlegende Kritik an Corporate Social Responsibility
2.1 Rolle der Eigentümer
2.2 Mangelnde Legitimation
2.3 Mangelnde Expertise und fehlende Informationen
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
3.1 Definitionen und Abgrenzung
3.2 Kritik
4 Politisches System und soziale Ordnung
4.1 Zur Zuschreibung gesellschaftlicher Verantwortung an Unternehmen
4.2 Zur sozialen Ordnung im Kontext von Corporate Citizenship
4.3 Zum politischen System und seiner Funktion im Kontext von Corporate Citizenship
5 Corporate Citizenship in der politischen Realität
5.1 Negativbeispiel
5.2 Positive Beispiele
6 Zum politischen Umgang mit Corporate Citizenship
6.1 Integrativ, überprüfbar und anpassungsfähig
6.2 Verantwortlichkeit, Selbstbindung und Nutzen
6.3 Funktionswandel des politischen Systems und Legitimität
6.4 Zu einer dynamischen Definition von Corporate Citizenship
6.5 Das Problem der Freiwilligkeit
7 Fazit - „Wirklichkeiten, in denen wir leben“
8 Quellenverzeichnis
Die Bachelorarbeit untersucht das Konzept von Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive. Ziel ist es, einen handlungsorientierten Umgang der Politik mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen aufzuzeigen, um den Herausforderungen eines funktionsschwachen Sozialstaates und einer globalisierten Welt zu begegnen.
3.1 Definitionen und Abgrenzung
Der Wirtschafs- und Sozialrat der United Nations Organization definiert CSR als ein „werte- und normengeleitetes Management zur Lösung sozialer und ökologischer Problemlagen“. Diese Problemlagen definieren sich sowohl über gesellschaftliche Standards wie vor allem die Grundrechte, als auch über die Umwelt und Stakeholder des Unternehmens und sind damit auch global verortet.
Das Management zur Lösung dieser Problemlagen, so die Europäische Kommission, ist ein freiwilliges Konzept der Unternehmen zur Integration sozialer und ökologischer Belange in ihre unternehmerische Tätigkeit und in die Wechselbeziehung zu ihren Stakeholdern. Die Ausrichtung dieses Managements an Werten und Normen bedeutet für Unternehmen, „über die bloße Gesetzkonformität hinaus ‚mehr‘ [zu] investieren in Humankapital, in die Umwelt und in die Beziehung zu anderen Stakeholdern.“
Ein solch integratives Management der Investition in soziale und ökologische Belange ist konstitutiv für CSR und führt zu einer Win-Win-Situation, in welcher sich gesellschaftliche Verantwortung und unternehmerisches Ziel gewinnbringend für Unternehmen und Gesellschaft ergänzen.
Für die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz konkreter Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung eines Unternehmens, bedarf es einer Verankerung von Werten und Normen in innerbetrieblichen Strukturen und damit in der Unternehmensstrategie. Denn die Durchsetzung dieses integrativen Managements vollzieht sich über die „Ausgestaltung betrieblicher Prozesse und Strukturen“ und umfasst damit alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens. So stellt CSR ein strategisches Dach dar, eine „übergeordnete Idee mit globalem Anspruch“ für das gesellschaftliche Unternehmens-Engagement.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die aktuelle Diskussion um unternehmerische Verantwortung ein und umreißt die Zielsetzung, einen handlungsorientierten Umgang der Politik mit diesem Phänomen zu erarbeiten.
2 Grundlegende Kritik an Corporate Social Responsibility: Dieses Kapitel skizziert die klassischen Einwände von Milton Friedman, insbesondere hinsichtlich der mangelnden Legitimation und Expertise von Unternehmen bei sozialen Eingriffen.
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship: Hier werden die theoretischen Begriffsdefinitionen diskutiert und die Schwierigkeiten ihrer Operationalisierung sowie die konzeptionelle Konsistenz hinterfragt.
4 Politisches System und soziale Ordnung: Dieses Kapitel analysiert, wie sich der Staat in einer globalisierten Welt verändern muss und warum eine Neubestimmung der Aufgabenverteilung zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft notwendig ist.
5 Corporate Citizenship in der politischen Realität: Anhand internationaler Initiativen wie dem Global Compact und Beispielen aus der Praxis wird die Kluft zwischen Theorie und tatsächlicher Umsetzung beleuchtet.
6 Zum politischen Umgang mit Corporate Citizenship: Das zentrale Kapitel schlägt ein Modell regionaler Vermittlungsstellen vor, das Kooperationen zwischen Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren als Lösung für die bisherigen Defizite positioniert.
7 Fazit - „Wirklichkeiten, in denen wir leben“: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Chance für die Politik, durch eine proaktive Moderationsfunktion die soziale Ordnung aktiv mitzugestalten.
8 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur.
Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship, Politikwissenschaft, Sozialstaat, Globalisierung, Unternehmensverantwortung, Win-Win-Situation, Kooperationsmodell, Legitimation, soziale Ordnung, Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Unternehmensführung, Stakeholder-Management, Freiwilligkeit.
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship) aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive bewertet und handlungsorientiert umgesetzt werden kann.
Die Schwerpunkte liegen auf der Kritik an klassischen CSR-Ansätzen, dem Wandel des politischen Systems durch Globalisierung, der Analyse politischer Steuerungsinstrumente und dem Entwurf lokaler Kooperationsstrukturen.
Das Ziel ist die Umschreibung eines handlungsorientierten Umgangs der Politik mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, um eine stabile soziale Ordnung in einer globalisierten Welt zu bewahren.
Die Arbeit nutzt systemtheoretische und handlungstheoretische Ansätze, insbesondere den Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons, um das Verhältnis von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert theoretische Kritikpunkte, diskutiert das politische System Deutschlands, vergleicht internationale Praxisbeispiele und entwickelt ein kooperatives Modell für die regionale Umsetzung von gesellschaftlichem Engagement.
Die wichtigsten Begriffe umfassen Corporate Citizenship, Globalisierung, politisches System, soziale Ordnung, Kooperationsmodell, Legitimation und nachhaltiges Unternehmertum.
Die Arbeit argumentiert, dass Corporate Citizenship als Managementaufgabe in Kooperationsprojekte eingebettet sein muss, um Transparenz und eine echte inhaltliche Verknüpfung mit dem Kerngeschäft zu gewährleisten, statt lediglich als Marketinginstrument zu dienen.
Das Beispiel verdeutlicht, dass supranationale Instrumente wie der Global Compact aufgrund mangelnder Kontrollmechanismen von Unternehmen missbraucht werden können, was die Notwendigkeit für lokale, besser steuerbare Ansätze unterstreicht.
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