Masterarbeit, 2021
65 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 MATHEMATISCHE LEISTUNG UND BEGABUNG
2.1.1 MODELL MATHEMATISCHER BEGABUNGSENTWICKLUNG
2.1.2 MODELL ZUR ENTWICKLUNG MATHEMATISCHER EXPERTISE
2.2. DIAGNOSTIK
2.2.1 PROBLEME BEIM ERKENNEN MATHEMATISCHER LEISTUNGSSTÄRKE
2.3 MÖGLICHKEITEN DER FÖRDERUNG
2.3.1 DIFFERENZIERUNGSFORMEN
2.3.2 AKZELERATION UND ENRICHMENT
2.3.3 INKLUSIVE FÖRDERUNG IN REGELKLASSEN
2.3.4 AUFGABENBEISPIELE FÜR LEISTUNGSSTARKE
2.4 FORSCHUNGSSTAND
3 FORSCHUNGSMETHODEN
3. 1 DATENERHEBUNG: PROBLEMZENTRIERTES INTERVIEW (PZI)
3.1.1 INTERVIEWLEITFADEN
3.1.2.DURCHFÜHRUNG DER INTERVIEWS UND STICHPROBENBESCHREIBUNG
3.2 DATENAUSWERTUNG: INHALTLICH STRUKTURIERENDE QUALITATIVE INHALTSANALYSE
4 ERGEBNISSE DER FORSCHUNG
4.1 WISSEN UND ERFAHRUNGEN ZU LEISTUNGSSTARKEN SCHÜLERINNEN
4.2 FÖRDERUNGSMAßNAHMEN FÜR LEISTUNGSSTARKE SCHÜLERINNEN
4.3 HINDERNISSE UND SCHWIERIGKEITEN IN DER UMSETZUNG VON FÖRDERUNGSMAßNAHMEN
5 DISKUSSION DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Erfahrungen und Sichtweisen von Lehrkräften im Hinblick auf die Identifikation und individuelle Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht sowie die damit verbundenen Herausforderungen im Schulalltag.
2.2.1 Probleme beim Erkennen mathematischer Leistungsstärke
Die Erfassung von mathematischer Begabung ist auch mit Erschwernissen verbunden. Insbesondere für den Grundschulbereich ergeben sich Problematiken, die in der einschlägigen Literatur wie folgt benannt werden:
x Es können mur bestimmte Potentiale erfasst werden, da das Denken von Kindern an Veranschaulichungen gebunden ist. Hinzukommt, dass die Sprachkompetenz noch nicht ausgebaut ist und sprachliche Defizite die Wiedergabe von Lösungswegen erschweren
x Bestimmte Begabungsmerkmale sind schwer zu messen wie z. B mathematische Sensibilität oder Fantasie
x Persönlichkeitseigenschaftaften wie Interessen sind noch instabil
x Die Begabungsentwicklung basiert auf Spekulation, da der Vorhersagezeitraum bis zur mathematischen Begabungsentfaltung im Jugend- und Erwachsenenalter ziemlich groß ist
x Fachspezifisches Wissen und Können fehlt jüngeren Kindern und entwickeln sich erst mit der Zeit (vgl. Käpnick/ Benölken 2020, S. 271).
Weitere Schwierigkeiten bezogen auf die Lehrperson:
Für die Diagnosetätigkeit brauchen Lehrpersonen gute Fachkenntnisse. Insbesondere in der Grundschule müssen Lehrpersonen fachfremd unterrichten. Durch fehlendes fachliches Hintergrundwissen kann es dazu kommen, dass der Unterricht nicht anregend gestaltet wird und Mathestärken nicht erkannt werden (vgl. Käpnick et al. 2005, S. 27).
Auch bei guten Fachkenntnissen kann es dazu kommen, dass potentiell Leistungsstarke unentdeckt bleiben. Hierzu nennen Käpnick und Benölken folgende Punkte:
x Die Lehrkräfte erkennen begabte SchülerInnen nicht, da sie ihrer Vorstellung von mathematischer Begabung nicht entsprechend. Beispielsweise werden insbesondere gute Rechner als begabt eingestuft
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert aktuelle fachdidaktische Modelle zu Begabung und Expertise sowie diagnostische Verfahren und praktische Ansätze der Förderung.
3 FORSCHUNGSMETHODEN: Hier erfolgt die Erläuterung des qualitativen Forschungsansatzes, des problemzentrierten Interviews als Erhebungsmethode und der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse als Auswertungsinstrument.
4 ERGEBNISSE DER FORSCHUNG: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde hinsichtlich des Wissens der Lehrkräfte, ihrer angewandten Fördermaßnahmen sowie der wahrgenommenen Hindernisse.
5 DISKUSSION DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK: Das Fazit setzt die empirischen Ergebnisse in Bezug zum theoretischen Hintergrund und bietet Perspektiven für schulische Entwicklungen und künftige Forschung.
Mathematikunterricht, Leistungsstarke Schülerinnen, Individuelle Förderung, Begabungsförderung, Diagnostik, Differenzierung, Problemzentriertes Interview, Inklusion, Heterogenität, Schulpädagogik, Mathematische Expertise, Enrichment, Akzeleration.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der mathematischen Förderung von als leistungsstark eingestuften Schülerinnen und Schülern im Rahmen des schulischen Mathematikunterrichts.
Zentrale Themen sind die Identifikation mathematischer Begabung, verschiedene Förderstrategien wie Enrichment und Akzeleration sowie die strukturellen Hürden in heterogenen Grundschulklassen.
Es soll untersucht werden, welche Erfahrungen und Sichtweisen Lehrkräfte hinsichtlich der Förderung leistungsstarker Kinder aufweisen und vor welchen Hindernissen sie dabei stehen.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf problemzentrierten Interviews mit Lehrkräften basiert und mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Begabungsmodellen und Fördermaßnahmen sowie eine empirische Untersuchung, die das Wissen, die Maßnahmen und die Schwierigkeiten von Lehrkräften darlegt.
Wichtige Begriffe sind Leistungsstärke, individuelle Förderung, Differenzierung, Heterogenität und diagnostisches Handeln von Lehrkräften.
Die Lehrkräfte nutzen meist informelle Beobachtungen im Unterricht, wie etwa das auffällige Bewältigen von kniffeligen Problemaufgaben, anstatt standardisierte, formelle Diagnoseverfahren anzuwenden.
Inklusion wird von den befragten Lehrkräften oft als zusätzliche Belastung wahrgenommen, da die hohe Heterogenität in den Klassen dazu führt, dass die Förderenergie primär auf leistungsschwächere Schüler gelenkt wird.
Das Konzept, leistungsstarke Schülerinnen als Experten agieren zu lassen, wird einerseits als förderlich für das Sozialgefüge angesehen, andererseits kritisieren einige Lehrkräfte, dass sich diese Schüler dadurch nicht individuell weiterentwickeln können.
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