Bachelorarbeit, 2023
63 Seiten
1. Einleitung
2. Die Lebenssituation von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und ihren Kindern
2.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)
2.1.1 Diagnosekriterien und Symptome einer BPS
2.1.2 Auswirkungen der BPS auf das alltägliche Leben der Betroffenen
2.2 Auswirkungen der Borderline-Persönlichkeitsstörung auf die Elternschaft
2.2.1 Herausforderungen und Belastungen für Elternteile mit BPS
2.2.2 Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Bindung
2.3 Psychisch erkrankte Eltern als Risikogruppe für Kindeswohlgefährdungen
2.4 Resilienz als Schutzfaktor in der kindlichen Entwicklung
2.4.1 Resilienzforschung
2.4.2 Schutzfaktoren
2.4.3 Risiko- und Belastungsfaktoren
2.4.4 Das Salutogenesekonzept
2.5 Zusammenfassende Betrachtung
3. Das Arbeitsfeld der gemeinsamen Wohnform für Eltern und Kinder nach §19 SGB VIII
3.1 Gesetzliche Grundlagen und Schutzauftrag des Leistungsangebots
3.2 Zielgruppe des Leistungsangebots
3.3 Institutionelle Ressourcen
3.4 Personalressourcen
3.5 Netzwerk und Kooperationen
4. Handlungsempfehlungen und mögliche Herausforderungen zur Umsetzung des Schutzauftrages durch Fachkräfte sozialer Arbeit
4.1 Eltern-Kind-Einrichtungen als Ort der Ressourcenstärkung
4.2 Individuelle Unterstützung und Zielsetzung für Eltern mit BPS
4.3 Individuelle Förderung für Kinder von Eltern mit BPS
4.4 Umgang mit dem Schutzauftrag in Krisensituationen
5. Diskussion und Fazit
Die Arbeit untersucht, welche Faktoren es Fachkräften in Eltern-Kind-Einrichtungen ermöglichen, einen angemessenen Umgang mit der Belastbarkeit von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) zu finden und dabei den Schutzauftrag zu erfüllen.
2.1.1 Diagnosekriterien und Symptome einer BPS
Die BPS ist eine der komplexesten und schwer zu diagnostizierenden psychischen Erkrankungen, welche durch ein Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, einem negativen Selbstbild und ausgeprägter Impulsivität gekennzeichnet ist. Sie ist die am weitesten verbreitete Persönlichkeitsstörung (vgl. Lawson 2018 S.11f.). Der Begriff "Borderline" leitet sich aus dem Englischen ab und kann mit "Grenze" übersetzt werden. Damit wird angedeutet, dass sich die betroffenen Personen auf der Grenze zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten befinden (vgl. ebd.). Der Begriff borderline wurde erstmals in den 1970er Jahren durch die Arbeit von Otto F. Kernberg geprägt, der die BPS als eigenständige Klassifikation definierte und psychodynamische Theorien sowie mögliche Behandlungskonzepte für Betroffene entwickelte (vgl. Kernberg et.al. 2004, S.219f.). Nach dem ICD-10 und dem DSM-V wird die BPS durch verschiedene Unterkategorien definiert. Dazu gehören destruktive Beziehungsmuster sowie die Idealisierung, Entwertung, Spaltung und Projektion durch Betroffene mit BPS (vgl. Sendera, 2016a, S.21ff.). Oft werden bei der Definition der BPS traumatisierende Beschreibungen wie Depressivität, Aggression, Unberechenbarkeit, Misstrauen und manipulatives Verhalten verwendet (vgl. Kernberg, 2017, S.12f.). Sendera weist jedoch darauf hin, dass diese Stigmatisierungen nicht auf die aktuelle Zeit übertragbar sind. Neben diesen negativ zugeschriebenen Verhaltensweisen zeigen Betroffene einer BPS eine Vielzahl an positiven zugeschriebenen Charaktereigenschaften bspw.: Offenheit, Leidenschaft, Gerechtigkeitssinn und ein gutes Gespür für zwischenmenschliche emotionale Prozesse (vgl. Sendera, 2016a, S.20f.). Köhler-Saretzki (2021) stellt fest, dass Personen mit BPS oft deutlich abweichende Verhaltensmuster in sozialen Situationen und persönlichen Beziehungen zeigen können. Sie können unvorhersehbar zwischen positiven und negativen Stimmungen wechseln, was sie in ihrem Handeln und ihrer Erziehung für Kinder schwer einschätzbar macht (vgl. S.270f.).
1. Einleitung: Vorstellung der Relevanz des Themas im Kontext von Eltern-Kind-Einrichtungen und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Die Lebenssituation von Elternteilen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung und ihren Kindern: Analyse der Krankheitsbilder, deren Auswirkungen auf die Elternschaft sowie theoretische Ansätze zur Resilienzstärkung.
3. Das Arbeitsfeld der gemeinsamen Wohnform für Eltern und Kinder nach §19 SGB VIII: Darstellung der gesetzlichen Grundlagen, der Zielgruppe sowie der strukturellen und personellen Ressourcen in Wohneinrichtungen.
4. Handlungsempfehlungen und mögliche Herausforderungen zur Umsetzung des Schutzauftrages durch Fachkräfte sozialer Arbeit: Ableitung konkreter Unterstützungsmöglichkeiten für Eltern und Kinder in Krisensituationen.
5. Diskussion und Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Identifikation des weiteren Forschungsbedarfs.
Borderline-Persönlichkeitsstörung, BPS, Eltern-Kind-Einrichtung, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Schutzauftrag, Elternschaft, Psychische Erkrankung, Sozialpädagogik, Ressourcenorientierung, Bindungstheorie, Kinderschutz, Krisenintervention, §19 SGB VIII.
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, wie Fachkräfte in speziellen Wohnformen für Eltern und Kinder mit einer diagnostizierten Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) umgehen können, um das Kindeswohl zu sichern.
Die zentralen Themen umfassen die BPS-Symptomatik, die Auswirkungen auf die Eltern-Kind-Beziehung, das Konzept der Resilienz sowie die rechtlichen und fachlichen Anforderungen an stationäre Jugendeinrichtungen.
Die zentrale Frage lautet: Welche Faktoren ermöglichen Fachkräften sozialer Arbeit in Bezug auf die Ressourcen der Einrichtung und die Belastbarkeit der Betroffenen einen angemessenen Umgang mit dem Schutzauftrag?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Studien und gesetzlichen Grundlagen basiert.
Der Hauptteil beleuchtet die Lebenssituation von Betroffenen, erläutert das Arbeitsfeld der Wohneinrichtungen nach §19 SGB VIII und entwickelt handlungsorientierte Empfehlungen für die Praxis.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Borderline-Persönlichkeitsstörung, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Schutzauftrag und Eltern-Kind-Bindung charakterisiert.
Das Konzept hilft dabei, Stressfaktoren durch eine stärkere Kohärenz (Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Bedeutsamkeit) besser zu bewältigen und Strategien zur Aufrechterhaltung der psychischen Gesundheit zu entwickeln.
Die Identifikation dieser Faktoren erlaubt es Fachkräften, gezielte Unterstützungsprogramme anzubieten, die statt nur Defizite zu betrachten, die individuellen Stärken der Kinder und Eltern fördern.
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