Diplomarbeit, 2006
97 Seiten, Note: 2
1. Einleitende Worte
2. Selektive Darstellung der Grundideen des theoretischen Werkes von Georges Bataille
2.1. Die Perspektive der Verschwendung und der Souveränität
2.2. Das Erkennen der Souveränität oder die Innere Erfahrung
3. Moderne Souveränität als Poesie
4. Problematik der emotionalen Bindung an Worte
5. Die Enttarnung der Unzulänglichkeit der emotionalen Bindung an die Worte
5.1. Das Unbekannte als das NICHTS
5.1.1. Ausgrenzung des Unbekannten durch den Diskurs
5.1.2. Das Dramatisieren als konventionalisierter Zugang zum Unbekannten
5.2. Die getarnte Abhängigkeit vom Diskurs als Vernunft
5.2.1. Die Sprache als der legitimierende Garant der Vernunft
5.2.2. Die Macht des Wortes
5.2.3. Die Machtlosigkeit des Wortes
5.3. Offenlegung der Unzulänglichkeit des Diskurses
5.3.1. Das Loch zwischen Sein und Diskurs
5.3.2. Das Buch als Überwindung zwischen Sein und Diskurs
6. Die Loslösung von der emotionalen Bindung an Worte
6.1. Die Überschreitung als neuer Denkmodus
6.1.1. Der Akt der Überschreitung
6.1.2. Die gegenseitige Abhängigkeit der Überschreitung und dem Verbot
6.1.3. Das vergängliche Momentwesen der Überschreitung
6.2. Die Theorie der Loslösung von der emotionalen Bindung an Worte
6.2.1. Die Differenzierung zwischen dikursiver und emotionaler Erkenntnis
6.2.2. Methodik der Loslösung
7. Souveräne emotionale Bindung an Worte
7.1. Schreiben des Schweigens
7.1.1. Das Öffnen der Worte
7.1.2. Die Form des Schreibens
7.1.3. Schreiben als philosophisches Kunstwerk
7.2. Schreiben der Verausgabung
7.2.1. Die imaginäre Essenz
7.2.2. Schreiben als Dramatisieren
7.2.3. Schreiben als Gleiten
7.3. Die souveräne Erfahrung des Schreibens
7.3.1. Das Unmögliche Sein
7.3.2. Die Erfahrung des Gleitens
7.4. Poesie
7.4.1. Poesie als Verrat
7.4.2. Poesie als Opfer
7.4.3. Der Poet
8. Konklusion oder eine Ode an die Kommunikation
9. Résumée en français
10. Danksagung und Widmung
11. Bibliographie
11.1. Primärliteratur
11.2. Sekundärliteratur
12. Anhang: Zusammenfassung der Arbeit auf Deutsch
Die Arbeit untersucht die problematische emotionale Bindung an Worte im Werk von Georges Bataille. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie das „Unmögliche“ und das „eigentliche Sein“ außerhalb diskursiver und sprachlicher Konstruktionen erfahren und kommuniziert werden können, um eine neue Form souveräner Bindung zu finden.
Die Problematik der emotionalen Bindung an Worte
Worte sind nach Saussure Codes, als die willkürliche Beziehung zwischen dem Bezeichnetem und dem Bezeichnetem, mit der Betonung auf willkürlich. Durch Worte werden Strukturen erschaffen, die die selbige Willkürlichkeit aufweisen. Diese Strukturen werden dem Menschen als die Wirklichkeit aufgezwungen. Diese strukturierenden Strukturen sind historisch konstituierte, willkürliche Formen im Sinne von Saussure oder Mauss, Formen, deren historische Genese aufweisbar ist, Formen, die den Anschein haben als naturgegeben, unantastbar, als ein Konsens über den Sinn der Welt, der die Erfahrung der Welt als einer ‚Welt des gesunden Menschenverstandes’ zugrunde liegt auf der Basis des Einverständnisses vom Nutzen, zu sein.
Tatsächlich üben Worte eine typisch magische Macht aus: sie machen sehen, sie machen glauben, sie machen handeln. Sie machen das Leben. Aber Tatsache bleibt, dass sie nicht Leben sind; dass Worte eine willkürliche Konstruktion sind, und somit keinen absoluten Wirklichkeitsanspruch haben.
Somit kann Georges Batailles Werk als eine Provokation, eine Subversion und Versuch einer Transgression der konventionalisierten aus Worten gewebten Wirklichkeit charakterisiert werden. Seine innere Erfahrung besteht aus dem Prinzip, jegliche Eingrenzungen des Seins aufzuheben um zum eigentlichen unmittelbaren Sein zurückzukehren, dass das unstillbare verzerrende Verlangen des Menschen darstellt. Der größte Schritt ist die Aufhebung des Diskurses, um zum eigentlichen Sein, dem Unbekannten zu gelangen. Der anstrengendste Schritt ist dann die Kommunikation dieses Vorhabens.
1. Einleitende Worte: Einführung in die destruktive Kraft von Batailles Werk und die Herausforderung, ein traditionell-wissenschaftliches Diskursformat auf dessen subversive Natur anzuwenden.
2. Selektive Darstellung der Grundideen des theoretischen Werkes von Georges Bataille: Erläuterung der Konzepte der „Allgemeinen Ökonomie“, der Verschwendung sowie der Souveränität als ambivalente Grenzüberschreitung.
3. Moderne Souveränität als Poesie: Analyse der Verlagerung der Souveränität von institutionellen Mächten in das Innere des Menschen durch die Imagination und Poesie.
4. Problematik der emotionalen Bindung an Worte: Darstellung des Wortes als willkürliche, strukturierende Konstruktion, die das Individuum von seinem unmittelbaren Sein entfremdet.
5. Die Enttarnung der Unzulänglichkeit der emotionalen Bindung an die Worte: Kritik am diskursiven System, das das Unbekannte ausgrenzt und lediglich durch eine „Illusion“ der Verlangensbefriedigung ersetzt.
6. Die Loslösung von der emotionalen Bindung an Worte: Untersuchung der Überschreitung als neuen Denkmodus, der den Menschen dazu zwingt, moralische Absolutheiten zu hinterfragen und im vergänglichen Moment zu existieren.
7. Souveräne emotionale Bindung an Worte: Untersuchung der Schreibpraxis als Versuch, das Unsagbare durch das „Schweigen“ und die „Verausgabung“ im Text fassbar zu machen.
8. Konklusion oder eine Ode an die Kommunikation: Zusammenführende Betrachtung von Batailles Schreiben als unendlichem, revolutionärem Versuch der Kommunikation zwischen Sein und Wort.
Georges Bataille, Souveränität, Innere Erfahrung, Grenzüberschreitung, Diskurs, Sprache, Poesie, Verausgabung, Unbekanntes, Sein, Dekonstruktion, Transgression, Kommunikation, Schreiben, Machtlosigkeit.
Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem menschlichen Sein und der Sprache bei Georges Bataille. Sie analysiert, wie Worte als einschränkende Konstruktionen fungieren und wie Bataille versucht, durch eine „innere Erfahrung“ und Grenzüberschreitung aus diesen Mustern auszubrechen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Konzepte der Souveränität, der ökonomischen Verschwendung, der Poesie als Mittel der Weltneuschaffung und der methodischen Dekonstruktion des diskursiven Wissensbegriffs.
Das primäre Ziel ist es, Batailles Werk als einen fortwährenden Versuch der Kommunikation mit dem „Unbekannten“ zu interpretieren, wobei die Sprache sowohl als Hindernis als auch als das einzige verfügbare Mittel zur Annäherung an das absolute Sein betrachtet wird.
Es wird eine literaturwissenschaftlich-philosophische Analyse angewandt, die Batailles theoretische Texte und fiktive Erzählungen miteinander verwebt, um die Dynamik von Wort und Sein herauszuarbeiten.
Der Hauptteil widmet sich der Enttarnung der diskursiven Sprache, der Theorie der Loslösung durch Grenzüberschreitung sowie der Rolle des Schreibens als souveräne Praxis zur Annäherung an das unmittelbare Sein.
Wesentliche Begriffe sind „Innere Erfahrung“, „Verausgabung“, „Überschreitung“, „Souveränität“ und die „Unzulänglichkeit des Diskurses“.
Der Dichter wird als jemand verstanden, der im Akt des Schreibens versucht, sich aus der Welt zu lösen und eine „neue Welt“ zu benennen, auch wenn er dabei in der Einsamkeit und an der Grenze des Verstummens scheitert.
Der Tod wird als das „tiefste Unbekannte“ begriffen, das die Grenze der Sprache markiert und in seiner Unfassbarkeit den Ausgangspunkt für jede Form der authentischen, souveränen Erfahrung bildet.
Die Sprache gilt als Verräter, weil sie eine willkürliche Wirklichkeit aufzwingt, die das ursprüngliche, unmittelbare Sein verdeckt, auslöscht und durch konstruierte Identitäten ersetzt.
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