Diplomarbeit, 2003
118 Seiten, Note: 1,7
1. EINFÜHRUNG IN DAS THEMA „ALKOHOL-SUCHT“
1.1 Begrifflichkeiten
1.1.1 Sucht/Abhängigkeit
1.1.2 Alkoholmissbrauch
1.1.3 Alkoholsucht
1.2 Kriterien der Alkoholsucht
1.3 Wirkungsweise von Alkohol
1.4 Erklärungsmodelle
1.4.1 Psychologische Erklärungsmodelle
1.4.1.1 Psychoanalytischer Ansatz
1.4.1.2 Objekt-beziehungstheoretischer Ansatz
1.4.1.3 Verhaltenstherapeutischer Ansatz
1.4.1.4 Familientherapeutischer Ansatz
1.4.2 Das Multifaktorielle Modell nach LOVISCACH
1.4.3 Verdeutlichung der Ursachen am Beispiel der Erwerbstätigkeit
1.4.3.1 Risikogruppen
1.4.3.2 Erwerbsleben und Suchtentwicklung
1.4.3.3 Arbeitslosigkeit
1.4.3.4 Sinnerfahrungen
2. „HINTER JEDER SUCHT STECKT EINE SEHNSUCHT?!“
2.1 Argumente zur Belegung der Hypothese
2.1.1 Ein Gedicht von SATIR
2.1.2 Die Bedürfnispyramide nach MASLOW
2.1.3 Die Selbstverwirklichungstendenz des Menschen
2.1.4 Eigene Überlegungen zur Sucht und Sehnsucht
2.1.4.1 Umkehrschluss
2.1.4.2 Zustände und Umstände
2.1.4.3 Geduld und Erwartungshaltungen
2.2 Argumente zur Widerlegung der Hypothese
2.2.1 Hormonelle Faktoren
2.2.2 Genetische Faktoren
2.2.3 Das „Sucht-Gedächtnis“
2.3 Zusammenfassende Bewertung
3. WERTEFRAGEN IN DER SUCHTHILFE
3.1 Bedeutung von „Werten“
3.1.1 Definition
3.1.2 Einfluss gesellschaftlicher Werte
3.2 Basis-Werte
3.2.1 Zunehmende Bewusstheit
3.2.2 Selbstannahme
3.2.3 Eigenverantwortung
4. DIE ARBEIT AN EINER SUCHTBERATUNGSSTELLE
4.1 Zielgruppen
4.2 Grundlagen der Einrichtung
4.2.1 Menschenbild
4.2.2 Suchtverständnis
4.2.3 Arbeitsansatz
4.3 Aufgabenbereiche der Suchtberatungsstelle
4.3.1 Diagnostik
4.3.2 Beratung
4.4 Die Rolle des Beraters
4.4.1 Grundhaltung des Beraters
4.4.1.1 Mein Menschenbild
4.4.1.2 Kennzeichen des personenzentrierten Ansatzes nach ROGERS
4.4.2 Ziele der Beratung
4.4.3 Einfluss der Werte des Beraters auf den Beratungsprozess
4.5 Verdeutlichung anhand einer Fallgeschichte
4.5.1 Die Geschichte von Frau Schneider
4.5.1.1 Vorgeschichte von Frau Schneider
4.5.1.2 Auszüge aus den Beratungsgesprächen
4.5.1.3 Weitere Entwicklung von Frau Schneider
4.5.2 Resümee
5. HANDLUNGSANSÄTZE
5.1 Ganzheitliche Schulung
5.2 Unterrichtsfach „Ethik“
5.3 Ausweitung der ambulanten Therapie
5.4 Arbeitskreis „Wertefragen in der Suchthilfe“
5.5 Einbeziehung der Medien
6. SCHLUSSWORT
Die Arbeit untersucht die Hypothese, ob hinter jedem Suchtverhalten eine Sehnsucht steht, und welche fundamentale Bedeutung die Auseinandersetzung mit persönlichen Werten in der therapeutischen Arbeit mit alkoholkranken Menschen hat. Die Autorin hinterfragt dabei die reine Krankheitsbetrachtung und plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz, der den Klienten in seiner Suche nach Sinn und Selbstverwirklichung stärkt.
2.1.1 Ein Gedicht von SATIR
Jeder Mensch sehnt sich mehr oder weniger nach Glück und Zufriedenheit, nach Anerkennung und Geborgenheit, nach Angenommensein und „Etwas-wert-sein“, nach Gesundheit und Harmonie, nach Liebe und Friede, nach Selbsterkenntnis – nach Selbstverwirklichung. FREITAG formuliert es so:
„Es ist für jeden Suchenden ein wunderbares Glück, die wahre Natur des Seins zu erfahren, zu erleben, wie vorher Unüberwindliches plötzlich so transparent wird, wie die klare Morgenluft an einem schönen Frühlingstag. Gehen Sie auf die größte Entdeckungsreise des Lebens. Was auch immer Sie suchen – Gott, das Glück, Reichtum, Erfolg, Liebe, Sie werden immer zum Ausgangspunkt Ihrer Suche zurückkommen. Sie werden immer nur das Eine finden – sich selbst. Sie werden sich selbst erkennen, und in dieser Erkenntnis liegt das Ziel.... Anfang und Ende Ihrer Suche sind Sie selbst...“ (FREITAG, 1991, S. 39 f.).
Der Begriff „Sehnsucht“ kann so verstanden werden, dass sich der Mensch „süchtig“ n a c h etwas „sehnt“; als eine Art „Abzielen“ a u f etwas.
Manche Menschen sprechen z.B. in der Liebe oft von einer „verzehrenden“ Sehnsucht. Von einer Art „Wunde im Innern, die verzehrend sein kann...“, wenn sie sich nach dem geliebten Menschen sehnen. Eine andere Form der Liebe beschreibt Paramahansa YOGANANDA in seinem Buch „Autobiographie eines Yogi“, wenn er u.a. über seine „schmerzliche“ Sehnsucht nach Gott schreibt. Sein Bestreben ist es, Gott zu suchen und auch zu finden. Östliche Lehren gehen davon aus, dass in jedem Menschen diese Sehnsucht nach Gott tief verwurzelt ist. Doch nur die „Weisen“ bzw. Wissenden oder Bewussten würden Gott wirklich suchen – die „Unwissenden“ bzw. Unbewussten würden dies aber nicht tun.
Das Denken, Fühlen und Handeln scheint in der Sehnsucht also von starken Gefühlen beeinflusst zu sein, die sich der willentlichen Entscheidungsfähigkeit weitgehend entziehen. Bleibt die Erfüllung der Wünsche und Sehnsüchte aber aus oder dauert diese Erfüllung zu lange, kann sich der Betroffene in ein Suchtmittel flüchten – Erlösung wird angestrebt.
1. EINFÜHRUNG IN DAS THEMA „ALKOHOL-SUCHT“: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe, Kriterien und Erklärungsmodelle der Alkoholsucht und setzt sich kritisch mit dem Krankheitsbegriff auseinander.
2. „HINTER JEDER SUCHT STECKT EINE SEHNSUCHT?!“: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Hypothese von Verginia Satir durch psychologische und philosophische Argumente sowie eine persönliche Bewertung der Autorin.
3. WERTEFRAGEN IN DER SUCHTHILFE: Der Fokus liegt auf der Bedeutung von Werten, deren Einfluss auf das menschliche Handeln und der Identifikation von Basis-Werten wie Eigenverantwortung.
4. DIE ARBEIT AN EINER SUCHTBERATUNGSSTELLE: Das Kapitel bietet einen Einblick in die Praxis der Suchtberatung, die Rolle des Beraters und verdeutlicht diese anhand einer ausführlichen Fallgeschichte.
5. HANDLUNGSANSÄTZE: Hier werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, um Sinn- und Wertefragen in der Suchthilfe sowie im Bildungswesen zu verankern.
6. SCHLUSSWORT: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Entwicklung während des Schreibprozesses und wirft weiterführende Fragen zur Rolle der Sucht in unserer Gesellschaft auf.
Alkoholsucht, Sehnsucht, Selbstverwirklichung, Wertefragen, Suchtberatung, Eigenverantwortung, Psychosoziale Beratung, Sinnfindung, Suchtprävention, Personenzentrierter Ansatz, Verhaltensänderung, Selbstannahme, Sucht-Gedächtnis, Humanistische Psychologie, Lebenssinn.
Die Diplomarbeit untersucht die Bedeutung von Werten und Sehnsüchten in der Arbeit mit alkoholsüchtigen Menschen und hinterfragt, ob Sucht als Ausdruck einer verdrängten Sehnsucht nach Sinn und Selbstverwirklichung verstanden werden kann.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Erklärungsmodelle von Sucht, die Bedeutung von Werten in der Sozialarbeit sowie die konkrete Beratungspraxis in einer psychosozialen Beratungsstelle.
Das Ziel ist es, die Hypothese „Hinter jeder Sucht steckt eine Sehnsucht“ zu prüfen und aufzuzeigen, wie die Einbeziehung von Sinn- und Wertefragen die Beratung von Suchtkranken effektiver und ganzheitlicher gestalten kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, die spirituelle, psychologische und fachspezifische Quellen einbezieht, ergänzt durch eigene berufliche Erfahrungen der Autorin in der Suchtberatung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Suchtverständnisses, die Validierung der Kernhypothese, die Analyse der Bedeutung von Werten sowie die Darstellung praktischer Ansätze in der Suchtberatung.
Wesentliche Begriffe sind Sucht, Sehnsucht, Selbstverwirklichung, Wertefragen, Eigenverantwortung und eine personenzentrierte Grundhaltung in der Suchthilfe.
Die Autorin wählt diesen Begriff, da sie darin eine Zielrichtung und Absicht erkennt, die über das rein klinische Konzept der Abhängigkeit hinausgeht und den suchenden Charakter des Suchtverhaltens besser beschreibt.
Die Fallgeschichte dient dazu, die theoretischen Ausführungen zur Bedeutung der Wert- und Sinnorientierung in der Beratung praktisch zu illustrieren und den individuellen Genesungsprozess einer Klientin nachvollziehbar zu machen.
Wertekonflikte entstehen, wenn das Individuum vorgelebte gesellschaftliche Werte nicht in Einklang mit den eigenen Bedürfnissen bringen kann, was zu Identitätsverlust und im Extremfall zur Flucht in die Sucht führen kann.
Sie schlägt eine Neubelebung und Ausweitung des Ethikunterrichts vor, um Kinder und Jugendliche frühzeitig in ihrer Wert- und Handlungsorientierung zu stärken und sie somit resilienter gegenüber Suchtentwicklungen zu machen.
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