Examensarbeit, 2009
73 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Ziele und Grundlagen der Arbeit
1.2 Hinweise zum Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsstand: Untersuchungen zu Sprachpolitik und Sprachbewusstsein in Galicien
2 Die galicische Sprache: ein sprachhistorischer Überblick
2.1 Ursprung und Blütezeit der galicischen Sprache
2.2 Die séculos escuros
2.3 O Rexurdimento: Rosalía de Castro, Curros Enríquez und Eduardo Pondal
2.4 Galicisch im 20. und 21. Jahrhundert
2.4.1 Galicisch in Zahlen
2.4.2 Galicisch als Erstsprache
2.4.3 Sprachliche Kompetenz
3 Sprachpolitik im Wandel: von der transición bis heute
3.1 Begriffsklärung: Was ist Sprachpolitik?
3.1.1 Sprachplanung: eine Untersuchung von Michaela Luyken
3.1.2 Korpusplanung
3.2 Die Anfänge der Sprachpolitik in Galicien und ihre Entwicklung
3.3 Der Status der Sprachpolitik in Galicien und sozial-politische Rahmenbedingungen
3.4 Aktuelle Sprachpolitik
3.4.1 Das galicische Bildungswesen im Wandel
3.4.2 Sprachliche Normalisierung im Bildungswesen des 21. Jahrhunderts
4 Schlussbetrachtungen
5 Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Sprachpolitik in Galicien sowie das damit verbundene Sprachbewusstsein der Bevölkerung unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des galicischen Bildungswesens und der soziolinguistischen Dynamik in einer Region, die einen tiefgreifenden Wandel durchläuft.
2.2 Die séculos escuros
In den Jahren des 16. bis 18. Jahrhunderts spricht man von einer Verdrängung des Galicischen, besonders in der Schriftsprache. Diese Phase wird allgemein als die der séculos escuros betitelt (vgl. Kabatek 2000: 286). Das Selbstbewusstsein der Galicisch sprechenden Bevölkerung leidet ungemein, da ausschließlich das Kastilische als Sprache anerkannt ist und in allen Bereichen Verbreitung gefunden hat. In Kirche und Administration wird das Kastilische angewandt und es etabliert sich ein kastilischer Adel in Galicien. Das Galicische verschwindet aus dem schriftlichen Gebrauch und lediglich die einfache Landbevölkerung, die in Galicien die Mehrheit ausmacht, spricht weiterhin Galicisch. Es beginnt eine sprachliche Trennung der Gesellschaft nach sozialer Klasse (vgl. Mariño Paz 1998: 202 f.). Mariño Paz (ibid.: 203) spricht hier von einer strikten Trennung zwischen „vida lingüística cotiá e a vida lingüística oficial“. In dieser Zeit entsteht im restlichen Spanien ein negatives Bild Galiciens, das auf Grund seiner abgelegenen geographischen Situierung dem politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Geschehen im übrigen Spanien nachsteht. Die Galicier werden als ungebildete Bauern mit einem schlecht klingenden Dialekt stigmatisiert (vgl. Bröking 2002: 59). Diese Vorurteile halten sich im Laufe der Geschichte hartnäckig und selbst heute existieren noch Standpunkte, die das Galicische als Sprache der unteren sozialen Schichten ansehen und dem Kastilischen weitaus mehr Prestige zusprechen. Doch zum heutigen Sprachbewusstsein soll später noch ausführlicher berichtet werden (vgl. Kapitel 3.3).
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsziele, der Methodik und des aktuellen Forschungsstands zur Sprachpolitik in Galicien.
2 Die galicische Sprache: ein sprachhistorischer Überblick: Chronologische Darstellung der Entwicklung des Galicischen, von seinem Ursprung über die "dunklen Jahrhunderte" bis zur Moderne.
3 Sprachpolitik im Wandel: von der transición bis heute: Analyse theoretischer Grundlagen der Sprachplanung, der historischen Anfänge der Sprachpolitik in Galicien sowie aktueller normalisierungspolitischer Maßnahmen im Bildungswesen.
4 Schlussbetrachtungen: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung des Galicischen und Ausblick auf die Notwendigkeit einer effektiven Sprachpolitik.
5 Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
Galicien, Sprachpolitik, Sprachplanung, Sprachbewusstsein, Galicisch, Kastilisch, Bilinguismus, Sprachliche Normalisierung, Soziolinguistik, Normenstreit, Bildungssektor, Identität, Minoritätensprache, Sprachwandel, Autonomie.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Sprachpolitik Galiciens und deren Einfluss auf das Sprachbewusstsein der Bevölkerung sowie auf die Verwendung des Galicischen im gesellschaftlichen und schulischen Kontext.
Zu den Schwerpunkten zählen die Sprachgeschichte des Galicischen, der theoretische Rahmen der Sprachplanung, der politisch motivierte Normenstreit und die Implementierung von Sprachförderung im Bildungssystem.
Das Ziel ist die Untersuchung der aktuellen sprachpolitischen Maßnahmen in Galicien und deren Auswirkungen auf den Erhalt der galicischen Sprache angesichts des starken Einflusses des Kastilischen.
Die Arbeit stützt sich auf eine soziolinguistische Analyse, die quantitative Daten (z.B. aus dem Mapa sociolingüístico de Galicia) und qualitative Quellen (Literatur und politische Programme) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Teil zur Sprachentwicklung und einen umfassenden Analyseteil zur Sprachpolitik, zur Korpusplanung sowie zur konkreten Situation im galicischen Bildungswesen.
Zentrale Begriffe sind Galicisch, Sprachpolitik, Sprachplanung, Bilinguismus, Sprachliche Normalisierung und der soziopolitische Status des Galicischen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Ausrichtung der Sprachpolitik stark von der jeweiligen Regierungskoalition abhängt, wobei unterschiedliche Ideologien (von nationaler Orientierung bis hin zu einem formalen "harmonischen Bilinguismus") direkt die Maßnahmen in den Schulen beeinflussen.
Das Bildungssystem gilt als zentrale Instanz für die Vermittlung von Sprachkompetenz, steht jedoch im Spannungsfeld zwischen gesetzlichen Vorgaben zur Normalisierung und der praktischen Dominanz des Kastilischen in urbanen Zentren und privaten Schulen.
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