Bachelorarbeit, 2023
41 Seiten, Note: 1,0
1. Problemaufriss und Zielstellungen
2. Theoretische Grundlagen zur Hochbegabung
2.1 Vergleich des Hochbegabungs- und Begabungsbegriffes
2.2 Vergleich des Verständnisses zweier Hochbegabungsdefinitionen
2.2.1 Performanzdefinition
2.2.2 Kompetenzdefinition
2.3 Das differenzierte Hochbegabungsmodell nach GAGNÉ (2000)
3. Theoretische Grundlagen zum Underachievement
3.1 Begriffsklärung
3.2 Entstehung des Underachievements
4. Einflussfaktoren auf das Minderleistungsverhalten
4.1 Interpersonelle Faktoren
4.1.1 Schule als Institution
4.1.2 Unterforderung und Lehrstil
4.1.3 Boreout
4.1.4 Schüler-Lehrer-Beziehung
4.2 Intrapersonale Faktoren
4.2.1 Motivation und Desinteresse
4.2.2 Mangelnde Arbeits- und Lernstrategien (Skills)
4.2.3 Ängstlichkeit
4.2.4 Selbstregulierung
4.2.5 Selbstkonzept
4.2.6 Zielbewertung/ Zielsetzung
5. Minderleistung – Ein „Problem“ das behoben werden kann?
6. Modifizierende Maßnahmen im Unterricht
6.1 Das „Trifocal-Model“ nach RIMM (1995)
6.1.1 Fordernde Lernumgebung und motivierende Unterrichtsgestaltung
6.1.2 Individuelle Bedürfnisse im Kooperationsklassenverband (Innere Differenzierung)
6.1.3 Enrichment und sukzessive Annäherung
6.1.4 Positive Affirmationen zur Unterstützung positiven Denkens
6.1.5 Erfolgsorientiertes verantwortungsbewusstes Lernen
6.1.6 Angemessene Selbstauskunft und Lehrerwirksamkeit
6.1.7 Feedbackverhalten
6.1.8 Konkrete Zielsetzung
6.2 Der richtige Zeitpunkt, Maßnahmen einzusetzen
6.3 Erfolgsquote unterrichtsinterner Interventionen
7. Beantwortung der Forschungsfrage und Resümee
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern intrapersonale und interpersonelle Faktoren die Entstehung von Minderleistungsverhalten (Underachievement) bei hochbegabten Schüler:innen beeinflussen und wie unterrichtsinterne Modifikationen durch Lehrpersonen effektiv eingesetzt werden können, um diesem Phänomen entgegenzuwirken.
3.2 Entstehung des Underachievements
Der Recherche zufolge bestehen erhebliche Meinungsverschiedenheiten darüber, welche Ursachen für Minderleistungen bei begabten Schüler:innen verantwortlich sind. Bereits Gallagher und Rogge (1966) äußern, dass noch nicht vollständig erforscht ist, wie es zur Entwicklung des Minderleistungsverhaltens kommt und wie dagegen vorgegangen werden kann (zit. nach Whitmore, 1980, S. 171). Auch bis heute ist nicht vollständig geklärt, wieso sich einige Hochbegabte zu Underachievern entwickeln (Alvarez, 2010, S. 112). Rutter (1974) stellt fest, dass niemals ein einziger Grund für die Minderleistung verantwortlich ist (zit. nach Chukwu-Etu, 2009, S. 95). Underachiever arbeiten somit aus unterschiedlichsten Gründen unterhalb ihres möglichen Niveaus (Heinbokel, 2001, S. 62).
Mehrere Studien weisen auf einen starken Zusammenhang zwischen sozial-emotionalen Faktoren und der schulischen Leistungen von minderleistenden Schüler:innen hin (Neihard et al., 2002; Rimm, 1995; Schunk, 1998 zit. nach Blaas, 2004, S. 246), sodass es sich beim Underachievement um ein komplexes Phänomen handelt, welches von intrapersonalen und interpersonellen Faktoren beeinflusst wird (Desmet, 2020, S. 85). Auch Stapf (2008) sieht die Problematik des Underachievements im komplexen Bedingungsgefüge von persönlichkeits- und umweltbezogener Variablen im Kontext der Schule (S. 210). Deshalb ist es wichtig, auf die intrapersonalen und interpersonellen Gründe gezielt separat einzugehen, um die im späteren Verlauf der Arbeit genannten Handlungsmöglichkeiten zur Prävention, als auch Intervention des Underachievements, auf ihre In-, beziehungsweise Kohärenz mit diesen zu untersuchen. Im Folgenden wird die Wechselbeziehung von minderleistendem Verhalten bei hochbegabten Schüler:innen und den intrapersonalen, als auch interpersonellen Faktoren erörtert.
1. Problemaufriss und Zielstellungen: Einführung in die Thematik der unterdurchschnittlichen Leistung trotz Hochbegabung und Darstellung der Forschungsrelevanz.
2. Theoretische Grundlagen zur Hochbegabung: Klärung der Begrifflichkeiten und Vorstellung des differenzierten Hochbegabungsmodells nach GAGNÉ.
3. Theoretische Grundlagen zum Underachievement: Definition von Minderleistung und Analyse der Ursachen für die Entstehung von Underachievement.
4. Einflussfaktoren auf das Minderleistungsverhalten: Detaillierte Untersuchung von interpersonellen und intrapersonalen Faktoren, die Minderleistungen begünstigen.
5. Minderleistung – Ein „Problem“ das behoben werden kann?: Reflexion darüber, ob und wie Minderleistung durch gezielte schulische Maßnahmen beeinflussbar ist.
6. Modifizierende Maßnahmen im Unterricht: Präsentation konkreter Fördermöglichkeiten für Lehrpersonen mittels des „Trifocal-Models“.
7. Beantwortung der Forschungsfrage und Resümee: Synthese der Ergebnisse und Fazit zur Relevanz und Komplexität der Förderung von Underachievern.
Hochbegabung, Underachievement, Minderleistung, Fördermaßnahmen, Lehrstil, Motivation, Selbstkonzept, interpersonelle Faktoren, intrapersonelle Faktoren, Trifocal-Modell, Schulpädagogik, Leistungsentwicklung, Lernstrategien, schulische Identifikation, pädagogische Intervention.
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von hochbegabten Schüler:innen, die in der Schule Leistungen erbringen, die weit unter ihrem tatsächlichen intellektuellen Potenzial liegen.
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Hochbegabung, die Identifikation von Ursachen für Minderleistung und die Entwicklung wirksamer unterrichtsinterner Förderstrategien.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch spezifische Modifikationen in Unterricht und Interaktion das Potenzial von sogenannten Underachievern besser entfalten können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden pädagogisch-psychologischen Modellen, insbesondere dem „Trifocal-Modell“.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von interpersonellen Faktoren (wie Schule, Lehrstil, Beziehung) und intrapersonalen Faktoren (wie Motivation, Selbstbild, Lernstrategien) sowie die Vorstellung konkreter Interventionsmaßnahmen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Hochbegabung, Minderleistung, Underachievement, motivationale Förderung und schulische Interventionsmöglichkeiten charakterisiert.
Die Performanzdefinition setzt Hochbegabung mit sichtbar guten Schulleistungen gleich, während die Kompetenzdefinition Hochbegabung als ein latentes Potenzial versteht, das nicht zwingend in direkt beobachtbaren Ergebnissen münden muss.
Eine negative Lehrer-Schüler-Beziehung kann zu einem Mangel an Motivation führen, da Schüler sich nicht wertgeschätzt fühlen und in der Folge eine feindselige oder passive Haltung gegenüber schulischen Anforderungen entwickeln.
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