Examensarbeit, 2009
127 Seiten, Note: 1,3
Kapitel 1: Essverhaltensstörungen
1.1. Formen der Essverhaltensstörung – ein Überblick
1.2. Kennzeichen von Essstörungen
1.2.1. Kennzeichen von Anorexia und Bulimia nervosa
1.2.2. Verbreitung von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen nach KIGGS
1.2.3. Die Binge-Eating-Störung
1.3. Der Body-Mass-Index in Verbindung mit Essstörungen
1.4. Ursachen für die Entwicklung von Essstörungen bei Heranwachsenden
1.4.1. Entwicklung von Essstörungen infolge von Körperbild und Diät
1.4.2. Entwicklung von Essstörungen durch die Pubertät
1.4.3. Entwicklung von Essstörungen durch traumatische Erlebnisse
1.5. Forschungsergebnisse
1.5.1. Resultate einer Schweizer Studie zu Essgewohnheiten und Gesundheit
1.5.2. Ergebnisse der Kieler Adipositas Präventionsstudie
1.6. Gesellschaftliche Hintergründe der Essstörungen von Kindern und Jugendlichen und ihre Prävalenz in den verschiedenen sozialen Schichten
1.7. Essstörungen und Familie
1.7.1. Die Adipositas-Familie
1.7.2.Familien mit Magersucht
1.7.3. Die Bulimie-Familie
Kapitel 2: Der Suchtcharakter von Essstörungen
2.1. Definition „Sucht“
2.2. Sucht und Pubertät
2.3. Sucht und Persönlichkeit
2.4. Essen als legales Suchtmittel
2.4.1. Ess-Sucht
2.4.2. Mager-Sucht
2.4.3. Ess-Brech-Sucht
Kapitel 3: Kinder und Jugendliche an der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen
3.1. Phänomen Förderbedarf im Schwerpunkt Lern- und Leistungsverhalten
3.2. Modelle zur Erklärung von Lernbeeinträchtigung
3.3. Förderbedarf beim Lernen und das soziale Milieu
Kapitel 4: Möglichkeiten zur Prävention von Essstörungen im schulischen Rahmen
4.1.Gesundheitsförderung in der Schule
4.1.1. Bewegungsangebote
4.1.2. Gesunde Ernährung
4.2. Suchtprävention in der Schule
4.2.1. Verschiedene Arten der Prävention vor Suchterkrankungen
4.2.2. Gerichtete und ungerichtete Prävention
4.2.3. Intention der schulischen Suchtprävention
4.2.4. Voraussetzungen für erfolgreiche Suchtprävention
4.2.5. Mögliche Gefahren bei der schulischen Suchtprävention
4.2.6. Kritik an schulischer Suchtprävention
Kapitel 5: Befragung an saarländischen Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen
5.1. Anlass der Befragung
5.2. Befragung der Klassenlehrer und -lehrerinnen der saarländischen Lern-Förderschulen zum Thema Ess- und Gewichtsstörungen ihrer Schüler/innen
5.3. Ergebnisse
a) Allgemeine Angaben zur Zusammensetzung der Klasse
b) Einschätzung des Körpergewichts der Schüler/innen
c) Auffälligkeiten im Essverhalten
d) Maßnahmen in Schule und Unterricht, in der Elternarbeit
e) Maßnahmen zur Prävention von Ess- und Gewichtsstörungen
6. Fazit:
Diese Arbeit untersucht die Relevanz von Essstörungen und Gewichtsproblemen bei Kindern und Jugendlichen an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob Essstörungen ein relevantes Thema für diese spezielle Schülerschaft darstellen, insbesondere unter Berücksichtigung ihrer sozioökonomischen Lebensbedingungen und familiären Hintergründe.
1.2.1.2. Bulimia nervosa
Bei der Bulimia nervosa können sich oft Anzeichen von oder Übergänge zu einer Persönlichkeits-, Angststörung oder einer „Impuls-Kontroll-Störung“ bemerkbar machen (vgl. Dörr, Birnbaum, Rascher 2002, S.233). Bei der erst 1979 als Essstörung klassifizierten Bulimie entwickelt sich aus dem Wechselspiel zwischen strengen Diäten und dadurch induzierten, exzessiven Essattacken ein Teufelskreis.
Diagnostizieren lässt sich die Bulimie anhand folgender Merkmale: Entsprechend zur Magersucht liegen auch bei der Bulimia nervosa charakteristische Kennzeichen vor (vgl. DSM-III-R, 1989, S.101 in Buddeberg-Fischer 2000, S. 7; DSM-IV in Gerlinghoff, Backmund 2005, S. 12f):
Wiederholt treten in regelmäßigem Abstand Essanfälle auf, bei denen große Mengen an Nahrung innerhalb kurzer Zeit verschlungen werden, begleitet von einem Empfinden des Kontrollverlustes. Die damit verbundene Gewichtszunahme wird von dem Betroffenen verhindert durch verschiedene ausgleichende Maßnahmen wie Erbrechen, den Gebrauch von Medikamenten wie Appetitzüglern, Entwässerungs- oder Abführmitteln. Erkrankte, die eine solche Art der Gewichtsregulierung betreiben, leiden unter der Bulimia nervosa des „Purging-Typus“. Andere aber greifen regulierend ein durch striktes Fasten und/oder erhöhten Kalorienverbrauch infolge übermäßiger Bewegung und sind daher dem „Non-Purgin-Typus“ zuzuordnen (vgl. Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz: http://www.ernaehrung.de/tipps/ essstoerungen/essstoerungen12.php).
Die Essattacken treten in wiederkehrenden Abständen über einen Zeitraum von minimal zwölf Wochen auf, wobei im Durchschnitt wöchentlich zwei oder mehr Anfälle auftreten (vgl. Herpertz-Dahlmann 1993, S.55). Betroffene haben ständig den Drang, sich eindringlich und mit Hingabe mit ihrer Figur und ihrem Gewicht zu beschäftigen. Außerdem schämen sie sich oft für ihre Krankheit, wodurch es ihnen meist gelingt, diese lange Zeit vor ihrem Umfeld geheim zu halten. Dies jedoch kann zur sozialen Isolation führen (vgl. Adipositas- Online. Informationen für Angehörige: http://www.adipositas-online.info/angehoerige /information/ info. htm).
Kapitel 1: Essverhaltensstörungen: Dieses Kapitel definiert und klassifiziert verschiedene Essstörungen wie Anorexie, Bulimie und Adipositas und beleuchtet deren Ursachen sowie die gesundheitlichen Risiken für Kinder und Jugendliche.
Kapitel 2: Der Suchtcharakter von Essstörungen: Hier wird der Zusammenhang zwischen Essverhalten und Suchttheorie untersucht und erläutert, wie Essen als legales Suchtmittel fungieren kann, um emotionale Defizite zu kompensieren.
Kapitel 3: Kinder und Jugendliche an der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen: Dieses Kapitel thematisiert die spezifische Lebenssituation und die Förderbedarfe der Schülerschaft an Förderschulen Lernen, oft geprägt von sozioökonomischer Benachteiligung.
Kapitel 4: Möglichkeiten zur Prävention von Essstörungen im schulischen Rahmen: Dieses Kapitel stellt gesundheitsfördernde Ansätze und suchtpräventive Maßnahmen vor, die Lehrer im schulischen Alltag anwenden können, um gestörtem Essverhalten entgegenzuwirken.
Kapitel 5: Befragung an saarländischen Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen: Hier werden die Ergebnisse einer empirischen Lehrerbefragung präsentiert, die Einblicke in die Problematik von Ess- und Gewichtsstörungen an den untersuchten Schulen gibt.
6. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse und empirischen Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit individueller Unterstützung bei Essstörungen im schulischen Setting.
Essstörungen, Adipositas, Anorexie, Bulimie, Förderschwerpunkt Lernen, Suchtprävention, Gesundheitsförderung, Sozialstatus, Jugendliche, Schulalltag, Ernährung, psychische Belastung, pädagogische Ansätze, Lehrerbefragung, Körperbild.
Die Arbeit untersucht das Auftreten und die Prävention von Essstörungen bei Schülern an Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen unter Berücksichtigung sozioökonomischer Faktoren.
Die zentralen Felder sind die medizinischen Grundlagen von Essstörungen (Magersucht, Bulimie, Adipositas), die Bedeutung des sozialen Milieus für die Entwicklung solcher Störungen und präventive Strategien in der Schule.
Das Ziel ist zu klären, inwiefern Essstörungen ein relevantes Thema für die Schülerschaft an Förderschulen Lernen sind und wie Schulen präventiv und unterstützend agieren können.
Die Arbeit kombiniert eine Literaturrecherche zu den theoretischen Grundlagen mit einer quantitativen Lehrerbefragung an saarländischen Förderschulen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Essstörungen und Sucht, die Analyse der spezifischen Schülerschaft an Förderschulen sowie die Darstellung von Präventionsmöglichkeiten und die Auswertung der durchgeführten Lehrerbefragung.
Essstörungen, Adipositas, Förderschwerpunkt Lernen, Suchtprävention, sozioökonomische Faktoren, Gesundheitsförderung.
Studien zeigen, dass Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen ein höheres Risiko für Fehlernährung und Gewichtsprobleme aufweisen, was oft mit instabilen Familienverhältnissen und mangelnden Bewältigungsressourcen korreliert.
Die befragten Lehrkräfte setzen primär auf Gesundheitsaufklärung und Ernährungserziehung, oft in Verbindung mit gemeinsamem Kochen oder Frühstücksritualen, um Bewusstsein für gesunde Ernährung zu schaffen.
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