Examensarbeit, 2008
67 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Fachwissenschaftliche Begriffsklärung
2.1 Imperialismus
2.1.1 Definition
2.1.2 Etappen
2.2 Kolonialismus
2.2.1 Kolonie
2.2.2 Schutzgebiet
2.2.3 Kolonialpolitik
3. Kolonialpolitische Strategien im Deutschen Reich
3.1 Ablehnung der Kolonialidee zu Beginn des Deutschen Reiches
3.2 Gründe der strategischen Wende seit Mitte der achtziger Jahre des 19. Jh.
3.2.1 Die Auswanderungsproblematik des Deutschen Reiches im 19. Jh.
3.2.1.1 Auswanderungsbewegungen im 19. Jh.
3.2.1.2 Einwanderung im Auswanderungsland: Von „Ruhrpolen“ und Wanderarbeitern
3.2.2 Wirtschaftliche Motive für die koloniale Ausbreitung durch das Deutsche Reich
3.2.2.1 Das Zeitalter des Imperialismus als Frühphase der Globalisierung
3.2.2.2 Die Zeit schwerer Wirtschaftskrisen der siebziger Jahre des 19. Jh.
3.2.2.3 Orientierung an der englischen Handelspolitik als Weg aus der Krise
3.2.3 Der Einfluss von Parteien und Kolonialgesellschaften auf die Kolonialpolitik des Deutschen Reiches
3.2.4 Kolonialpolitik als Mittel zur Befriedung des öffentlichen Dranges nach internationalem Ansehen
4. Außenpolitische Strategien in der Kolonialpolitik des Deutschen Reiches
4.1 Die Machtkonstellation am Ende des 19.Jh.
4.2 Von der Friedenssicherung in Europa bis zum Streben nach Weltgeltung – außenpolitische Zielsetzungen der Kolonialpolitik im Spannungsfeld der Weltpolitik
4.2.1 Ausgewählte Problemlagen in der Zeit Bismarcks
4.2.2 Ausgewählte Problemlagen in der Zeit Caprivis
4.2.3 Ausgewählte Problemlagen in der Zeit Hohenlohes
4.2.4 Ausgewählte Problemlagen in der Zeit Bülows
5. Umsetzung der Kolonialpolitischen Strategien am Beispiel der „Musterkolonie Togo“
5.1 Inbesitznahme und Verwaltung
5.2 wirtschaftliche Entwicklung und Bedeutung für das Deutsche Reich
5.3 Berichterstattung, Meinungsbildung und Propaganda im Sinne des Reiches
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die Hintergründe der kolonialpolitischen Strategien des Deutschen Reiches im Zeitalter des Imperialismus. Dabei wird analysiert, wie sich die offizielle Haltung der Reichsregierung, maßgeblich geprägt durch verschiedene Kanzler von Bismarck bis Bülow, wandelte und welche ökonomischen, sozialen sowie außenpolitischen Motive diesen Wandel bedingten.
3.2.1.1 Auswanderungsbewegungen im 19. Jh.
Über sechs Millionen Deutsche emigrierten zwischen 1820 und 1930. Nahezu 90 % von ihnen zog es dabei in die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Gründe für diesen massenhaften Weggang sind zahlreich und vielschichtig. Zum einen kam es im 19. Jahrhundert zum Übergang von der Agrargesellschaft zu Industriegesellschaft. Dieser Übergangsprozess war sowohl räumlich, als auch zeitlich gesehen uneinheitlich vonstatten gegangen. Das brachte Probleme mit sich, denn nicht überall stimmte die Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte mit dem Arbeitsangebot überein. Deshalb kam es immer wieder zu Auswanderungsspitzen.
Während es in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts vornehmlich um das Interesse an den neuentdeckten Gebiete und Kulturen ging, so setzte in den dreißiger Jahren ein neuer Trend ein. Durch die vorherrschende Unterdrückung begann man, die überseeischen Gebiete als Ziel für Auswanderungen anzusehen. Etwa 100000 Menschen verließen seitdem jährlich die deutschen Lande, zumeist in Richtung Amerika.
In der ersten Zeit deutscher Auswanderung entschieden sich tausende deutscher Händler und Handwerker für den Weggang aus Deutschland. Sie ließen sich zumeist in britischen, französischen, portugiesischen oder spanischen Territorien nieder, um dort ihrer Tätigkeit nachzugehen.
Bis in das letzte Viertel des 19. Jh. beschränkte sich der Handel zumeist auf die europäischen Nachbarländer, nach 1850 vergrößerte sich der Welthandel jedoch zusehends. Da es bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh. weltweit keinerlei deutsche Handelsstützpunkte und bis 1884 keine deutschen Territorien außerhalb des Reiches gab, zogen es viele Händler und Kaufleute vor, ihrem Heimatland den Rücken zu kehren, um in anderen Ländern ihre Geschäfte zu machen.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die aktuelle Bedeutung der deutschen Kolonialgeschichte vor dem Hintergrund einer zunehmend globalisierten Welt.
2. Fachwissenschaftliche Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Imperialismus und Kolonialismus und unterteilt den Imperialismus in verschiedene historische Phasen.
3. Kolonialpolitische Strategien im Deutschen Reich: Hier werden die Gründe für den Wandel von der anfänglichen Ablehnung kolonialer Bestrebungen hin zur aktiven Expansion durch das Kaiserreich untersucht.
4. Außenpolitische Strategien in der Kolonialpolitik des Deutschen Reiches: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld der internationalen Machtkonstellationen und die spezifischen Ziele der verschiedenen Reichskanzler.
5. Umsetzung der Kolonialpolitischen Strategien am Beispiel der „Musterkolonie Togo“: Anhand von Togo wird die praktische Umsetzung von Verwaltung, Wirtschaftsausbeutung und Propaganda in einer deutschen Kolonie detailliert dargestellt.
Imperialismus, Kolonialpolitik, Deutsches Reich, Togo, Weltgeltung, Auswanderung, Wirtschaftskrisen, Bismarck, Caprivi, Bülow, Schutzgebiete, Globalisierung, Handelsstützpunkte, Außenpolitik, Kolonialgesellschaften
Die Arbeit analysiert die Motive, Strategien und außenpolitischen Zielsetzungen des Deutschen Reiches bei der Etablierung und Ausweitung seines kolonialen Besitzes im Zeitalter des Imperialismus.
Zentral sind die wirtschaftlichen Hintergründe, die Bedeutung der Auswanderungsproblematik für die Kolonialentscheidungen sowie der Einfluss von Interessengruppen und die Machtdynamiken zwischen den europäischen Kolonialmächten.
Das Ziel ist es, den Wandel der deutschen Kolonialpolitik von einer strikten Ablehnung unter Bismarck bis zur aggressiven Weltmachtpolitik unter Bülow zu erklären und die zugrundeliegenden Strategien nachzuweisen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Primärquellen wie Reden, Verträgen, Berichten und zeitgenössischen Dokumenten, um die Motive der Akteure nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die Analyse der inneren Motive (Wirtschaft, Bevölkerung), die außenpolitischen Strategien der verschiedenen Kanzler sowie eine Fallstudie zur „Musterkolonie Togo“.
Wesentliche Begriffe sind Imperialismus, Kolonialpolitik, Deutsches Reich, Weltgeltung, Auswanderung, Schutzgebiete und die spezifische Politik der Kanzler Bismarck, Caprivi und Bülow.
Togo galt zeitgenössisch als „Musterkolonie“; die Arbeit nutzt dieses Beispiel, um Diskrepanzen zwischen dem offiziellen Bild, der tatsächlichen Verwaltungspraxis und dem begrenzten wirtschaftlichen Nutzen aufzuzeigen.
Sie fungierten als einflussreiche Lobbygruppen, die durch agitative Arbeit den öffentlichen Druck auf die Reichsregierung erhöhten, um eine aktivere koloniale Expansionspolitik zu erzwingen.
Die Flottenpolitik wird als Instrument der kaiserlichen Expansionspolitik gesehen, das dazu dienen sollte, dem Deutschen Reich international mehr Gewicht zu verleihen und es als Weltmacht zu etablieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

