Bachelorarbeit, 2020
46 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Definition und Erscheinungsbild
3. Geschichte und Epidemiologie
4. Erklärungsansätze zum Entstehen der Anorexia Nervosa
4.1 Der familienpsychologische systemische Ansatz
4.2 Der soziokulturelle und gesellschaftliche Erklärungsansatz
5. Geschlechtsspezifische Erwartungen an den Körper von Frauen
5.1 Der Körper im Gesellschaftskontext
5.2 Das Schlankheitsideal der modernen Gesellschaft
5.3 Die sozialen Medien
6. Geschlechtsspezifische Erwartungen an die Identität von Frauen
6.1 Gesellschaftliche Rollenvorstellungen
6.2 Problematische Familiendynamiken
6.3 Magersucht und Identität
7. Lösungsstrategie: Magersucht
8. Fallbeispiele
8.1 Die Identitätsfindung innerhalb der geschlechtsspezifischen Problematiken im Gesellschafts- und Familienkontext
8.2 Die Entwicklung des Körpergefühls innerhalb gesellschaftlich und familiärer Problematiken
8.3 Der Stellenwert und die Funktion der Magersucht
9. Fazit
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, Magersucht nicht primär als klinische Störung des Individuums zu betrachten, sondern als eine psychosoziale Reaktion junger Frauen auf gesellschaftliche Erwartungsdrucke, Rollenkonflikte und problematische familiäre Strukturen. Die Forschungsfrage untersucht, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und familiären Aspekte die Entstehung dieser Essstörung begünstigen.
1. Einleitung
„Sie können ihr Wissen nicht in Worte fassen, da die Kultur ihnen die Wirklichkeit ihrer intuitiven Wahrheit verächtlich abspricht- so erzählen sie ihre Geschichte mit dem Körper“ (Stainer-Adair 1998: 250).
Dieses Zitat von Catherine Stainer-Adair, das die Magersucht als stumme Rebellion auf eine fehlerhafte Umwelt darstellt, trifft sehr passend den Blickwinkel, aus dem Magersüchtige Mädchen im Folgenden betrachtet werden sollen.
In vielen Werken und wissenschaftlichen Arbeiten wird die Magersucht als ein Fehler, eine Krankheit oder eine Störung des Individuums dargestellt und auf der Suche nach Erklärungsansätzen und Ursachen werden Faktoren in der betroffenen Person selbst liegend benannt. Man findet zu genüge Literatur zu verschiedensten Therapieansätze, die sich damit beschäftigen, wie eine Person wieder geheilt werden kann. In denen meisten ist jedoch nur sehr oberflächlich oder auch gar nicht das Umfeld der Betroffenen in die Therapie mit einbezogen.
Der Schwerpunkt der Betrachtungsweise liegt somit sehr häufig nur auf der magersüchtigen Person und der Magersucht als Erkrankung. In dieser Bachelorarbeit soll das Augenmerk jedoch auf die äußeren Faktoren, auf die geschlechtsspezifischen gesellschaftlich problematischen Einflüsse auf das Körperbild, die Geschlechternormen und das Identitätsgefühl junger Frauen gerichtet werden. Angelehnt an die Sichtweise der Disability Studies mit ihrer Kritik an der klinischen Perspektive von Beeinträchtigungen, soll die Magersucht weniger als Krankheit, sondern vielmehr als Reaktion auf eine problematische Gesellschaftsdynamik in Bezug auf die Lebenswelt junger Frauen betrachtet werden. Eine Sichtweise der Magersucht als ein Ausdruck von Selbstbestimmung und versuchter Lösung von gesellschaftlich ausgelösten Konflikten und Drucksituationen auf das Körper- und Rollengefühl dieser Frauen. In der Arbeit wird sich ausschließlich mit der weiblichen Lebenswelt Magersüchtiger befasst, da Frauen weitaus häufiger betroffen sind, als das männliche Geschlecht und die Umweltfaktoren, die Magersucht begünstigen, überwiegend geschlechtsspezifisch sind.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, Magersucht als gesellschaftlich bedingte Reaktion statt als reine Indidvidualstörung zu begreifen.
2. Definition und Erscheinungsbild: Dieses Kapitel definiert Anorexia Nervosa medizinisch und beschreibt typische körperliche sowie psychische Symptome.
3. Geschichte und Epidemiologie: Es wird ein historischer Abriss der Krankheit gegeben und die epidemiologische Datenlage mit ihren statistischen Schwierigkeiten beleuchtet.
4. Erklärungsansätze zum Entstehen der Anorexia Nervosa: Hier werden der familienpsychologische systemische Ansatz sowie der soziokulturelle Erklärungsansatz als theoretische Fundamente vorgestellt.
5. Geschlechtsspezifische Erwartungen an den Körper von Frauen: Das Kapitel analysiert den sozialen Druck bezüglich Körperbildern, Schlankheitsidealen und den Einfluss sozialer Medien.
6. Geschlechtsspezifische Erwartungen an die Identität von Frauen: Es werden die Rollenkonflikte der Frau zwischen Tradition und Emanzipation sowie familiäre Dynamiken als Auslöser untersucht.
7. Lösungsstrategie: Magersucht: Magersucht wird hier als unbewusster Lösungsversuch und Konfliktstrategie bei Überforderung interpretiert.
8. Fallbeispiele: Anhand zweier Berichte wird die Theorie praktisch auf die Lebensgeschichten Betroffener angewandt.
9. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf notwendige gesellschaftliche Veränderungen.
Magersucht, Anorexia Nervosa, Frauenbild, Rollenkonflikt, Körperbild, Familiensystem, Identitätsfindung, Leistungsdruck, Schlankheitsideal, soziale Medien, Soziologie, Empowerment, Essstörung, Prävention, Emanzipation.
Die Arbeit untersucht Magersucht als Reaktion auf gesellschaftliche und familiäre Anforderungen, anstatt sie ausschließlich als individuelle Krankheit zu sehen.
Zentral sind der Einfluss von gesellschaftlichen Schönheitsidealen, geschlechtsspezifische Rollenerwartungen, familiäre Dynamiken und die Funktion der Magersucht als Identitätsmedium.
Das Ziel ist es, die Magersucht aus der rein klinischen Betrachtungsweise zu lösen und gesellschafts-kritische Ursachenfaktoren für die Erkrankung junger Frauen aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-literaturbasierten Ansatz, der durch die interpretative qualitative Analyse persönlicher Berichte Betroffener verifiziert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle (systemisch, soziokulturell) und eine detaillierte Analyse der Faktoren Körperbild, Rollenidentität und Familiendynamik bei jungen Frauen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Rollenkonflikt, Körperinszenierung, Systemtheorie des Familiensystems und das Spannungsfeld zwischen Emanzipation und traditionellen Erwartungen geprägt.
Die Arbeit identifiziert insbesondere hohen Leistungsdruck, emotionale Überfürsorge und ein Klima, in dem Konflikte vermieden statt ausgetragen werden, als signifikante Faktoren.
Es wird als massiver Stressfaktor beschrieben, der in einer westlich geprägten Wohlstandsgesellschaft soziale Anerkennung an das Gewicht knüpft und von Betroffenen zur Identitätsbildung oder Abgrenzung genutzt wird.
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