Diplomarbeit, 2007
141 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE BETRACHTUNGEN
2.1 IB-THEORIEN ÜBER SCHWACHE AKTEURE DES INTERNATIONALEN SYSTEMS
2.1.1 Idealismus
2.1.1.1 Idealistische Einschätzungen über die Einflussmöglichkeiten schwacher Akteure des internationalen Systems
2.1.1.2 Alexander Graf Lambsdorff zur VN-Reformdebatte
2.1.2 Realismus
2.1.2.1 Realistische Einschätzungen die Einflussmöglichkeiten schwacher Akteure des internationalen Systems
2.1.2.2 Die Heritage-Foundation zur Reform des WSR
2.1.3 Konstruktivismus
2.1.3.1 Konstruktivistische Einschätzungen die Einflussmöglichkeiten schwacher Akteure des internationalen Systems
2.1.3.2 Bernd Mützelburg zur Reform des WSR
2.2 EBENEN DER VN-REFORMEN
2.2.1 Ebenenmodell nach Dicke
2.2.2 Ebenenmodell nach Unser
2.2.3 Kritik und Entwurf eines eigenständigen Modells
3 DIE ROLLE AFRIKAS IM HISTORISCHEN REFORMPROZESS
3.1 AFRIKA IM ALLGEMEINEN VN-REFORMPROZESS
3.2 AFRIKA IM REFORMPROZESS DES WELTSICHERHEITSRATES
3.2.1 Konfliktlinien im Bereich der internationalen Sicherheit
3.2.2 Die kontinuierliche Blockade des Weltsicherheitsrats
3.3 AFRIKA IM REFORMPROZESS DER MENSCHENRECHTSKOMMISSION
3.3.1 Konfliktlinien im Bereich universal gültiger Menschenrechte
3.3.2 Die zunehmende Politisierung VN-Menschenrechtskommission
3.4 BEWERTUNG DER ROLLE AFRIKAS
3.4.1 Afrikanische Interessen und Akteure
3.4.2 Phasen afrikanischen Einfluss
4 FALLANALYSE
4.1 DIE WSR-REFORMDEBATTE AUF DEM GIPFEL 2005
4.1.1 Generelle Entwicklung
4.1.2 Panafrikanische Positionen
4.1.3 Nationalstaatliche Positionen
4.2 DIE REFORM DER MRK AUF DEM GIPFEL 2005
4.2.1 Generelle Entwicklung
4.2.2 Panafrikanische Positionen
4.2.3 Nationalstaatliche Positionen
4.3 BEWERTUNG DER ROLLE AFRIKAS
4.3.1 Afrikanische Interessen und Akteure
4.3.2 Afrikanischer Einfluss auf die VN-Reformen
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht die Forschungsfrage, inwieweit Afrika als verhältnismäßig randständiger Akteur im internationalen System Einfluss auf den Gestaltungsprozess der Vereinten Nationen nehmen konnte und wie dies die Reformfähigkeit der Organisation beeinflusste. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der Rollen Afrikas während der Reformdebatten zur Zeit des VN-Reformgipfels 2005.
3.2.1 Konfliktlinien im Bereich der internationalen Sicherheit
Laut Charta besteht die Hauptaufgabe der VN darin, „den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren […], Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken und internationale Streitigkeiten oder Situationen, die zu einem Friedensbruch führen könnten […] beizulegen“. (Vereinte Nation 1965: Artikel 1). Dieses theoretische System von kollektiver Sicherheit beruht auf der Annahme, dass alle Mitgliedsstaaten der Organisation prinzipiell die gleichen Rechte und Pflichten besitzen, „Frieden unteilbar ist und jedes Mitglied jedem anderen zu Hilfe kommen muss“ (Rudolf 2004: 421). Im Rahmen der Vereinten Nationen ergeben sich in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Weltfriedens nach dem Prinzip der kollektiven Sicherheit gegenwärtig zwei grundlegende Probleme:
Die erste Konfliktlinie läuft entlang der Auslegung des in der Charta verwendeten Begriffs Weltfrieden (vgl. Gareis/Varwick 2006: 34f). Da die Charta zwar eine klare institutionelle Vorgabe für die Bearbeitung von Fragen kollektiver Sicherheit vorgibt (Vereinte Nationen 1965: Kapitel 5) eine genaue Definition von Weltfrieden aber schuldig bleibt und den Begriff auf zwischenstaatliche Auseinandersetzungen beschränkt (Vereinte Nationen 1965: Kapitel 2, Ziffer 7), entstehen bis heute Kontroversen um die Auslegung des Friedensbegriffs. Das Spektrum verläuft dabei zwischen zwei unterschiedlichen Auffassungen. Das Verständnis des negativen Friedens definiert den Begriff als bloße Abwesenheit zwischenstaatlicher Kriege (Leilach 1998: 27), der positive Friedensbegriff meint die aktive Gestaltung einer konfliktfreien internationalen Gesellschaft und schließt die Wahrung von Menschrechten und sozialer Gerechtigkeit und damit die Beteiligung an wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung ausdrücklich mit ein. (vgl. Gareis/Varwick 2006:35f). Beide Auslegungen finden in der VN-Charta Anwendung (vgl. Lailach 1998: 31f).
1 EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss Afrikas auf VN-Reformprozesse vor und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand von Fallbeispielen.
2 THEORETISCHE BETRACHTUNGEN: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis durch die Analyse von IB-Theorien (Idealismus, Realismus, Konstruktivismus) und die Entwicklung eines eigenen Modells zur qualitativen Bewertung von Reformschritten.
3 DIE ROLLE AFRIKAS IM HISTORISCHEN REFORMPROZESS: Hier wird der historische Kontext der afrikanischen VN-Politik beleuchtet, einschließlich der Entwicklung der OAU und der Beteiligung an Reformdebatten im Sicherheitsrat und der Menschenrechtskommission.
4 FALLANALYSE: Der Hauptteil analysiert detailliert die konkreten Reformdebatten um den Weltsicherheitsrat und die Menschenrechtskommission auf dem Reformgipfel 2005 unter Berücksichtigung afrikanischer Interessen und Positionen.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Durchsetzungsfähigkeit afrikanischer Interessen im Licht der theoretischen Modelle.
Vereinte Nationen, Afrika, VN-Reform, Weltsicherheitsrat, Menschenrechtskommission, Menschenrechtsrat, Afrikanische Union, internationale Beziehungen, Realismus, Idealismus, Konstruktivismus, Reformgipfel 2005, Nord-Süd-Konflikt, Entwicklungshilfe, Multilateralismus.
Die Arbeit analysiert die Rolle afrikanischer Staaten innerhalb der Vereinten Nationen und untersucht, ob und wie diese als vermeintlich schwache Akteure Einfluss auf Reformprozesse der Organisation nehmen können.
Die Arbeit konzentriert sich auf die VN-Reformdebatten, insbesondere im Bereich des Weltsicherheitsrates und der Menschenrechtskommission, sowie auf die theoretische Einbettung in die Theorien der Internationalen Beziehungen.
Die Arbeit untersucht, inwieweit Afrika seine Interessen im VN-Reformprozess durchsetzen kann und wie dieses Agieren die Reform(un)fähigkeit der Organisation beeinflusst.
Der Autor nutzt die Methode des "Most Differentiated Outcome", um anhand von zwei kontrastierenden Fallbeispielen – der gescheiterten Sicherheitsratsreform und der erfolgreichen Reform der Menschenrechtskommission – eine unvoreingenommene Analyse zu ermöglichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der afrikanischen VN-Politik sowie eine detaillierte Fallanalyse der Reformdebatten auf dem Gipfel 2005, bei der panafrikanische und nationalstaatliche Positionen gegenübergestellt werden.
Zu den zentralen Begriffen gehören VN-Reform, Afrika, Weltsicherheitsrat, Menschenrechtsrat, internationale Beziehungen sowie die verschiedenen Theorien wie Realismus und Konstruktivismus.
Die AU fungiert als zentraler Akteur, der versucht, eine gemeinsame panafrikanische Position (wie im Ezulwini-Konsens) zu etablieren, um den afrikanischen Einfluss auf die Gestaltung der VN-Organe zu erhöhen.
Das Fazit lautet, dass Afrika zwar einen signifikanten Einfluss auf den Verlauf von Reformprozessen ausüben kann, seine Interessen jedoch bei machtsensiblen Reformen (wie dem Sicherheitsrat) kaum durchsetzen kann, da hier die Interessen mächtiger Vetomächte dominieren.
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