Diplomarbeit, 2009
70 Seiten, Note: 2,3
1 Problemstellung
2 Grundlagen
2.1 Kundenwert
2.2 Messewirtschaft
3 Customer Lifetime Value im Messewesen
3.1 Customer Lifetime Value
3.2 Berechnungsmethoden
3.2.1 Customer Retention / Migration Modell
3.2.2 Markovkettenmodell
3.2.3 Kaufzyklusmodell
3.2.4 NBD/Pareto-Modell
3.2.5 Trendverfahren
3.2.6 Berechnungsmethode im Messewesen
3.3 Determinanten
3.3.1 Transaktionswert
3.3.1.1 Einzahlungen
3.3.1.2 Cross-Selling
3.3.1.3 Auszahlungen
3.3.1.4 Messespezifischer Transaktionswert
3.3.2 Outgoing-Informationen
3.3.2.1 Kostenersparnis
3.3.2.2 Neukundenprämie
3.3.2.3 Referenzpotential
3.3.2.4 Messespezifische Outgoing-Informationen
3.3.3 Ingoing-Informationen
3.4 Messespezifisches Customer Lifetime Value Modell
4 Implikationen
5 Zusammenfassung
Das primäre Ziel der Arbeit besteht darin, das Konzept des Customer Lifetime Value (CLV) auf die spezifischen Anforderungen der Messewirtschaft zu übertragen. Die Forschungsfrage untersucht, wie durch eine wertorientierte Kundenbewertung von Ausstellern die Allokation von Betreuungsaktivitäten durch Messegesellschaften optimiert werden kann, um den wirtschaftlichen Erfolg langfristig zu sichern.
3.3.1.1 Einzahlungen
Die kundenspezifischen Einzahlungen bei der zukünftigen Geschäftsbeziehung lassen sich zum einen als Umsatz zum anderen als Deckungsbeitrag pro Periode erfassen. Ein umsatzbezogener Transaktionswert ist einfach zu handhaben, da nur Preise und Mengen beachtet werden müssen. Die Verwendung des Deckungsbeitrags erhöht jedoch durch die einbezogenen variablen Kosten die Aussage des Wertes. Der Cash Flow als Zahlungsstrom legt den Focus auf den tatsächlichen Geldeingang, welches bei Ratenzahlung interessant erscheint, im Messewesen jedoch vernachlässigt werden kann. Durch einen festen einmaligen Kaufzeitpunkt im Jahr oder gar alle zwei oder drei Jahre mit direkter Bezahlung ist dieser Punkt im Messewesen nicht zu beachten. Somit ist die Betrachtung des aussagekräftigeren Deckungsbeitrags im Messewesen zu empfehlen.
Die zukünftigen direkten Deckungsbeiträge werden in der Literatur aus Vergangenheitsdaten abgeleitet. So leiten Reinartz/Kumar (2000) vereinfachungshalber die Marge aus dreißig Prozent des durchschnittlichen Umsatzes der letzten Jahre her, da keine detaillierten Daten über Produktkosten vorliegen. Im Messewesen liegen diese detaillierten Daten jedoch vor. Mulhern (1999) schlägt die Verwendung von Prognosemethoden, wie der exponentiellen Glättung oder von ARIMA Modellen, vor, da diese aus Vergangenheitsdaten die zukünftigen individuellen Umsätze herleiten können. Diese Arten der Trendfortschreibung wären als reine Prognose des zukünftigen Deckungsbeitrags eines Ausstellers aus den in der Messegesellschaft vorhandenen Daten möglich. Da der Basisumsatz nur durch die reine Quadratmetervermietung erzielt wird, hat die Messegesellschaft vollkommenen Überblick über die Geschäfte zwischen ihr und den Ausstellern. Der unbemerkte Kauf bzw. die Buchung einer Standfläche durch externen Vertrieb erscheint in der Messebranche nicht möglich, was die Prognose durch sehr aussagekräftige Vergangenheitsdaten vereinfacht.
1 Problemstellung: Einführung in die Bedeutung von Ausstellern für Messegesellschaften und die Notwendigkeit einer wertorientierten Kundenbewertung mittels des Customer Lifetime Value.
2 Grundlagen: Theoretische Herleitung des Kundenwertbegriffs sowie Definition und Merkmale der Messewirtschaft als Dienstleistungsmarkt.
3 Customer Lifetime Value im Messewesen: Zentrale Analyse von CLV-Modellen, deren Determinanten (Transaktionswert, Outgoing-Informationen, Ingoing-Informationen) und Adaption an den Messesektor.
4 Implikationen: Darstellung von Schwachstellen in bestehenden Ansätzen und Ableitung von Forschungsfeldern zur Optimierung der Kundenwertberechnung.
5 Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der erarbeiteten Ergebnisse und des Mehrwerts des entwickelten Modells für die Praxis der Messeveranstalter.
Customer Lifetime Value, Kundenwert, Messewesen, Messeswirtschaft, Aussteller, Kundenbindung, Transaktionswert, Deckungsbeitrag, Outgoing-Informationen, Ingoing-Informationen, Referenzwert, Kundenbeziehung, Marketing-Controlling, Investitionsrechnung, Kaufzyklus.
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit des Customer Lifetime Value (CLV)-Konzepts auf die Messewirtschaft, um eine präzisere, wertorientierte Bewertung von Ausstellern zu ermöglichen.
Im Fokus stehen die Definition des Kundenwertes, die theoretischen Ansätze des CLV sowie die spezifischen Rahmenbedingungen der Messewirtschaft als zweiseitiger Markt.
Das Ziel ist die Konstruktion eines praxisnahen CLV-Modells für Messegesellschaften, das neben direkten monetären Faktoren auch qualitative Aspekte der Geschäftsbeziehung erfasst.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse und vergleicht bestehende CLV-Berechnungsmodelle, um diese auf ihre Anwendbarkeit im Messewesen zu prüfen und ein adaptiertes Modell zu entwickeln.
Der Hauptteil analysiert die drei CLV-Komponenten – Transaktionswert, Outgoing-Informationen (Referenzverhalten) und Ingoing-Informationen (Anregungen/Kooperation) – und deren Erfassbarkeit im Messekontext.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Customer Lifetime Value, Messewirtschaft, Kundenbindung, Transaktionswert und Referenzwert charakterisieren.
Umsatzdaten sind retrospektiv und vernachlässigen qualitativen Nutzen wie die Signalwirkung des Ausstellers, dessen Referenzpotential und dessen Beitrag zur Produktoptimierung.
Das Referenzpotenzial bewertet den Einfluss eines Ausstellers auf Dritte, etwa durch Mund-zu-Mund-Propaganda oder durch die Anziehungskraft auf andere Teilnehmer, was den Gesamtwert des Ausstellers erhöht.
Dies entspricht der Realität der Messepraxis, in der Betreuung in veranstaltungsspezifischen Projektteams erfolgt, und erleichtert die Berechnung durch klare Zuordnungsmöglichkeiten von Kosten und Erlösen.
Schneider schlägt hierfür Indikatoren wie den Grad der Lead-Userschaft, die Feedbackbereitschaft und die aktive Beteiligung an Gremien vor, auch wenn die Monetarisierung in der Praxis herausfordernd bleibt.
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