Examensarbeit, 2009
30 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Die Entwicklung der Pflanzendarstellung in der Kunst
2. Haupteil – Eigene Arbeiten
2.1. Zur Technik Linoldruck – Verlorene Platte
2.2. Motivwahl
2.3. Farbwahl
2.4. Werkreihe
2.5. Serielles Verfahren
2.6. Vergleich mit ausgewählten Künstlern
2.6.1. Emil Nolde
2.6.2. Georgia O´ Keeffe
3. Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Umsetzung floristischer Motive im Medium des Hochdrucks mit dem Fokus auf seriellen Verfahren. Ziel ist es, die historische Entwicklung der Pflanzendarstellung zu reflektieren und den eigenen künstlerischen Prozess von der Formfindung bis zum finalen, seriellen Druck kritisch zu durchleuchten, um sich dabei von klischeehaften Darstellungen zu lösen.
2.1. Zur Technik Linoldruck – verlorene Plattentechnik
Als Ausdrucksform für meine Arbeiten wählte ich das Druckverfahren Hochdruck. Die bekanntesten Techniken des künstlerischen Hochdrucks sind der Holzschnitt und der Linolschnitt. Ich habe mich in meiner Arbeit auf die Technik des Linoleumdrucks konzentriert.
Bei der Herstellung meiner Werke habe ich nach Vorlage einer selbst aufgenommenen Fotografie direkt auf dem Druckstock - bestehend aus Linoleum - gearbeitet und keine Vorzeichnungen oder Skizzen gemacht, da man auch die Herstellung der Druckplatte - „Verlorene Platte“ - als künstlerische Tätigkeit begreifen kann.
Dieses Verfahren ist mir im Grundstudium begegnet und ich habe direkt gefallen daran gefunden, da diese Drucktechnik nicht bloß eine Vervielfältigung einer Zeichnung oder eines Bildes ist. Es weist gestalterische Besonderheiten auf die man ausreichend beachten muss und es bedarf eine umsichtige Vorbereitung und Organisation. Das Schneiden in Linoleum sollte nicht als mechanischer Vorgang begriffen werden, bei dem es nur noch darum geht, möglichst geschickt und schnell ein Bild herauszuschneiden. Vor dem Schneiden muss eindeutig entschieden werden, welche Stellen man mit der Platte drucken will und welche Teile herausgeschnitten werden. Darüber hinaus muss entschieden werden, wie man die Bildfläche mit hellen und dunklen Massen gliedert und wie lebendig der Duktus des Schneidens und die Spur des Schneidens bleiben soll, da der Duktus des Schneidens erheblich die Bildwirkung mitbestimmen kann. Insbesondere das Verfahren des mehrfarbigen Hochdrucks von einem Druckstock, welches ich in meinen Arbeiten verwendete bedarf dieser Vorüberlegungen.
Die Technik der so genannten „Verlorenen Platte“ soll von Picasso entwickelt worden sein. Zwischen 1958 und 1962 schuf Picasso rund 150 mehrfarbige Linolschnitte. Dass Picasso unermüdlich alle Techniken ausprobierte, ist bekannt. Seine Linolschnitte allerdings stehen oft im Abseits – zu Unrecht, denn es war neben Karl Rössing und dessen Schüler Robert Förch, die sich etwa zeitgleich nahezu ausschließlich dem Linolschnitt widmeten, eben kein Geringerer als Pablo Picasso, der diese Variante des Hochdrucks Mitte des 20. Jahrhunderts salonfähig gemacht hat, mit nachhaltiger Wirkung.
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die historische Relevanz von Pflanzendarstellungen in der Kunst und motiviert das eigene künstlerische Interesse an der floralen Motivik und dem Hochdruckverfahren.
1.1. Die Entwicklung der Pflanzendarstellung in der Kunst: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese der Blumenmalerei nach, von den frühen Herbarien und der religiösen Symbolik bis hin zur modernen, klischeefreien Auseinandersetzung.
2. Haupteil – Eigene Arbeiten: Der Hauptteil bietet einen strukturierten Einblick in den praktischen Arbeitsprozess, von der technischen Umsetzung bis zur ästhetischen Reflexion der eigenen Werkgruppen.
2.1. Zur Technik Linoldruck – Verlorene Platte: Das Kapitel erläutert das spezifische Hochdruckverfahren der verlorenen Platte und dessen künstlerische Anforderungen an Organisation und Schnittführung.
2.2. Motivwahl: Hier wird der Auswahlprozess der floralen Motive beschrieben, die primär als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Farbe, Kontrast und Form dienen.
2.3. Farbwahl: Die Autorin legt dar, wie durch Helldunkelkontraste und gezielten Farbeinsatz die Bildwirkung sowie die Interaktion zwischen Blüte und Hintergrund gestaltet werden.
2.4. Werkreihe: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung und Entstehung der 31 Werke, wobei der Wandel von plakativer Darstellung hin zu ausdrucksstärkeren Formaten im Fokus steht.
2.5. Serielles Verfahren: Hier wird die Bedeutung des seriellen Prinzips und die serielle Wiederholung als Mittel der künstlerischen Abstraktion im Vergleich zum Konzept der Serien bei Andy Warhol oder Claude Monet diskutiert.
2.6. Vergleich mit ausgewählten Künstlern: Die eigene Arbeitsweise wird in Relation zu den Positionen von Emil Nolde und Georgia O’Keeffe gesetzt, um Gemeinsamkeiten und Differenzen in der Auffassung von Farbe und Form herauszuarbeiten.
2.6.1. Emil Nolde: Ein Vergleich der farbintensiven floralen Arbeiten Noldes mit der eigenen Technik, wobei insbesondere die Unterschiede in der Lokalfarbe und dem Duktus beleuchtet werden.
2.6.2. Georgia O´ Keeffe: Analyse der stark vergrößerten Blumenmotive O’Keeffes in Bezug auf Abstraktion und die Intention, die Aufmerksamkeit für Details der Natur zu schärfen.
3. Schlusswort: Das Schlusswort reflektiert den gesamten Schaffensprozess der Examensarbeit und betont die anhaltende Faszination für das Thema sowie die Offenheit für zukünftige künstlerische Entwicklungen.
Hochdruck, Linoldruck, verlorene Platte, Pflanzendarstellung, florale Motive, serielles Verfahren, Blumenmalerei, künstlerische Praxis, Kunstdidaktik, Farbkontrast, Abstraktion, Emil Nolde, Georgia O’Keeffe, Bildreihe, Linolschnitt
Die Arbeit befasst sich mit der künstlerischen Auseinandersetzung der Autorin mit dem Thema Florale Motive im Rahmen einer praktischen Examensarbeit, wobei der Fokus auf der Technik des Linoldrucks liegt.
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Pflanzendarstellung, der technischen Durchführung des Hochdruckverfahrens „Verlorene Platte“ und der theoretischen Einordnung des seriellen Arbeitens.
Ziel ist es, den eigenen künstlerischen Prozess der Blumen- und Blütendarstellung darzulegen und Wege aufzuzeigen, wie das klischeebehaftete Motiv der Blume durch Verfremdung und serielle Technik zeitgemäß und individuell umgesetzt werden kann.
Es wird eine Kombination aus historischer Recherche zur Blumenmalerei und einer künstlerisch-praktischen Untersuchung durchgeführt, bei der die Autorin selbst Drucke in der Technik der verlorenen Platte erstellt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Drucktechnik, die Begründung der Motiv- und Farbwahl, die detaillierte Beschreibung der entstandenen Werkreihen sowie eine kritische Reflexion und einen Künstlervergleich.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Linoldruck, verlorene Platte, serielles Verfahren, Pflanzendarstellung und florale Motive.
Dieses Verfahren ist zentral, da es erlaubt, komplexe mehrfarbige Drucke aus einem einzigen Druckstock zu generieren, wobei der Stock während des Prozesses sukzessive abgetragen wird.
Während Nolde sich in seinen Blumenbildern oft der Lokalfarbe bedient, nutzt die Autorin bewusst Ausdrucksfarben und formale Abgrenzungen, um eine eigene künstlerische Distanz zum Sujet zu schaffen.
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