Diplomarbeit, 2003
110 Seiten, Note: 1,4
1. Einleitung
2. Lebensphase „Jugend“
2.1 Erläuterung des Begriffs „Jugendphase“
2.2 Entwicklungsanforderungen und Risikoverhalten im Jugendalter
2.3 Drogengebrauch als Risiko- und Bewältigungsverhalten
3. Die stationäre Jugendhilfe
3.1 Begriffsklärung und –erläuterung
3.2 Gesetzlicher Rahmen
3.3 Praktische Augestaltung
3.4 Drogenkonsumierende Jugendliche in stationärer Jugendhilfe
4. Cannabiskonsum im Jugendalter- allgemeine Darstellung und Situationsbeschreibung aus dem Blickwinkel der stationären Jugendhilfe
4.1 Cannabis
4.1.1 Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen
4.1.2 Cannabis in der Gesellschaft
4.2 Cannabiskonsum im Jugendalter
4.2.1 Entwicklungstendenzen und Konsummotive
4.2.2 Konsummuster und Risiken
4.3 Cannabiskonsum im Setting der stationären Jugendhilfe
4.3.1 Die Situation in der Jugendhilfe
4.3.2 Reaktionen von Fachkräften und Institutionen
4.3.3 Rechtliche Fragen
5. Elemente eines Handlungskonzeptes für die Arbeit mit cannabiskonsumierenden jungen Menschen in stationärer Jugendhilfe
5.1 Vorbemerkung
5.2 Das Betreuungssetting
5.3 Die Mitarbeiterebene
5.4 Die Organisations- und Institutionsebene
5.5 Kooperationsmöglichkeiten mit der Drogenhilfe
5.5.1 Was erwartet die Jugendhilfe von der Drogenhilfe
5.5.2 Situationsgebundene, einzelfallbezogene Kooperation
5.5.3 Tandembehandlung als Kooperationsprinzip zwischen Jugendhilfe und Drogenhilfe
6. Die Untersuchung
6.1 Die Untersuchungsmethode
6.2 Aufbau und Inhalte des Interviewleitfadens
6.3 Die Untersuchungspopulation
7. Darstellung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse
7.1 Betreuungssetting
7.1.1 Darstellung
7.1.2 Auswertung
7.2 Mitarbeiterebene
7.2.1 Darstellung
7.2.2 Auswertung
7.3 Organisations- / Institutionsebene
7.3.1 Darstellung
7.3.2 Auswertung
7.4 Kooperationsmöglichkeiten mit der Drogenhilfe
7.4.1 Darstellung
7.4.2 Auswertung
7.5 Gespräch mit einem Jugendlichen über seinen Cannabiskonsum
7.6 Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse und Rückschlüsse
8. Weiterführende Konsequenzen für die sozialpädagogische Praxis
9. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Erfahrungen und Handlungsoptionen von pädagogischen Fachkräften im Umgang mit cannabiskonsumierenden Jugendlichen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen. Ziel ist es, auf Basis einer Analyse der Ist-Situation und durch qualitative Experteninterviews Ansätze für ein professionelles Handlungskonzept zu entwickeln, das Betreuung, institutionelle Standards und die Kooperation mit der Drogenhilfe integriert.
Die Mitarbeiterebene
In Kapitel 4.3 ist herausgearbeitet worden, dass die Reaktionen der Mitarbeiter bzw. der Einrichtungen der stationären Jugendhilfe als ganze Institutionen auf den Cannabiskonsum von Jugendlichen sehr unterschiedlich ausfallen. Konkret beschriebene Reaktionsmuster von Mitarbeitern lassen sich dabei in Gruppen wie Beschwichtiger, Polarisierer und Dramatisierer kategorisieren und resultieren in ihrer Konsequenz aus einer Fülle von unterschiedlichen Wert- und Normvorstellungen der Mitarbeiter bezüglich legalen und illegalen Drogenkonsums. Das daraus resultierende Verhalten und Reagieren auf Cannabiskonsum in der Einrichtung bewegt sich dadurch letzten Endes noch immer in Richtung Ausgrenzung und / oder Tabuisierung des Jugendlichen bzw. seines Konsums als pädagogisches Endprodukt.
Diese praktische Herangehensweise geht häufig einher mit großen Ängsten und Unsicherheiten der Mitarbeiter, die sich zwar gewappnet sehen für eine Fülle von unterschiedlichsten Problemlagen ihres Klientels bzw. des gesamten Arbeitsfeldes – bei Cannabiskonsum von Jugendlichen jedoch zumeist in Panik verfallen. Bedingt ist dieses Verhalten zum einen durch gesamtgesellschaftliche Ansichten und Wertvorstellungen. Zum anderen aber auch durch schlichtweg mangelndes Fachwissen der Mitarbeiter über die unterschiedlichen Drogen, ihren Wirkungsweisen und Gefährdungspotenzialen. Im allgemeinen fehlt es hier an einer intensiveren Auseinandersetzung der Mitarbeiter mit den eigenen Wertvorstellungen, persönlichen (negativen?) Erfahrungen Sucht und Drogen betreffend und der selbst motivierten Aneignung von cannabisspezifischem Fachwissen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme des Cannabiskonsums unter Jugendlichen und die daraus resultierende Handlungsunsicherheit in der stationären Jugendhilfe.
2. Lebensphase „Jugend“: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklungsaufgaben der Jugendphase und setzt diese in Bezug zu Drogenkonsum als riskante Bewältigungsstrategie.
3. Die stationäre Jugendhilfe: Hier werden Ziele, gesetzliche Grundlagen und die praktische Arbeit in Jugendwohngruppen sowie die Geschichte des Umgangs mit Drogenkonsumenten beschrieben.
4. Cannabiskonsum im Jugendalter: Dieses Kapitel liefert eine substanzspezifische Darstellung von Cannabis und analysiert dessen gesellschaftliche und jugendspezifische Bedeutung.
5. Elemente eines Handlungskonzeptes: Hier werden vier zentrale Handlungselemente vorgestellt, die als Grundlage für die Untersuchung im praktischen Teil dienen.
6. Die Untersuchung: Beschreibung des methodischen Vorgehens mittels problemzentrierter Experteninterviews und der Vorstellung der Untersuchungspopulation.
7. Darstellung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse: Zusammenführung der Interviewergebnisse zur Praxis der Betreuung und Kooperation, ergänzt durch ein Experten-Gespräch mit einem Jugendlichen.
8. Weiterführende Konsequenzen für die sozialpädagogische Praxis: Dieses Kapitel leitet aus den Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen für Einrichtungen und Fachkräfte ab.
9. Schlussbetrachtung: Ein abschließender Überblick über die Arbeit sowie ein persönliches Fazit des Autors zu den gewonnenen Erkenntnissen.
Cannabiskonsum, Stationäre Jugendhilfe, Drogenhilfe, Suchtprävention, Sozialpädagogik, Jugendalter, Handlungskonzept, Kooperation, Krisenbewältigung, Stufenprogramm, Konsummotive, Adoleszenz, Erziehungshilfe, Professioneller Umgang, Problembewusstsein.
Die Diplomarbeit analysiert den Umgang pädagogischer Fachkräfte mit cannabiskonsumierenden Jugendlichen im stationären Jugendhilfe-Setting und sucht nach Wegen für einen professionellen, alltagsorientierten und kooperativen Umgang.
Die zentralen Themen umfassen die Entwicklungspsychologie der Jugendphase, die Strukturen der stationären Jugendhilfe, die pharmakologische Wirkung und soziale Bedeutung von Cannabis sowie die Kooperationsbeziehungen zur Drogenhilfe.
Das Ziel ist die Entwicklung von Elementen eines Handlungskonzepts, das Mitarbeitern Sicherheit in der pädagogischen Arbeit gibt und gleichzeitig die Gefahr von Ausgrenzung oder Tabuisierung minimiert.
Der Autor führt eine qualitative Untersuchung durch, basierend auf problemzentrierten Experteninterviews mit Mitarbeitern der Jugend- und Drogenhilfe, um subjektive Perspektiven und Handlungsweisen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Vorstellung von Handlungskonzept-Elementen, die Durchführung der Untersuchung sowie eine detaillierte Darstellung und Auswertung der gewonnenen Ergebnisse.
Die Drogenhilfe wird als notwendiger externer Partner betrachtet, wobei der Autor besonders die Bedeutung von fallbezogener Kooperation, Tandemmodellen und fachlichem Austausch hervorhebt, um Systemwechsel für Jugendliche zu vermeiden.
Die Studie zeigt eine große Spannbreite: von Unsicherheit und Tabuisierung bis hin zu konzeptionell verankerten Stufenmodellen, wobei die Unterstützung durch Leitungsebenen oft als unzureichend wahrgenommen wird.
Das Gespräch dient als Exkurs zur Jugendlichenperspektive. Es verdeutlicht, dass Konsummotive hochindividuell sind und dass eine wertschätzende Beziehung zu den Betreuern der entscheidende Schlüssel ist, um trotz Konsum am Bildungsprozess zu arbeiten.
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