Diplomarbeit, 2007
120 Seiten, Note: 1,6
I. Einleitung
II. Aufbau und Methodik der Arbeit
III. Der Euro – eine Zwischenbilanz nach neun Jahren
1. Argumente und Erwartungen der Euro-Skeptiker: eine Messlatte für den Euro
2. Kritische Erwartungen und tatsächliche Zwischenbilanz
2.1 Tatsächliche Entscheidungsautonomie der EZB
2.1.1 Kritische Erwartungen
2.1.2 Fragestellung und Indikatoren
2.1.3 Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank
2.1.4 Währungspolitische Außenvertretungskompetenz der Länder der Eurozone
2.1.5 Bewertung:
2.2 Geldpolitische Strategie und dauerhafte Preisstabilität
2.2.1 Kritische Erwartungen
2.2.2 Fragestellung und Indikatoren
2.2.3 Geldpolitische Strategie
2.2.4 Entwicklung von Inflation und Preisen
2.2.5 Bewertung:
2.3 Glaubwürdigkeit der Stabilitätspolitik der Europäischen Zentralbank im Vergleich zur Deutschen Bundesbank
2.3.1 Kritische Erwartung
2.3.2 Fragestellung und Indikatoren
2.3.3 Glaubwürdigkeit der Zentralbank in ihrer Geldpolitik
2.3.4 Bewertung
2.4 Anwendung des Stabilitätspaktes und Entwicklung der öffentlichen Haushalte
2.4.1 Kritische Erwartungen
2.4.2 Fragestellung und Indikatoren
2.4.3 Ausgestaltung und Glaubwürdigkeit des Stabilitätspaktes
2.4.4 Entwicklung der Finanzen der öffentlichen Hand
2.4.5 Bewertung
2.5 Wirtschaftspolitische Wirkungen der einheitlichen Geldpolitik
2.5.1 Kritische Erwartungen
2.5.2 Fragestellung und Indikatoren
2.5.3 Wirtschaftswachstum und Wachstumsdifferenzen:
2.5.4 Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit
2.5.5 Leistungsbilanzentwicklung sowie preisliche Wettbewerbsfähigkeit
2.5.6 Bewertung
2.6 Anwendung der Konvergenzkriterien bei der Erweiterung der Euro-Zone
2.6.1 Kritische Erwartungen
2.6.2 Fragestellung und Indikatoren
2.6.3 Anwendung der Konvergenzkriterien
2.6.4 Bewertung
2.7 Weltwirtschaftliche Bedeutung des Euro
2.7.1 Kritische Erwartungen
2.7.2 Fragestellung und Indikatoren
2.7.3 Bedeutung auf den globalen Finanz-, Güter- und Dienstleistungsmärkten
2.7.4 Bedeutung in Drittländern als Anker-, Reserve- und Parallelwährung
2.7.5 Der Euro im Internationalen Währungssystem
2.7.6 Bewertung
2.8 Politische und ökonomische Integrationswirkung der Währungsunion
2.8.1 Kritische Erwartung
2.8.2 Fragestellung und Indikatoren
2.8.3 Politische Integrationswirkung
2.8.4 Integrationswirkung auf den Kapitalmärkten
2.8.5 Bewertung
IV. Gesamtbewertung der Zwischenbilanz und Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine kritische Zwischenbilanz der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion nach nahezu neun Jahren zu ziehen. Vor dem Hintergrund der ursprünglichen Befürchtungen und Argumente euro-skeptischer Wissenschaftler werden acht Kernfragen formuliert, um die bisherige Entwicklung der Währungsunion anhand politischer und ökonomischer Indikatoren zu bewerten.
2.1.3 Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank
Die Unabhängigkeit der EZB vor jeglicher politischer Einflussnahme ist der wichtigste Pfeiler der Geld- und Währungsordnung im Euro-Währungsgebiet. Die EZB besitzt insgesamt die ausschließliche Zuständigkeit für die Durchführung der Geldpolitik. Dies ist sowohl im EG-Vertrag, wie auch in der ESZB-Satzung (Europäisches System der Zentralbanken) festgeschrieben und damit Teil des Primärrechts der EU. Dies soll sicherstellen, dass die EZB in der Verfolgung ihres vorrangigen Ziels zur Gewährung der Preisstabilität vor jeder Einflussnahme geschützt ist. Zudem ist es ein zentrales Element der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, dass Notenbanker keiner Weisung einer Regierung unterliegen, und damit in die Lage eines Konfliktes zwischen verschiedenen wirtschaftspolitischen Zielen kommen. Das Ziel der Preisstabilität genießt bei der EZB oberste Priorität. (zur Glaubwürdigkeit vgl. Punkt 2.3).
Historisch gesehen gründet sich die Unabhängigkeit der EZB auf das Vorbild der Deutschen Bundesbank. Dabei war besonders der deutsche Erfahrungshintergrund ausschlaggebend, dass Stabilität und Notenbankautonomie die bemerkenswerte Stabilität der D-Mark über mehrere Dekaden hinweg erst möglich gemacht hatten. Damit wurde insbesondere der Versuch Frankreichs vereitelt, die Zentralbank für Ziele der Beschäftigungs- oder Konjunkturpolitik zu „missbrauchen“.
I. Einleitung: Zusammenfassung der historischen Entwicklung von den Anfängen der Währungsideen 1970 bis zur Realisierung der dritten Stufe der Währungsunion 1999.
II. Aufbau und Methodik der Arbeit: Erläuterung der kritischen Herangehensweise und der achtteiligen Struktur, die auf kritischen Erwartungen, Fragestellungen, Analyse und Bewertung basiert.
III. Der Euro – eine Zwischenbilanz nach neun Jahren: Detaillierte Prüfung der acht Kernfragen anhand von Indikatoren, von der EZB-Unabhängigkeit bis zur globalen Bedeutung des Euro.
IV. Gesamtbewertung der Zwischenbilanz und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach die Währungsunion zwar stabil, aber mit fortwährenden Herausforderungen verbunden ist.
Euro, Europäische Zentralbank, EZB, Währungsunion, EWU, Preisstabilität, Stabilitätspakt, Geldpolitik, Konvergenzkriterien, Wirtschaftswachstum, Inflation, Leistungsbilanz, Finanzmarktintegration, Unabhängigkeit, Wirtschafts- und Währungsunion
Die Arbeit analysiert die Europäische Währungsunion nach neun Jahren Bestehen und prüft, ob sich die kritischen Erwartungen, die Skeptiker bei der Einführung des Euro geäußert hatten, bewahrheitet haben.
Die Arbeit behandelt unter anderem die Unabhängigkeit der EZB, die Wirksamkeit des Stabilitäts- und Wachstumspaktes, die Auswirkungen der Geldpolitik auf nationale Wirtschaftsverhältnisse sowie die internationale Rolle des Euro.
Das Ziel ist eine fundierte Zwischenbilanz, die durch die Formulierung von acht Kernfragen und deren Überprüfung mittels ökonomischer und politischer Indikatoren einen objektiven Blick auf das "Experiment" Währungsunion ermöglicht.
Es wird eine kritische Herangehensweise gewählt, bei der zunächst die Argumente der Euro-Kritiker zusammengefasst werden, um dann mit gesicherten Statistiken, Studien und offiziellen Dokumenten deren Stichhaltigkeit anhand von acht spezifischen Fragestellungen zu prüfen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Entscheidungsautonomie der EZB, die geldpolitische Strategie, die Einhaltung von Stabilitätsregeln, die Entwicklung der öffentlichen Haushalte sowie die Bedeutung des Euro im internationalen Währungssystem.
Zentrale Begriffe sind neben dem Euro und der EZB vor allem Preisstabilität, Stabilitätskultur, Währungskonvergenz, Wettbewerbsfähigkeit und die Integrationswirkung auf den Kapitalmärkten.
Der Autor stellt fest, dass die EZB formal umfassend geschützt ist und ihre Unabhängigkeit trotz politischer Rhetorik und wiederholter Versuche der Einflussnahme, insbesondere aus Frankreich, in der Praxis unangetastet blieb.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die EZB erfolgreich Preisstabilität sicherstellen konnte, warnt jedoch vor den Gefahren, die durch strukturelle Probleme, eine mangelnde Haushaltsdisziplin der Mitgliedsstaaten und eine schwindende Fiskaldisziplin drohen.
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