Examensarbeit, 2006
100 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Begründung des Themas
1.3 Gliederung
2 Der erzgebirgische Wald
2.1 Die Bedeutung des Waldes
2.2 Die Funktionen des Waldes
3 Der anthropogene Einfluss auf den erzgebirgischen Wald
3.1 Die Besiedlung des Erzgebirges
3.2 Entstehung und Entwicklung der Rauchschäden und der Rauchschadforschung
3.2.1 Die Anfänge der Rauchschadforschung
3.2.2 Das Problem der „klassischen Rauchschäden“
3.2.3 Das Problem der „neuartigen Waldschäden“
3.3 Die Entwicklung der Rauchschäden nach dem Zweiten Weltkrieg
3.3.1 Das Problem des Ferntransportes von Emissionen für das Erzgebirge
3.3.2 Die Zunahme der Emissionen
3.3.3 Forstwirtschaftliche Maßnahmen gegen das Waldsterben
3.3.3.1 Waldgefährdungszonen im Erzgebirge
3.3.3.2 Zustandserfassung
3.3.3.2.1 Schadstufen und Schadzonen
3.3.3.2.2 Bewirtschaftung der Schadzonen
3.3.3.2.3 Entwicklung der Schadflächen
3.3.3.2.4 Wirtschaftliche Auswirkungen
3.4 Die Entwicklung der Waldschadenssituation seit 1989
3.4.1 Erste Waldschadenserhebung nach 1990
3.4.2 Sanierungsmaßnahmen
3.4.3 Wirkungen der Sanierungsmaßnahmen
4 Schadursachen, Schädigungsarten, Schadbild und Schadensverlauf sowie Sekundärschäden
4.1 Schädlichkeit von Schwefeldioxid auf Bäume
4.2 Schadursachen
4.2.1 Die trockene Deposition
4.2.2 Die feuchte bzw. okkulte Deposition
4.2.3 Die nasse Deposition / Saurer Regen
4.3 Schädigungsarten
4.4 Schadbild und Schadensverlauf
4.5 Das Auftreten von Sekundärschäden im Rauchschadgebiet
5 Ausbreitung von Luftverunreinigungen
5.1 Emissionsseitige Parameter
5.2 Meteorologische Parameter und geographische Bedingungen
5.2.1 Klimatische Bedingungen
5.2.2 Luftschichtung
5.2.3 Bodenverhältnisse
6 Maßnahmen zur Verminderung der Schäden und zur Walderhaltung
6.1 Die vier Phasen der Waldveränderung
6.2 Praktisches Vorgehen vor Ort
6.3 Rauchresistente Ersatzbaumarten
6.4 Ergebnisse der Maßnahmen gegen das Waldsterben nach 1990
6.5 Strategien zukünftigen Handelns
7 Gegenwärtige Gefahren für den Wald
7.1 Wirkung von Ozon
7.2 Die verschiedenen Ebenen der Ozonschäden bei Pflanzen
8 Aktueller Waldzustand
9 Didaktische Vorüberlegungen
9.1 Grobanliegen
9.2 Grobziele
9.2.1 Kognitive Ziele
9.2.2 Instrumentale Ziele
9.2.3 Affektive Ziele
9.3 Grundüberlegungen für die Stoffstrukturierung
9.4 Stoffgliederung und Medienplanung
10 Planung der Unterrichtsstunden zum Thema „Waldsterben im Erzgebirge“
10.1 Planung der theoretischen Doppelstunde zum Thema „Waldsterben im Erzgebirge“
10.1.1 Grundanliegen
10.1.2 Feinziele
10.1.2.1 Kognitive Ziele
10.1.2.2 Instrumentale Ziele
10.1.2.3 Affektive Ziele
10.1.3 Lernstand
10.1.4 Prozessplanung der Doppelstunde „Waldsterben im Erzgebirge“
10.1.5 Begründung des methodischen Vorgehens und begründete Medienübersicht
10.1.5.1 Methodisches Vorgehen
10.1.5.2 Medien – Begründung der Wahl
10.2 Planung der Exkursions-Unterrichtsstunde zum Thema: „Waldschäden im Erzgebirge“
10.2.1 Grundanliegen
10.2.2 Feinziele
10.2.2.1 Kognitive Ziele
10.2.2.2 Instrumentale Ziele
10.2.2.3 Affektive Ziele
10.2.3 Lernstand
10.2.4 Planung der Exkursion „Waldsterben im Erzgebirge“
10.2.4.1 Die Exkursionsroute
10.2.4.2 Erster Standort
10.2.4.3 Zweiter Standort
10.2.4.4 Dritter Standort
10.2.4.5 Vierter Standort
10.2.4.6 Fünfter Standort
11 Zusammenfassung
12 Quellenverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und die historische Entwicklung des Waldsterbens im Erzgebirge im letzten Jahrhundert und konzipiert eine didaktische Aufbereitung dieses Themas für den Erdkunde-Unterricht in der gymnasialen Oberstufe.
3.1 Die Besiedlung des Erzgebirges
Noch vor 1.000 Jahren war das Erzgebirge eine undurchdringliche Wildnis. Kein Mensch traute sich weit in das Innere des dichten, dunklen Urwaldes, der das gesamte Kammgebiet des Erzgebirges bedeckte. Da der Wald die Besiedlung des Gebietes erheblich erschwerte, konnte diese, zumindest im Norden, erst nach planmäßiger Kolonisation unter markgräflicher Herrschaft von Meißen im 12. und 13. Jh. erfolgen. Mit der einhergehenden Rodung des Waldes wurde in den natürlichen herzynischen Bergmischwald des Erzgebirges entscheidend eingegriffen. Die ersten Siedlungen entstanden an den Handelsstraßen nach Böhmen. Die Eingriffe in den Wald waren jedoch zu dieser Zeit noch unbedeutend. Erst um 1600, mit dem Beginn des Abbaus der Erze und des Silbers, im Zuge des „Berggeschreys“, wurde in den Wald nachhaltig eingegriffen. Das Holz des Waldes wurde als Grubenholz für die Bergwerke, Baumaterial und Energieträger benötigt. Da der Bergbau immer mehr erblühte und sich die Bevölkerung stetig vergrößerte, stieg bereits damals der Holzverbrauch, und damit die Rodung des Waldes, ins schier Unermessliche.
Mit dem Aufblühen der Papier- und Zellstoffindustrie Ende des 14. Jahrhunderts gewann der Wald als Rohstofflieferant an zusätzlicher Bedeutung. Die benötigten Holzmengen wurden meist ohne Rücksicht auf die Regenerationsfähigkeit der Wälder eingeschlagen. Es herrschte die so genannte regellose Bedarfswirtschaft. Doch diese zog erste schwere Folgen nach sich. Der erzgebirgische Wald wurde zunehmend vernichtet, so dass er sich bald in einem so beängstigenden Zustand befand, dass sich die sächsischen Landesherren gezwungen sahen Schutzvorschriften zu erlassen. Doch erst nach der Einführung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung vor über 200 Jahren, welche auch die Maßgabe der Wiederaufforstung beinhaltet, konnte die drohende Holznot langsam gemindert werden. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurde mit planmäßigen Aufforstungen begonnen, die allerdings auch dazu führten, dass speziell die Fichte massenweise im Reinbestand angepflanzt wurde. Diese und nachfolgende Aufforstungen zeigten auch 1995 noch deutliche Auswirkungen im Wald des Osterzgebirges, in welchem der Fichtenanteil zu jener Zeit das 4,5fache des natürlichen Vorkommens betrug.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Problematik der anthropogenen Waldveränderungen im Erzgebirge ein und begründet das didaktische Vorhaben für den Schulunterricht.
2 Der erzgebirgische Wald: Dieses Kapitel behandelt die natürliche Vegetationsgeschichte des Erzgebirges und erläutert die ökologischen, hydrologischen und klimatischen Funktionen des Waldes.
3 Der anthropogene Einfluss auf den erzgebirgischen Wald: Hier wird der historische Wandel des Waldes durch Bergbau, Industrie und die Entwicklung von Rauchschäden bis hin zur Situation nach der politischen Wende 1990 analysiert.
4 Schadursachen, Schädigungsarten, Schadbild und Schadensverlauf sowie Sekundärschäden: Dieses Kapitel erläutert die toxische Wirkung von Schwefeldioxid und verschiedenen Depositionsprozessen auf das Ökosystem Wald sowie die damit verbundenen Krankheitserscheinungen.
5 Ausbreitung von Luftverunreinigungen: Es wird dargelegt, wie emissionsseitige Parameter und meteorologische Bedingungen die Verteilung und Konzentration von Schadstoffen beeinflussen.
6 Maßnahmen zur Verminderung der Schäden und zur Walderhaltung: Dieses Kapitel beschreibt die forstlichen Strategien, insbesondere den Einsatz rauchresistenter Ersatzbaumarten und die Phasen der Waldsanierung.
7 Gegenwärtige Gefahren für den Wald: Hier werden aktuelle Belastungsfaktoren wie Stickstoffeinträge und Ozonbelastung thematisiert, die auch nach Reduktion von Schwefelemissionen fortbestehen.
8 Aktueller Waldzustand: Dieses Kapitel fasst die Fortschritte in der Waldgesundheit seit 1990 zusammen und bewertet den gegenwärtigen Zustand der Waldbestände im Erzgebirge.
9 Didaktische Vorüberlegungen: Hier werden die Ziele und didaktischen Leitlinien für die Einbettung der Thematik in den Geographie-Unterricht des Grundkurses 12 definiert.
10 Planung der Unterrichtsstunden zum Thema „Waldsterben im Erzgebirge“: Dieses Kapitel liefert die konkrete Unterrichtsplanung inklusive einer theoretischen Doppelstunde sowie der Konzeption einer Exkursion in den Deutscheinsiedler Wald.
11 Zusammenfassung: Eine zusammenfassende Reflexion über den Zustand des Erzgebirgswaldes und die gesellschaftliche Verantwortung für seine nachhaltige Erhaltung.
12 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Internetquellen zur fachlichen Fundierung.
Waldsterben, Erzgebirge, Schwefeldioxid, Saurer Regen, Forstwirtschaft, Waldschäden, Immissionen, Emissionsminderung, Ökosystem Wald, Unterrichtsplanung, Geographieunterricht, Ersatzbaumarten, Bodensanierung, Luftreinhaltung, Nachhaltigkeit.
Die Arbeit analysiert die historischen und aktuellen Ursachen für das Waldsterben im Erzgebirge, untersucht die forstwirtschaftlichen Gegenmaßnahmen und erarbeitet didaktische Konzepte, um diese komplexe Umweltproblematik Schülern der gymnasialen Oberstufe zu vermitteln.
Die zentralen Themen sind die historische Veränderung des erzgebirgischen Waldes durch menschliche Nutzung, die Einflüsse von Luftschadstoffen wie Schwefeldioxid auf die Waldgesundheit, die forstliche Schadensbewältigung sowie die didaktische Einbindung des Themas "Nutzung und Nutzungsprobleme" in den Geographie-Unterricht.
Das Ziel ist es, zu klären, warum der ursprüngliche Bergmischwald durch anthropogene Einflüsse so stark geschädigt wurde, und auf Basis dieser fachlichen Analyse eine Unterrichtseinheit (inklusive Exkursion) für den Grundkurs 12 zu entwickeln, die das Umweltbewusstsein der Schüler fördert.
Es handelt sich um eine auf Literaturrecherche und fachwissenschaftlicher Analyse basierende Arbeit, die naturwissenschaftliche Erkenntnisse (Waldschadensforschung, Forstwirtschaft) mit didaktischen Methoden der Unterrichtsplanung verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Bereich zur Geschichte des Waldsterbens, zu Schadursachen, Wirkungsweisen von Luftschadstoffen und Gegenmaßnahmen der Forstwirtschaft, sowie einen praktischen Bereich, der die konkrete Unterrichtsplanung und eine Exkursionsroute vorstellt.
Waldsterben, Erzgebirge, Schwefeldioxid, Saurer Regen, Forstwirtschaft, Waldschäden, Immissionen, Ökosystem Wald, Didaktik, Geographieunterricht, Nachhaltigkeit.
Das Erzgebirge verdeutlicht in besonderer Weise den Wandel einer Waldlandschaft durch industrielle Belastungen (z.B. Rauchschäden durch Kohleverbrennung) und zeigt zudem durch seine spezifische Lage und den "Eisernen Vorhang" historische Besonderheiten im Umgang mit Umweltschäden in der DDR.
Die ÖWK war ein in der DDR entwickeltes Monitoringsystem, das mittels Rasterflächen und Analysen den Gesundheitszustand von Baumarten erfasste, um Schadursachen zu erforschen und langfristige Bewirtschaftungsmaßnahmen abzuleiten.
Diese Hügel sind Relikte forstwirtschaftlicher Sanierungsversuche; der versauerte Oberboden wurde zusammengeschoben, um das dominierende, die Aufforstung behindernde Waldreitgras zu entfernen und auf dem nackten Boden Ersatzbaumarten anzusiedeln.
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