Diplomarbeit, 2009
141 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Darstellung der Thematik
1.2 Konzeption der Arbeit
1.3 Gesundheitswissenschaftliche Terminologie
2. Kernelemente der Offenen Methode der Koordinierung (OMK)
2.1 Definition und Erläuterung
2.2 Historischer Ursprung und Entwicklung
2.3 Anwendungsbereiche der OMK auf verschiedene Politikfelder
2.4 Eingliederung zu klassischen Instrumenten der Gemeinschaftspolitik
3. Steuerungsebenen und Ordnungspolitik im Gesundheitswesen
3.1 Steuerungsebenen im Gesundheitswesen
3.1.1 Globalsteuerung und Global Governance (Makroebene)
3.1.2 Verbandsebene (Mesoebene)
3.1.3 Dezentrale Steuerung (Mikroebene)
3.2 Bedeutung nationaler Wirtschaftsordnungen in der Europäischen Union
3.2.1 Ideal- und Realtypen von Wirtschaftsordnungen
3.2.2 Die Rolle der Sozialen Marktwirtschaft in der Europäischen Union
4. Nationale Gesundheitssysteme Europas
4.1 Einführung in die Gesundheitssysteme
4.2 Klassifizierung der Gesundheitssysteme
4.2.1 Beveridge-Modell
4.2.2 Bismarck-Modell
4.2.3 Beveridge versus Bismarck
4.3 Das deutsche Gesundheitssystem im europäischen Vergleich
4.4 Einflüsse der Europäischen Union auf das nationale Gesundheitssystem
4.4.1 Direkte Einflüsse auf das nationale Gesundheitssystem
4.4.2 Indirekte Einflüsse auf das nationale Gesundheitssystem
5. Prozessschritte der OMK im Gesundheitswesen
5.1 Schritt 1: Ziele der OMK im Gesundheitswesen
5.1.1 Gesundheitsziele
5.1.2 Zieldimensionen der Offenen Methode der Koordinierung
5.1.3 Reflektion deutscher Zielvorgaben seitens des SGB V
5.2 Schritt 2: Festlegung von Indikatoren und Benchmarks
5.2.1 Anforderungen an die Indikatoren
5.2.2 Indikatorenportfolio der OMK im Gesundheitswesen
5.2.3 Herausforderungen und Problematik der Indikatorenbildung
5.2.4 Benchmarking und Best Practice
5.2.5 Sanktionsfähigkeit weicher Regulierungsmechanismen
5.3 Schritt 3: Umsetzung und Ausarbeitung Nationaler Aktionspläne
5.3.1 Bedeutung Nationaler Aktionspläne für den OMK-Prozess
5.3.2 Der deutsche Nationale Aktionsplan 2008-2010
5.4 Schritt 4: Monitoring, Review und Gegenseitiges Lernen
5.4.1 Monitoring
5.4.2 Peer-Review
5.4.3 Gegenseitiges Lernen
5.4.3.1 Bedeutung des gegenseitigen Lernens im OMK-Prozess
5.4.3.2 Lernanreize der Offenen Methode der Koordinierung
6. Szenarien und Handlungsoptionen für das deutsche Gesundheitswesen
6.1 Das defensive Szenario: Schwächen und Risiken der OMK für das deutsche Gesundheitssystem
6.2 Das offensive Szenario: Stärken und Chancen der OMK für das deutsche Gesundheitssystem
7. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Konzept der "Offenen Methode der Koordinierung" (OMK) der EU im Hinblick auf ihre Anwendung auf die nationalen Gesundheitssysteme, mit einem speziellen Fokus auf das deutsche System. Ziel ist es, Auswirkungen dieses Instruments zu analysieren und Chancen sowie Risiken in Bezug auf die deutsche Gesundheitspolitik abzuleiten.
2.1 Definition und Erläuterung
Die OMK kann als ein neuartiges Instrument der Politiksteuerung bzw. Politikkoordination auf der europäischen Ebene definiert werden, das eine verstärkte Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten durch den Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken anstrebt. Dabei sollen die Mitgliedstaaten bei der schrittweisen Entwicklung ihrer eigenen Politik unterstützt werden.16
Das Verfahren der Offenen Methode der Koordinierung zeichnet sich durch einen prozessorientierten Charakter aus, der im Einzelnen aus den folgenden Schritten besteht:17
• Vereinbarung von gemeinsamen politischen Zielsetzungen und Leitlinien auf europäischer Ebene
• Festsetzung quantitativer und qualitativer Indikatoren und Benchmarks für den Austausch bewährter Praktiken (best practices)
• Umsetzung der europäischen Leitlinien in nationale und regionale Politiken der Mitgliedstaaten durch konkrete Ziele und Maßnahmen unter Berücksichtigung länderspezifischer Besonderheiten
• Einrichtung eines Überwachungssystems (Monitoring) und Evaluierung des Prozesses (Peer Review) im Kontext eines gegenseitigen Lernens18
Der Grundgedanke der OMK beruht auf einer Vereinbarung gemeinsamer Ziele und Leitlinien sowie der Zusammenarbeit und dem Transfer bewährter Praktiken innerhalb der Mitgliedstaaten. Das Instrument ist derart ausgelegt, dass eine regelmäßige Überwachung der Verwirklichung gemeinsamer Ziele stattfindet und die Fortschritte der einzelnen Mitgliedstaaten die Möglichkeit bieten, eine 'Evaluations- und Lernkultur' zu konstituieren. Die OMK gilt als Ergänzung zum bisherigen Handeln der Gemeinschaft und unterliegt ebenfalls dem Grundsatz der Subsidiarität19, wobei die Kommission lediglich einen koordinierenden Charakter aufweist und mit Einführung der OMK das institutionelle Gleichgewicht nicht gestört werden darf.20
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demografischen Wandels und der Herausforderungen für europäische Sozialstaaten ein, die zur Entwicklung der OMK führten, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Kernelemente der Offenen Methode der Koordinierung (OMK): Das Kapitel definiert die OMK als prozessorientiertes Politikinstrument, erläutert dessen historischen Ursprung und ordnet es in das Gefüge der EU-Instrumente ein.
3. Steuerungsebenen und Ordnungspolitik im Gesundheitswesen: Hier werden die Mechanismen der Gesundheitssteuerung auf verschiedenen Ebenen analysiert und die Rolle der Wirtschaftsordnung (Soziale Marktwirtschaft) im europäischen Kontext erörtert.
4. Nationale Gesundheitssysteme Europas: Dieser Abschnitt klassifiziert europäische Gesundheitssysteme (Beveridge- vs. Bismarck-Modell), vergleicht das deutsche System im europäischen Umfeld und analysiert EU-Einflüsse.
5. Prozessschritte der OMK im Gesundheitswesen: Eine detaillierte Analyse der vier Prozessschritte (Zieldefinition, Indikatoren/Benchmarks, Aktionspläne, Monitoring/Lernen) im Kontext der Gesundheitspolitik.
6. Szenarien und Handlungsoptionen für das deutsche Gesundheitswesen: Zusammenführung der Ergebnisse in einem defensiven (Risiken/Schwächen) und einem offensiven (Chancen/Stärken) Szenario für Deutschland.
7. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassendes Fazit zur Eignung der OMK als Steuerungsinstrument, das eine Balance zwischen Effizienz und sozialer Gerechtigkeit anstrebt.
Offene Methode der Koordinierung, OMK, Gesundheitssystem, Europäische Union, Lissabon-Strategie, Bismarck-Modell, Beveridge-Modell, Benchmarking, Nationale Aktionspläne, Gesundheitspolitik, Soziale Marktwirtschaft, Monitoring, Peer-Review, Patientenorientierung, Subsidiarität.
Die Arbeit analysiert die Anwendung der "Offenen Methode der Koordinierung" (OMK) als innovatives Steuerungsinstrument der EU auf die nationalen Gesundheitssysteme mit Fokus auf Deutschland.
Die Arbeit behandelt die Europäische Gesundheitspolitik, nationale Wirtschaftsordnungen, die Klassifizierung von Gesundheitssystemen und die Implementierung von OMK-Prozessschritten.
Ziel ist es, die Auswirkungen der OMK auf das deutsche Gesundheitssystem zu bewerten und ein defensives sowie ein offensives Szenario zur Einordnung der OMK-Relevanz zu entwickeln.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Gegenüberstellung von Politikkonzepten, basierend auf Literaturstudien, Modellvergleichen (Beveridge vs. Bismarck) und der Auswertung von EU-Strategieberichten.
Im Hauptteil werden die Steuerungsebenen im Gesundheitswesen, nationale Systemunterschiede, die vier Schritte des OMK-Prozesses (Ziele, Indikatoren, Planung, Monitoring) sowie Szenarien für das deutsche System diskutiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie OMK, Gesundheitssysteme, Benchmarking, Lissabon-Strategie, Europäische Integration und Soziale Marktwirtschaft charakterisiert.
Im Gegensatz zu verbindlichen Verordnungen oder Richtlinien ist die OMK ein weiches Instrument, das auf Freiwilligkeit, Kooperation und gegenseitigem Lernen basiert, ohne direkte rechtliche Sanktionen.
Es beschreibt die Zielkonkurrenz zwischen einer hochwertigen Versorgung der Versicherten, einer angemessenen Vergütung der Leistungserbringer und der notwendigen Wirtschaftlichkeit.
Sie dienen als zentrales Instrument, in dem die Mitgliedstaaten darlegen, wie sie die gemeinsamen Ziele der OMK umsetzen, und ermöglichen so den gegenseitigen Erfahrungsaustausch.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass trotz methodischer Schwächen das Potenzial der OMK als Steuerungsinstrument, das Souveränität wahrt und Innovation durch Lernen fördert, überwiegt.
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