Bachelorarbeit, 2007
33 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung und Problemstellung
1.1 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.2 Methoden
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Eingänge als Raumbildner
2.1 Raum begreifen – Der Raumbegriff
2.2 Der WegRaum als Zugang zum Eingang
2.3 Die EingangsSchwelle
3. Eingangssituationen im Wohnbau
3.1 Bedeutung und Funktion von Zu- und Eingängen
3.2 RaumErschließung - Analyse der Geschosswohnungsbauten
3.2.1 Der Karl-Marx-Hof der 1920er Jahre
3.2.2 Siedlung Görgengasse 26/Weinberggasse 46 aus den 1960er Jahren
3.2.3 Gartensiedlung Ottakring aus den Jahren 1999/2000
4. Ergebnisse und Diskussion
5. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung, Funktion und architektonische Entwicklung von Eingangssituationen im Wiener Geschosswohnungsbau des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Siedlungsbeispiele aus unterschiedlichen Epochen nachzuvollziehen, wie sich die Schnittstelle zwischen Innen- und Außenraum baulich und funktional verändert hat und wie diese Gestaltung die Identifikation der BewohnerInnen beeinflusst.
Die EingangsSchwelle
Die Begriffsverwendung der „Schwelle“ ist – wie auch beim Raum – eine sehr vielseitige. In den unterschiedlichsten Disziplinen wird dieser Ausdruck anders gedeutet. Aus der Psychologie kennt man die „Reiz- und Hemmschwelle“, aus der Wirtschaft die sog. „Schwellenländer“ und in der Metaphysik stellt die Schwelle den Übergang von Leben zum Tod dar. Diese Beispiele, um nur einige zu nennen, zeigen, dass der Begriff selbst vorwiegend symbolisch/psychologischer Natur ist, aber auch häufig als Metapher benutzt wird. Es gibt auch Fachrichtungen, die den Ausdruck für konkrete Dinge bzw. für Bauteile verwenden. Im Eisenbahnbau stellen Schwellen die Holzlatten zwischen den Schienen dar; in der Architektur den untersten Teil eines Türrahmens. Allen Verwendungen gemeinsam ist aber die Beschreibung eines Verlaufes – eines Übergehens von einem Zustand in einen anderen. Die Schwelle stellt mathematisch gesehen einen Grenzwert dar, an dem ein bestimmter Zustand in einen anderen übergeht. Man spricht daher auch von einem Moment des „Umkippens“ (Krämer, 1983, 205).
In der Raumwahrnehmung hat die Schwelle eine besonders interessante Stellung. Hier wird der Sachverhalt des Architektonischen mit dem der Psychologie verbunden, womit die Schwelle sowohl bauliches Element als auch unbewusst erlebbares Symbol wird, das auf das Verhalten des Menschen direkten Einfluss ausübt. In der Architektur findet die Schwelle unterschiedliche gestalterische Umsetzung: im einfachsten Fall dienen dazu eine Tür, ein Tor, ein Durchgang, Bogen sowie topografische Veränderungen, Verengungen/Ausweitungen u.ä. Die Übergänge werden je nach Gestaltung entweder scharf oder eher fließend (eine Art Schleuse) gezogen.
1. Einleitung und Problemstellung: Hier wird die Relevanz von Eingängen als raumbildende und repräsentative Elemente dargelegt sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit definiert.
2. Eingänge als Raumbildner: Dieses Kapitel erörtert theoretische Grundlagen zu Raumbegriff, Wegführung und der psychologischen Bedeutung von Schwellen als architektonische Übergangszonen.
3. Eingangssituationen im Wohnbau: Der Hauptteil analysiert detailliert die Erschließungssysteme und Eingangssituationen von drei spezifischen Wiener Siedlungsbeispielen aus verschiedenen Epochen.
4. Ergebnisse und Diskussion: Die Ergebnisse aus den Fallstudien werden zusammengeführt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der baulichen Entwicklung sowie im sozialen Identitätsbezug der BewohnerInnen aufzuzeigen.
5. Schlussfolgerungen: Zusammenfassend wird betont, dass sich trotz formaler Wandelprozesse in der Architekturgeschichte logische Prinzipien der Erschließung bewährt haben und die Gestaltung von Eingängen essenziell für die Verbindung von Identität und Gemeinschaftsgefühl bleibt.
Eingangssituation, Wohnbau, Architektur, Raumbildung, Erschließungssysteme, Schwelle, Freiraum, Identifikation, Wien, Siedlungsbau, Wegraum, 20. Jahrhundert, Gemeindebau, Zeilenbau, Architekturpsychologie
Die Arbeit beschäftigt sich mit der architektonischen und funktionalen Bedeutung von Zu- und Eingängen in Wiener Geschosswohnungsbauten des 20. Jahrhunderts.
Zentrale Themen sind die Gestaltung von Schwellensituationen, die Entwicklung von Erschließungssystemen und der Einfluss dieser architektonischen Elemente auf die Identifikation der BewohnerInnen mit ihrem Wohnumfeld.
Ziel ist es, anhand von drei Fallbeispielen zu beschreiben, wie sich Eingangssituationen baulich und funktional gewandelt haben und wie sie heute als integrierter Bestandteil des Gesamtraumes wahrgenommen werden.
Die Autorin kombiniert eine umfassende Literaturrecherche mit einer strukturierten Vor-Ort-Analyse, bestehend aus städteplanerischen Untersuchungen, Begehungen und einer Fotodokumentation der ausgewählten Siedlungen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Karl-Marx-Hofs (1920er Jahre), der Weinberg-Görgensiedlung (1960er Jahre) und der Gartensiedlung Ottakring (1999/2000) im Hinblick auf deren äußere und innere Erschließung.
Die wichtigsten Schlagworte sind Eingangssituation, Wohnbau, Raumbildung, Schwelle, Erschließungssysteme und Identifikation.
Während der Karl-Marx-Hof auf monumentale Bögen und Gemeinschaftshöfe setzt, zeigen Siedlungen der 1960er Jahre eine stärkere Monotonisierung und orthogonale Schlichtheit, während moderne Siedlungen wie die Gartensiedlung Ottakring durch Transparenz und individuelle Farbgestaltung neue Orientierungspunkte setzen.
Die Arbeit stellt fest, dass in moderneren Siedlungen die individuelle Farbgebung von Eingängen und Stiegenhäusern gezielt als Orientierungshilfe eingesetzt wird, um die Anonymität gleichförmiger Architektur zu durchbrechen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

