Bachelorarbeit, 2008
30 Seiten, Note: 2,3
Einleitung
1. Die ästhetische Struktur von Houellebecqs Extension
1.1 Gliederung und Erzählform
1.2 Schreibstil und Sprachregister
2. Die ästhetischen Merkmale von Beigbeders 99 francs
2.1 Gliederung und Erzählform
2.2 Schreibstil und Sprachregister
3. Impassible Gesellschaft oder impassible Protagonisten?
3.1 Merkmale der Impassibilité im öffentlichen Leben
3.2 Die Protagonisten als êtres impassibles
4. Fazit : Keine neuen Formen der Impassibilité
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand eines Vergleichs von Michel Houellebecqs „Extension du domaine de la lutte“ und Frédéric Beigbeders „99 francs“, ob sich innerhalb dieser Gegenwartsromane neue Formen der Impassibilité manifestieren, wobei der Fokus insbesondere auf der Entwicklung dieses literarischen Begriffs seit dem 19. Jahrhundert liegt.
Die ästhetische Struktur von Houellebecqs Extension
Der Roman Extension du domaine de la lutte ist 1994 bei den Éditions J’ai lu erschienen und erstreckt sich auf 155 Seiten, wobei das Werk in drei Teile unterteilt ist. Die Gliederung der Extension ist, wie man weiter unten sehen wird, im Gegensatz zu Beigbeders 99 francs recht einfach gehalten.
Die Erzählform zeichnet sich dadurch aus, dass der Figur gleich zu Anfang des Romans das Wort überlassen wird, und sie auch während der restlichen Erzählung von einer narrativen Vormundschaft befreit bleibt. Neben ihr existiert keine weitere Erzählerinstanz, so dass der Roman direkt mit der unmittelbaren Rede und in der Ich-Form beginnt. Die Erzählung ist der autobiographischen Form gemäß, in der ersten Person geschrieben. Bei der Erzählinstanz der Extension handelt es sich um einen extradiegetischen-autodiegetischen Erzähler, da der Erzähler gleichermaßen auch als Held der Geschichte fungiert. Während der Erzählung überwiegt die fixierte interne Fokalisierung, denn die Figur stellt den einzigen Erzähler dar, und die Wahrnehmung des Lesers ist an ihre gebunden. Allerdings scheint an einigen Stellen im Roman eine Tendenz zur Nullfokalisierung gegeben zu sein.
Einleitung: Die Arbeit führt in die Begriffsgeschichte der „Impassibilité“ ein und stellt die These auf, dass sich diese Form der Emotions- und Teilnahmslosigkeit von einer rein ästhetischen Darstellungsweise bei Flaubert hin zu einer Eigenschaft der fiktionalen Welt in Gegenwartsromanen gewandelt haben könnte.
1. Die ästhetische Struktur von Houellebecqs Extension: Dieses Kapitel analysiert den Aufbau, die Erzählform sowie den spezifischen Schreibstil und das Sprachregister von Houellebecqs Roman.
2. Die ästhetischen Merkmale von Beigbeders 99 francs: Die Untersuchung befasst sich mit der komplexen Gliederung und den erzählerischen Besonderheiten von Beigbeders Werk, wobei insbesondere der Wechsel der Erzählerstimme im Fokus steht.
3. Impassible Gesellschaft oder impassible Protagonisten?: In diesem Hauptteil wird der Frage nachgegangen, ob die dargestellte Gesellschaft als „impassible“ zu bezeichnen ist oder ob die wahrgenommene Kälte lediglich eine subjektive Projektion der Protagonisten darstellt.
4. Fazit : Keine neuen Formen der Impassibilité: Die Arbeit zieht Bilanz und kommt zu dem Ergebnis, dass keine neuen, auf die Gesellschaft ausgeweiteten Formen der Impassibilité vorliegen, da das negative Weltbild primär an die subjektive Sichtweise der Hauptfiguren gebunden bleibt.
Impassibilité, Michel Houellebecq, Frédéric Beigbeder, Literaturvergleich, Erzählform, Impassibilité esthétique, Gegenwartsroman, Ich-Erzähler, Gesellschaftskritik, Fiktionale Welt, Entfremdung, Existenzialismus, Erzähltheorie, Stilistik, Autorenabsicht.
Die Arbeit untersucht, wie der literarische Begriff der „Impassibilité“ – verstanden als Emotionslosigkeit oder Unempfindlichkeit – in den Romanen „Extension du domaine de la lutte“ und „99 francs“ von Houellebecq und Beigbeder verarbeitet wird.
Im Zentrum stehen die ästhetische Struktur, die Erzählperspektiven, der Schreibstil sowie die Frage, ob die beschriebene Welt als „impassible“ Gesellschaft interpretiert werden kann.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob sich die Impassibilité von einer Charaktereigenschaft einer Figur zu einer kollektiven Eigenschaft einer ganzen Gesellschaft in den untersuchten Romanen entwickelt hat.
Die Autorin wendet eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse an, gestützt auf erzähltheoretische Ansätze (wie die Fokalisierung nach Genette) und die Definitionen der Académie Française.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der ästhetischen Merkmale beider Werke und eine kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob die Protagonisten selbst oder ihre Umgebung die Merkmale der Impassibilité tragen.
Neben dem zentralen Begriff der Impassibilité sind Begriffe wie Erzählform, Gesellschaftskritik, Entfremdung und Subjektivität zentral.
Während Houellebecq eine eher einfache Gliederung und einen knappen Stil wählt, nutzt Beigbeder in „99 francs“ eine komplexere Struktur mit wechselnden Pronomina und unterbricht den Erzählfluss durch Werbeelemente.
Die Autorin verneint die Existenz einer neuen, kollektiven Form der Impassibilité; sie argumentiert, dass das negative Bild der Welt primär das Ergebnis der subjektiven und limitierten Sichtweise der jeweiligen Protagonisten ist.
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