Examensarbeit, 2009
69 Seiten, Note: 2
Didaktik für das Fach Deutsch - Literaturgeschichte, Epochen
I Vorwort
1. Exposition der Problemstellung und methodologische Erörterung
1.1. Problemstellung
1.2. Inhaltliche und methodische Vorgehensweise
2. Verstand, Vernunft und Rationalität bei Tieren
2.1. Verstand und Vernunft im Gedankenkonzept philosophischer Denker
2.1.1. Tiere bei David Hume
2.1.2. Tiere in Schopenhauers Gedankenkonzept
2.2. Derzeitiger Erkenntnisstand
2.2.1. Besitzen Tiere Verstand?
2.2.2. Sind Tiere nach heutiger Auffassung vernunftbegabte Wesen?
2.2.3. Besitzen Tiere Rationalität?
3. Thomas Manns Herr und Hund – Ein Idyll
3.1. Erste Interpretationsansätze und biographische Bezüge
3.2. Kapitel I: Er kommt um die Ecke
3.3. Kapitel II: Wie wir Bauschan gewannen
3.4. Kapitel III: Einige Nachrichten über Bauschans Lebensweise und Charakter
3.5. Kapitel IV: Das Revier
3.6. Kapitel V: Die Jagd
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die philosophische und literarische Frage, ob höher entwickelte Tiere über kognitive Fähigkeiten wie Verstand, Vernunft und Rationalität verfügen. Dabei verknüpft die Autorin philosophische Ansätze mit Erkenntnissen der Verhaltensbiologie und einer literaturwissenschaftlichen Analyse von Thomas Manns Novelle "Herr und Hund".
2.1.1 Tiere bei David Hume
Hume unterscheidet die Begriffe Verstand und Vernunft in seinen Werken nicht – er gebraucht sie synonym. In diesem Kapitel soll die Theorie des Verstandes und der Vernunft in unser heutiges Begriffsverständnis überführt werden. Das heißt, der synonyme Gebrauch bei Hume soll aufgehoben werden. Es ist deshalb nötig, sich in einem gewissen Umfang von festen Begriffen zu lösen, um zu verstehen, wie Humes Theorie in unser heutiges Begriffsverständnis von Verstand und Vernunft einzuordnen ist.
Dem Verstand und der Vernunft der Tiere widmet Hume jeweils ein Kapitel in den Werken Traktat über die menschliche Natur und Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand. Meist wird Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand als eine Überarbeitung seines Traktats aufgefasst. Das ist allerdings nur bedingt richtig, denn es ist manches hinzugekommen, wohingegen aber andere Teile des Traktats gerafft und gekürzt wurden. Hume selbst sagt in seiner Bekanntmachung zu Eine Untersuchung über den menschlichen Verstand:
Die meisten Grundzüge und Erörterungen des vorliegenden Bandes wurden bereits in einem dreibändigen Werk mit dem Titel „Eine Abhandlung über menschliche Natur“ veröffentlicht [...]. Da es jedoch keinen Erfolg hatte, erkannte ich den Irrtum, den er beging, indem er es zu früh in Druck gab, und bearbeitete es völlig neu zu den folgenden Ausführungen, in denen- wie er hofft- etliche Nachlässigkeiten seiner früheren Argumentation und des Ausdrucks verbessert sind. [...] Der Verfasser wünscht, daß man in Zukunft ausschließlich die folgenden Ausführungen als Darstellung seiner philosophischen Ansichten und Grundsätze betrachten möge.
I Vorwort: Danksagung an Betreuer und Unterstützer sowie eine persönliche Widmung an die eigenen Haustiere.
1. Exposition der Problemstellung und methodologische Erörterung: Einführung in die Fragestellung zur kognitiven Leistungsfähigkeit von Tieren und Darlegung der methodischen Vorgehensweise.
2. Verstand, Vernunft und Rationalität bei Tieren: Analyse philosophischer Positionen sowie heutiger Erkenntnisse zur tierlichen Intelligenz und deren geistigen Fähigkeiten.
3. Thomas Manns Herr und Hund – Ein Idyll: Literarische Interpretation der Novelle zur Verdeutlichung der philosophischen Thesen im Kontext der Tier-Mensch-Beziehung.
4. Fazit: Zusammenfassende Antwort auf die Kernfrage der Arbeit und Synthese der gewonnenen Erkenntnisse.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Tierphilosophie, Verstand, Vernunft, Rationalität, Thomas Mann, Herr und Hund, Kognition, Verhaltensbiologie, David Hume, Arthur Schopenhauer, Selbstbewusstsein, Körperbewusstsein, Anthropozentrismus, Kausallernen, Sprachphilosophie.
Die Arbeit untersucht die philosophische Fragestellung, ob Tiere über kognitive Fähigkeiten verfügen, die traditionell oft ausschließlich dem Menschen zugesprochen werden.
Im Fokus stehen die philosophischen Definitionen von Verstand und Vernunft, der aktuelle biologische Forschungsstand zu tierlichen Lernprozessen sowie die literarische Darstellung des Hundes Bauschan bei Thomas Mann.
Das Ziel ist eine begründete Einordnung der Begriffe Verstand, Vernunft und Rationalität im Kontext der Tierwelt, um zu klären, welche dieser Fähigkeiten Tieren zugeschrieben werden können.
Die Arbeit nutzt einen geisteswissenschaftlichen Zugang, kombiniert philosophische Analysen von Denkern wie Hume und Schopenhauer mit verhaltensbiologischen Erkenntnissen und führt eine interpretative Literaturanalyse durch.
Der Hauptteil analysiert, wie Hume und Schopenhauer den tierlichen Geist begriffen, welche Erkenntnisse die Verhaltensforschung liefert und wie Thomas Manns Novelle diese Konzepte literarisch reflektiert.
Die Begriffe "tierlich" (als bewusste Analogie zu "menschlich"), "Kausallernen", "Selbstreflexion", "Körperbewusstsein" und der Kontrast zwischen "Natur" und "Kultur" sind zentral.
Die Novelle dient als Fallbeispiel, an dem sich philosophische Konzepte veranschaulichen lassen, wobei die Autorin zeigt, wie literarische Fiktion eine "künstliche" oder interpretative Form der Tierbeschreibung nutzt.
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass man höher entwickelten Tieren die Vernunft nicht absprechen kann, sofern man Reflexion, Zukunftsorientierung und Bewusstsein als Kriterien heranzieht.
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