Diplomarbeit, 2009
120 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 Entwicklung des volkswirtschaftlichen Sparprozesses in der ökonomischen Theorie
2.2 Keynesianische Konsumtheorien
2.2.1 Die absolute Einkommenshypothese von Keynes
2.2.2 Die relative Einkommenshypothese von Duesenberry
2.2.3 Die Habit Persistence Hypothese von Brown
2.3 Normaleinkommenshypothesen
2.3.1 Die permanente Einkommenshypothese von Friedman
2.3.2 Die Lebenszyklushypothese von Modigliani et al.
2.4 Fazit aus den Erklärungsansätzen
3 DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHE SPARPROZESS
3.1 Wesen und Bedeutung des Sparens für eine Volkswirtschaft
3.2 Operationalisierung des theoretischen Konstrukts
3.3 Datenbasis des volkswirtschaftlichen Sparprozesses
3.4 Sektorengliederung in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
3.4.1 Die Abgrenzung der Sektoren
3.4.2 Bedeutung der privaten Haushalte für die Ersparnis einer Volkswirtschaft
4 GRUNDLAGEN ZUR SPARQUOTE DER PRIVATEN HAUSHALTE
4.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
4.2 Definition der Sparquote
4.3 Berechnungsmethoden
4.4 Probleme bei der Berechnung der Sparquote
4.5 Probleme bei internationalen Vergleichen am Beispiel der USA
5 ENTWICKLUNG DER SPARQUOTE DER PRIVATEN HAUSHALTE
5.1 Betrachtung der Sparquote in der Bundesrepublik Deutschland
5.1.1 Entwicklung der Sparquote in Deutschland
5.1.2 Regionale Entwicklung der Sparquote in Deutschland – alte versus neue Bundesländern
5.2 Betrachtung der einzelnen Komponenten der Sparquote in der Bundesrepublik Deutschland
5.2.1 Einleitende Betrachtungen zur Untersuchung der Komponenten der Sparquote
5.2.2 Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte
5.2.3 Die Ersparnis der privaten Haushalte
5.2.4 Simultane Betrachtung beider Komponenten
5.3 Internationaler Vergleich der Entwicklung der Sparquoten in Deutschland und in den USA
6 ANALYSE VON ZUSAMMENHÄNGEN ZWISCHEN DER SPARQUOTE UND AUSGEWÄHLTEN ÖKONOMISCHEN EINFLUSSFAKTOREN
6.1 Betrachtung ökonomischer Zusammenhänge
6.1.1 Problematik ökonomischer Zusammenhangsanalysen
6.1.2 Statistische Grundlagen
6.2 Korrelationsanalyse
6.2.1 Empirische Zusammenhangsuntersuchung des Einflussfaktors Einkommen
6.2.1.1 Das verfügbare Einkommen in absoluten Größen
6.2.1.2 Die Wachstumsraten des verfügbaren Einkommens
6.2.2 Empirische Zusammenhangsuntersuchung der Einflussfaktoren Zins und Inflation
6.2.3 Empirische Zusammenhangsuntersuchung des Einflussfaktors Vermögen
7 SCHLUSSBEMERKUNG
Die Diplomarbeit untersucht das Sparverhalten der privaten Haushalte in Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2007, indem sie theoretische Erklärungsansätze aufgreift, Einflussfaktoren identifiziert und deren Wirkung mittels Korrelationsanalysen empirisch prüft.
2.1 Entwicklung des volkswirtschaftlichen Sparprozesses in der ökonomischen Theorie
Fragen zur Bildung und Wirkung des Sparens sind so alt wie die Geschichte der Volkswirtschaftslehre selbst. Doch zunächst sei darauf hingewiesen, dass eine gesamtwirtschaftliche Theorie der Ersparnis, die die privaten und öffentlichen Haushalte sowie die Unternehmen umfasst, ebenso wenig existiert wie eigene Spartheorien der einzelnen Sektoren. Größtenteils beschränken sich die Versuche, das Sparverhalten zu erklären, auf die Sparquote der privaten Haushalte. An dieser Stelle erfolgt nur ein kurzer historischer Überblick sowie eine Charakterisierung der verschiedenen Erklärungsansätze, da es kaum möglich ist, das komplexe ökonomische Beziehungsgefüge mathematisch in diesem Rahmen zu erörtern.
Bereits im 17. Jahrhundert verwendeten die Merkantilisten im Wesentlichen dieselbe Sparfunktion, wenn auch nicht explizit ausformuliert, wie sie später von Keynes eingeführt werden sollte, obwohl die merkantilistische Wirtschaftstheorie primär an der Frage der Veränderung der Einkommensverteilung und am Außenhandel interessiert war. Demnach führen eine Einkommenserhöhung und eine Einkommensumverteilung hin zu hohen Einkommen, aufgrund von Export- und Geldmengensteigerung, zu einer höheren Ersparnis. Seiner Zeit voraus war die Einteilung der Wirtschaftssubjekte von King (1688) in Sparer und Entsparer, die erst wieder im 20. Jahrhundert in den Fokus der Forschung rückte.
In der klassischen Lehre postulierte Adam Smith (1776) in seinem Werk „An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations“, dass Ersparnisse des Gewinnes wegen sofort reinvestiert werden müssen. Demzufolge sind Sparen und Investieren immer gleich. Beachtenswert ist, dass Smith für den Ausgleich von Ersparnis und Investition lediglich einen positiven Zinssatz benötigte. Ein Ausgleich über den Zinsmechanismus fand nicht statt. Ricardo (1817) billigte den Arbeitern lediglich Subsistenzlöhne zu und sprach ihnen die Fähigkeit zum Sparen gänzlich ab. Die Einkommensverteilung, die noch im Merkantilismus als Einflussfaktor auf die Höhe der Ersparnis berücksichtigt wurde, wird von den Klassikern ausgeblendet.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des volkswirtschaftlichen Sparprozesses und Erläuterung der Forschungsziele sowie des methodischen Vorgehens für den Zeitraum 1991-2007.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Überblick über historische und moderne Spartheorien, von den Merkantilisten und Klassikern bis zu den Konsum- und Normaleinkommenshypothesen von Keynes, Friedman und Modigliani.
3 DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHE SPARPROZESS: Analyse des Wesens und der Bedeutung des Sparens für die Volkswirtschaft sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise und der statistischen Datenbasis.
4 GRUNDLAGEN ZUR SPARQUOTE DER PRIVATEN HAUSHALTE: Beschreibung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der verschiedenen Berechnungsmethoden sowie kritische Auseinandersetzung mit Problemen bei der Berechnung und im internationalen Vergleich.
5 ENTWICKLUNG DER SPARQUOTE DER PRIVATEN HAUSHALTE: Empirische Analyse der langfristigen Sparquotenentwicklung in Deutschland, regionale Unterschiede und detaillierte Betrachtung der Komponenten Einkommen und Ersparnis.
6 ANALYSE VON ZUSAMMENHÄNGEN ZWISCHEN DER SPARQUOTE UND AUSGEWÄHLTEN ÖKONOMISCHEN EINFLUSSFAKTOREN: Statistische Untersuchung der Korrelation zwischen der Sparquote und den Faktoren Einkommen, Zins, Inflation und Vermögen auf Basis ökonometrischer Methoden.
7 SCHLUSSBEMERKUNG: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse der Arbeit und kritische Würdigung der Bedeutung der untersuchten Theorien für das Verständnis des Sparverhaltens.
Sparquote, private Haushalte, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, VGR, Ersparnis, Einkommen, Konsumtheorie, Sparverhalten, Korrelationsanalyse, Zinsniveau, Inflation, Vermögensbildung, Lebenszyklushypothese, permanente Einkommenshypothese, Deutschland.
Die Arbeit analysiert das Sparverhalten der privaten Haushalte in Deutschland zwischen 1991 und 2007 und setzt dieses in den Kontext ökonomischer Einflussfaktoren.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Spartheorien, die methodische Berechnung von Sparquoten innerhalb der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und die empirische Überprüfung von ökonomischen Einflussfaktoren.
Das Ziel ist es, auf Basis dogmengeschichtlicher Theorien ökonomische Einflussfaktoren zu identifizieren und mittels Korrelationsanalyse deren Wirkung auf das Sparverhalten der privaten Haushalte in Deutschland nachzuweisen.
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der Literatur verwendet der Autor die deskriptive Statistik sowie die Korrelationsanalyse nach Bravais-Pearson, um Zusammenhänge zwischen ökonomischen Variablen zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die methodischen Grundlagen der VGR, die empirische Entwicklung der Sparquote sowie die statistische Analyse der Korrelation zu Zins, Inflation und Vermögen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Sparquote, private Haushalte, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Korrelationsanalyse, Einkommen und Ersparnis.
Die Arbeit stellt fest, dass sich die Sparquoten in Ost- und Westdeutschland ab 1998 zwar angenähert haben und parallel verlaufen, die Sparneigung im Osten jedoch durchschnittlich unter dem westdeutschen Niveau liegt.
Es zeigt sich ein positiver Zusammenhang zwischen der nominalen Zinsentwicklung bzw. der Inflation und der Sparquote, wobei die Daten für den untersuchten Zeitraum auf eine Nominalzinsorientierung der privaten Haushalte hindeuten.
Der Vergleich dient dazu, die Auswirkungen unterschiedlicher institutioneller Gegebenheiten und statistischer Berechnungsverfahren auf die Sparquote aufzuzeigen und somit ein tieferes Verständnis für die deutsche Entwicklung zu gewinnen.
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