Bachelorarbeit, 2009
102 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung
1.1. Gesellschaftlicher Umgang mit Sexualstraftätern
1.2. Forschungsstand und Problemaufriss
1.3. Thesen
1.4. Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen des Risikomanagements
2.1. Relevanz und Entwicklung des Risikomanagements
2.1.1. Ursprung und geschichtlicher Abriss
2.1.2. Risikoquellen und Risikoarten
2.1.3. Risikomanagement als Prozess
2.2. Phasen, Methoden und Instrumente
2.2.1. Risikopolitik
2.2.2. Risikoidentifikation und Risikoanalyse
2.2.3. Risikobewertung
2.2.4. Risikobegrenzung und Risikosteuerung
2.2.5. Risikoüberwachung
2.2.6. Risikokommunikation
3. Risikomanagement in öffentlichen Trägern
3.1. Voraussetzungen
3.2. Typische Ziele
3.3. Typische Risiken
3.4. Umsetzungsstrategien
4. Risikoquellen in der Straffälligenhilfe
4.1. Bewährungshilfe und Führungsaufsicht
4.1.1. Voraussetzungen für ein Risikomanagement
4.1.2. Der Mensch als „Risikofaktor“
4.2. Der Bewährungshelfer
4.2.1. Professionelles Handeln
4.2.2. Die Manipulation des Bewährungshelfers
4.3. Der rückfallgefährdete Sexualstraftäter
4.3.1. Klassifizierung von Sexualstraftätern
4.3.2. Faktoren zur Risikobestimmung
4.3.3. Wahrscheinlichkeit der Rückfälligkeit
4.4. Bewertung
5. Analysen bestehender Modelle
5.1. England
5.2. HEADS, Bayern
5.3. KSKS, Kiel
5.4. SURE, Hamburg
5.5. ISIS, Sachsen
5.6. ARGUS, Hessen
5.7. KURS, Niedersachsen
5.8. Bewertung
6. Schlussbetrachtung
6.1. Resümee
6.2. Möglichkeiten
6.3. Grenzen
6.4. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit betriebswirtschaftlicher Risikomanagementkonzepte auf die staatliche Straffälligenhilfe, insbesondere im Kontext der Betreuung rückfallgefährdeter Sexualstraftäter, um die Wirksamkeit aktueller Sicherheitsmodelle kritisch zu beleuchten.
4.2.2. Die Manipulation des Bewährungshelfers
Obwohl jeder haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiter einer Justizvollzugsanstalt, Psychiatrie oder Bewährungshilfe weiß, dass der Betroffene oftmals eine schwere Straftat begangen hat, werden an solchen Mitarbeitern tagtäglich Methoden der Manipulationen erfolgreich angewendet insbesondere wenn Täter und Mitarbeiter viel Zeit miteinander verbringen. Je intensiver eine Überwachung, Kontrolle oder Betreuung stattfindet, desto mehr Umstände eröffnen sich für den Täter, in aller Ruhe die Schwachstellen seiner Betreuungspersonen herauszufinden.
Salter kommt in mehreren Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass es tatsächlich eine fast automatisierte Hergangsfolge gibt, an der die Täter festhalten, wenn es um die Manipulation von Menschen geht. Dieser Prozess beginnt mit dem Einholen von Informationen über die Bezugsperson, dabei beobachten Täter die Bezugsperson genau, hören zu, belauschen Mitarbeitergespräche und zeigen Interesse an privaten Vorlieben, Hobbies, Ehe, Familie, Problemen und finden somit Material, das später für Angriffspunkte verwendet werden kann. Dabei wird auch das Verhalten der Bezugsperson analysiert. Wann zeigt sie Schwäche, Überheblichkeit, Wut, Trauer, Sorglosigkeit oder Angst? Was schmeichelt ihr, welche Art von Aufmerksamkeit genießt sie oder wie wecke ich ihr Mitgefühl und ihre Fürsorglichkeit (vgl. SALTER 2006: 202 ff.)?
Einen Bewährungshelfer zu manipulieren, kann hilfreich sein, wenn z. B. (verbotene) Kontakte zu Kindern heruntergespielt, Wohnortwechsel erklärt, Therapieabbrüche bagatellisiert oder zu häufige Besuche beim Bewährungshelfer abgewiegelt werden sollen.
1. Einführung: Darstellung der aktuellen kriminalpolitischen Debatte rund um die "Nothing-Works"-These und die zunehmende Bedeutung risikoorientierter Kontrollsysteme in der Straffälligenhilfe.
2. Grundlagen des Risikomanagements: Erläuterung der betriebswirtschaftlichen Herkunft, der zentralen Phasen, Methoden und Instrumente eines modernen Risikomanagementprozesses.
3. Risikomanagement in öffentlichen Trägern: Diskussion der Herausforderungen bei der Übertragung von Managementkonzepten auf den öffentlichen Sektor, insbesondere hinsichtlich der Zielkonflikte zwischen Sicherheit und Resozialisierung.
4. Risikoquellen in der Straffälligenhilfe: Analyse der internen und externen Risikofaktoren in der Bewährungshilfe, mit Fokus auf die Rolle des Bewährungshelfers und die Dynamik bei der Betreuung von Sexualstraftätern.
5. Analysen bestehender Modelle: Vergleichende Betrachtung verschiedener regionaler Sicherheitskonzepte (HEADS, KSKS, SURE, ISIS, ARGUS, KURS) zur Überwachung rückfallgefährdeter Sexualstraftäter.
6. Schlussbetrachtung: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit von Kontrollsystemen sowie ein Ausblick auf notwendige zukünftige Entwicklungen in der Täterarbeit.
Risikomanagement, Bewährungshilfe, Sexualstraftäter, Rückfallprognose, Führungsaufsicht, Kriminalpolitik, Manipulation, Sicherheitsmanagement, Resozialisierung, Rückfallprävention, Risikokommunikation, Fehlerkultur, Fallmanagement, Sozialkontrolle, Täterarbeit.
Die Arbeit analysiert, wie Risikomanagementsysteme, die ursprünglich aus der Betriebswirtschaft stammen, in der staatlichen Bewährungshilfe zur Überwachung von rückfallgefährdeten Sexualstraftätern eingesetzt werden.
Die Schwerpunkte liegen auf der Übertragbarkeit von Management-Methoden auf den öffentlichen Sektor, der Rolle des Bewährungshelfers als "Sicherheitsmanager" und der Analyse der Manipulationstechniken durch Täter.
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob moderne Risikomanagementsysteme tatsächlich die Rückfallwahrscheinlichkeit senken oder ob sie lediglich zur reinen Kontrolle dienen und den sozialpädagogischen Hilfsprozess untergraben.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die durch den Vergleich verschiedener Sicherheitskonzepte und eine Auswertung der relevanten Fachliteratur sowie Expertenstudien methodisch begründet wird.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Fehleranfälligkeit von Systemen, den Schwierigkeiten in der Koordination zwischen Behörden und der speziellen Dynamik in der Arbeitsbeziehung zwischen Bewährungshelfern und Sexualstraftätern.
Risikomanagement, Sexualstraftäter, Bewährungshilfe, Sicherheitskonzepte, Rückfallprognose und Kontrolle sind die Kernbegriffe der Analyse.
Die Autorin hebt hervor, dass Täter durch gezielte Beobachtung und den Aufbau einer manipulativen Vertrauensbeziehung versuchen, Auflagen zu umgehen, was den Bewährungshelfer in ein massives Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Betreuung bringt.
Die Autorin argumentiert, dass diese Modelle oft die fachlichen Kompetenzen der Bewährungshelfer überfordern, die komplexen psychologischen Hintergründe der Täter vernachlässigen und die Gefahr einer "reinen Kontrollbetreuung" bergen, die den Resozialisierungsgedanken verdrängt.
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