Diplomarbeit, 2006
90 Seiten, Note: 2,3
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1. Einleitung, Zielsetzung und Gang der Arbeit
2. Rahmenbedingungen in der Unternehmenskommunikation
2.1. Aktuelle Problemfelder in der Kommunikationspolitik
2.2. Die Bedeutung interpersoneller Kundenkommunikation
3. Begriffsverständnis und theoretische Grundlagen des Viral Marketing
3.1. Definition und Charakteristika des Viral Marketing
3.2. Theoretische Grundlagen des Viral Marketing
3.2.1. Das Grundprinzip: Word-of-Mouth (WoM)
3.2.1.1. Begriffliche Eingrenzung und Erscheinungsformen des Word-of-Mouth
3.2.1.2. Internetbasiertes „Word-of-Mouse“
3.2.1.3. WoM als Problembereich des Marketings
3.2.2. Erklärungsmodelle interpersoneller Kommunikation
3.2.2.1. Das Zwei-Stufen-Modell
3.2.2.2. Das Modell der symmetrischen Austauscherkonzeption
3.2.2.3. Die Bedeutung der Meinungsführer
3.2.2.3.1. Eigenschaften von Meinungsführern
3.2.2.3.2. E-Fluentials
3.2.2.4. Motive für die Initiierung von WoM
3.2.3. Ideenverbreitung im sozialen System
3.2.3.1. Diffusion von Neuigkeiten
3.2.3.2. Das soziale Netzwerk als Träger des Diffusionsprozesses
3.2.3.3. Soziale Netzwerke im Internetzeitalter
4. Planung, Steuerung und Kontrolle des Viral Marketing
4.1. Ziele des Viral Marketing
4.2. Zielgruppen und die Bedeutung der ersten Träger
4.3. Steuerungsstrategien im Viral Marketing
4.3.1. Aktivierung von Meinungsführern
4.3.1.1. Indirekte Ansprache
4.3.1.2. Direkte Ansprache
4.3.1.3. Simulation von Meinungsführern
4.3.2. Die Integration des Kunden in den Empfehlungsprozess
4.4. Instrumente des Viral Marketing
4.4.1. Das Empfehlungsobjekt
4.4.1.1. Kostenlose Bereitstellung
4.4.1.2. Immaterielle Weiterempfehlungsanreize
4.4.1.2.1. Wahrnehmbarer Produktnutzen
4.4.1.2.2. Erlebnis- und Unterhaltungswert
4.4.1.2.3. Informationsvorsprung
4.4.1.2.4. Netzwerkeffekte
4.4.1.3. Materielle Weiterempfehlungsanreize
4.4.2. Die Verbreitung des Empfehlungsobjektes
4.4.2.1. Übertragungswege von Empfehlungsobjekten
4.4.2.1.1. Maus zu Maus
4.4.2.1.2. Maus zu Website
4.4.2.1.3. Handy zu Handy
4.4.2.1.4. Mund zu Mund
4.4.2.2. Die Bedeutung von Virtual Communities
4.5. Kontrolle im Viral Marketing
4.5.1. Befragung von Erstträgern
4.5.2. Internetbasierte Kontrollmöglichkeiten
4.5.2.1. Online-Tracking
4.5.2.2. Online-Monitoring
5. Zusammenfassende Darstellung – Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen theoretisch fundierten Zugang zu den Wirkungsmechanismen des Viral Marketing zu schaffen und daraus abzuleiten, welche Möglichkeiten und Probleme sich für Unternehmen bei der Anwendung dieses Marketingkonzepts in der Praxis ergeben.
3.2.1.2. Internetbasiertes „Word-of-Mouse“
Durch die zunehmende Nutzung elektronischer Medien zum interpersonellen Informationsaustausch ist eine Verlagerung vom traditionellen Word-of-Mouth hin zum internetbasierten „Word-of-Mouse“ zu beobachten.54
Traditionelle Modelle des Offline-WoM setzen die physische Nähe der involvierten Personen (face-to-face) bzw. die Zuhilfenahme distanzüberbrückender (fern-)mündlicher Kommunikationsmedien (Telefongespräch) oder postalischer Briefpost voraus.55
Gegenüber der Offline-Variante eröffnen die Charakteristika des Internets dem „Word-of-Mouse“ neue Möglichkeiten.
Durch die Nutzung des Internets können Empfehlungen weltweit verbreitet und zugänglich gemacht werden.56
Eine weitere Vereinfachung besteht in der größeren Flexibilität durch die asynchrone Kommunikation z.B. beim E-Mail-Austausch. So kann der Kommunikator seine Empfehlung zeitunabhängig ohne Rücksicht auf die aktuelle Situation des Empfängers abgeben.57
Grundsätzlich ermöglicht die Internettechnologie die Kombination von Schrift, Ton, Bild sowie zahlreiche Animationstechniken (Multimedialität).58 Die Übermittlung multimedialer Inhalte ist dabei meist problemlos zu bewältigen.
Ein zentraler Unterschied von Online-Empfehlungen zum traditionellen WoM liegt darin, dass sie nicht nur an einzelne Konsumenten gerichtet sein können, sondern an eine Vielzahl von Personen („One-to-Many“).59 Empfangene Botschaften lassen sich im Gegensatz zu klassischen Mund-zu-Mund-Botschaften „per Mausklick“ mit beliebig vielen anderen Mitgliedern des persönlichen Kommunikationsnetzes teilen, ohne dass die Zahl der Empfänger den Aufwand des Weiterleitens bedeutend erhöhen würde.60
Damit eng verbunden ist, dass Konsumenten durch ihre Artikulationen Mitglieder einer virtuellen Gemeinschaft von Nutzern werden (z.B. in Newsgroups, Foren), was eine Erweiterung der Kommunikationswege zu einer „Many-to-Many“-Kommunikation zur Folge hat.61
1. Einleitung, Zielsetzung und Gang der Arbeit: Einführung in den Trend des Viral Marketing, Darstellung der Relevanz von Mundwerbung und Definition der Forschungsziele.
2. Rahmenbedingungen in der Unternehmenskommunikation: Analyse der Probleme klassischer Kommunikationspolitik und der wachsenden Bedeutung interpersoneller Kommunikation.
3. Begriffsverständnis und theoretische Grundlagen des Viral Marketing: Herleitung einer Definition für Viral Marketing und Erläuterung der theoretischen Wirkungsmechanismen von Kommunikation in sozialen Systemen.
4. Planung, Steuerung und Kontrolle des Viral Marketing: Systematische Darstellung der betrieblichen Anwendung, inklusive Zielbildung, Zielgruppendefinition, Instrumentenwahl und Erfolgskontrolle.
5. Zusammenfassende Darstellung – Fazit: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung der Chancen und Herausforderungen für Unternehmen.
Viral Marketing, Word-of-Mouth, Mundwerbung, Word-of-Mouse, Interpersonelle Kommunikation, Meinungsführer, E-Fluentials, Diffusionsprozess, Soziale Netzwerke, Virtual Communities, Kampagnenplanung, Erfolgskontrolle, Kundenintegration, Buzz-Marketing, Marketing-Virus.
Die Diplomarbeit untersucht das Konzept des Viral Marketing als modernen Marketingansatz, der darauf basiert, Kunden aktiv in die Verbreitung von Marketingbotschaften einzubinden, um so eine exponentielle Reichweite bei geringen Werbekosten zu erzielen.
Die Arbeit fokussiert auf die theoretischen Grundlagen der Mundwerbung (Word-of-Mouth), die Analyse sozialer Netzwerke im Internetzeitalter, die Identifikation von Meinungsführern sowie die praktische Planung, Steuerung und Erfolgsmessung viraler Kampagnen.
Ziel ist es, einen theoretisch fundierten Zugang zu den Wirkungsmechanismen des Viral Marketing herzustellen und herauszuarbeiten, welche Chancen und Risiken sich für Unternehmen bei der Anwendung dieses Ansatzes ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse, die Erkenntnisse aus der Kommunikationswissenschaft, der Diffusionsforschung und der Marketinglehre zusammenführt, um die Dynamik viraler Prozesse zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung – insbesondere die Rolle von Meinungsführern und Diffusionsprozessen – sowie die betriebliche Konzeption, wobei spezifische Instrumente für das Empfehlungsobjekt und die verschiedenen Übertragungswege (E-Mail, Internet, Handy, Mund-zu-Mund) analysiert werden.
Zentral sind Begriffe wie Viral Marketing, Word-of-Mouth, Meinungsführer, soziale Netzwerke, Virtual Communities und die Erfolgsmessung, da sie die Basis für das Verständnis der Verbreitungsprozesse im Marketing bilden.
Bei der passiven Integration (z.B. Hotmail-Tagline) wird der Kunde unbewusst zum Überträger, während bei der aktiven Variante der Kunde gezielt in den Prozess der Weiterleitung einbezogen wird und die Botschaft durch sein eigenes Handeln beeinflusst.
Meinungsführer fungieren als Multiplikatoren und Gatekeeper in sozialen Netzwerken. Da sie eine hohe Glaubwürdigkeit genießen und überdurchschnittlich stark vernetzt sind, können sie den "Take-Off" einer viralen Kampagne maßgeblich beschleunigen.
Virtual Communities dienen als kommunikative Netzwerke, in denen sich Informationen schnell verbreiten können. Sie erlauben Unternehmen eine gezielte, wenn auch sensible, Beobachtung und Ansprache von Zielgruppen.
Da Mundwerbung ein zwischenmenschlicher Austauschprozess ist, entzieht sie sich weitgehend der direkten Unternehmenskontrolle. Eine quantitative Messung über Logfiles oder Befragungen ist zwar möglich, erfasst aber oft nur einen Teil der realen Verbreitung.
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