Bachelorarbeit, 2010
38 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Der christliche Naturalismus und seine Probleme
2.1. Das Selbst als die Voraussetzung der objektiven Kenntnisse
2.2. Das Selbst als Kontinuante
2.3. Die Schwierigkeiten
3. Der aufgeklärte Naturalismus und seine Probleme
3.1. Willensfreiheit als Selbstbestimmung
3.2. Die neuronale Realisierbarkeit, die Wirksamkeit von Gründen
3.3. Die Schwierigkeiten
3.3.1. Das Problem der Selbsttäuschungsmöglichkeit
3.3.2. Die Unsicherheit des ontologischen Status der Gründe: Ein Paradox
4. Zur Unlösbarkeit des Körper-Geist-Problems
4.1. Zwei grundlegende Probleme
4.2. ´Mysteriums-These´ von Colin McGinn
4.3. Das Bewusstsein als ein Medium – Das ´Surrogate-Problem´
4.4. Die metaphorische Strukturiertheit von Konzepten
5. Ein neuer Weg statt des Pessimismus von Colin McGinn: Eine pragmatistische Wende in der Philosophie des Geistes
6. Abschluss
Die Arbeit untersucht die Grenzen gegenwärtiger naturalistischer Theorien über den Menschen und stellt die Unlösbarkeit grundlegender Probleme in der Philosophie des Geistes fest. Dabei wird ein Paradigmenwechsel in Form einer pragmatistischen Wende vorgeschlagen, um naturwissenschaftliche Erkenntnisse moralisch und praktisch besser einordnen zu können.
4.3. Das Bewusstsein als ein Medium – Das ´Surrogate-Problem´
Was kann das allerhöchste Ziel der materialistischen Theorien sein? Das könnte die Theoriebildung eines Modells ein, mit dem man die Kommunikationsweise der Neuronen vollständig erklären kann, wie es die oben genannte Manifest der Naturalisten formuliert. Was könnte es eigentlich bedeuten, die Kommunikationsweise der Neuronen vollständig zu erklären? Das könnte besagen, dass die psychophysische Identität nachgewiesen wird. Die psychophysische Identität nachzuweisen, heißt, die mentalen Eigenschaften auf die physikalischen vollständig zu reduzieren.
Brigitte Falkenburg argumentiert in der Abhandlung Was heißt es, determiniert zu sein? dahingehend, dass der ontologische Reduktionismus des Naturalismus im Prinzip unmöglich ist, weil die Bottom-up-Erklärungen und die Top-down-Analysen für die Erklärung des Bewusstseins nicht übereinstimmen können. Aber nehmen wir einmal an, dass die psychophysische Identität durch die bahnbrechenden Fortschritte der Neurowissenschaften in der Zukunft nachgewiesen werden kann. Damit wird es gelingen, die Sprache der Neuronen in die Sprache des phänomenalen Bewusstseins – und umgekehrt - zu übersetzen. Nennen wir es das Prinzip der Übersetzbarkeit. In der Zukunft könnten dann zwei Prinzipien, also das Prinzip der kausalen Geschlossenheit und das Prinzip der Übersetzbarkeit, nicht bezweifelt werden. Wenn dies so sein könnte, könnte die Technik, welche in ´Surrogates´ angewandt wurde, ein Film, in dem Jonathan Mostow im Jahr 2009 die Regie geführt hat, realisiert werden. Wir können einen menschenähnlichen Roboter – ein sogenanntes Surrogate – besitzen, und es fernsteuern. Wir nehmen genau das wahr, was unser Roboter wahrnimmt, und wir tun etwas durch unseren Roboter. Alles, was von mir wahrgenommen und gedacht wird, wird in einem Speicher am Kopf meines Roboters abgesichert.
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die grundlegenden Probleme in der Philosophie des Geistes und begründet die These, dass diese aufgrund erkenntnistheoretischer Lücken unlösbar sind.
2. Der christliche Naturalismus und seine Probleme: Dieses Kapitel analysiert die Positionen von Rager, Quitterer und Runggaldier, die das Selbst als Voraussetzung wissenschaftlicher Erkenntnis begreifen, aber an der Erklärung des Bewusstseins scheitern.
3. Der aufgeklärte Naturalismus und seine Probleme: Hier wird Michael Pauens Ansatz der Willensfreiheit als Selbstbestimmung untersucht, wobei die Widersprüche im ontologischen Status von Gründen aufgezeigt werden.
4. Zur Unlösbarkeit des Körper-Geist-Problems: Das Kapitel führt die Unlösbarkeit des Körper-Geist-Problems auf das phänomenale Bewusstsein und die mentale Verursachung zurück und analysiert die metaphorische Struktur unserer Konzepte.
5. Ein neuer Weg statt des Pessimismus von Colin McGinn: Eine pragmatistische Wende in der Philosophie des Geistes: Der Autor schlägt vor, naturalistische Theorien nicht auf ihre Wahrheit, sondern auf ihre praktische Nützlichkeit hin zu bewerten.
6. Abschluss: Der Abschluss resümiert die Unlösbarkeit der klassischen Fragen und fordert eine verstärkte Rolle der Philosophie als Orientierungswissenschaft.
Naturalismus, Philosophie des Geistes, Bewusstsein, Selbst, Willensfreiheit, Körper-Geist-Problem, Mentale Verursachung, Metapherntheorie, Pragmatistische Wende, Neurowissenschaften, Ontologie, Reduktionismus, Erkenntnistheorie, Surrogate-Problem, Orientierungswissenschaft.
Die Arbeit untersucht die Grenzen gegenwärtiger naturalistischer Theorien bezüglich menschlicher Eigenschaften wie Bewusstsein und Willensfreiheit.
Die zentralen Themen sind der Naturalismus-Begriff, die metaphysischen Probleme der Gehirn-Geist-Relation und die Bedeutung metaphorischer Konzepte für unser Weltverständnis.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die fundamentalen Probleme der Philosophie des Geistes unlösbar sind und eine pragmatistische Wende als neuen Bewertungsmaßstab für Theorien einzuführen.
Der Autor verwendet eine metatheoretische Untersuchung und wendet die Metapherntheorie von Lakoff und Johnson auf die naturalistische Argumentation an.
Der Hauptteil analysiert kritisch den "christlichen" und "aufgeklärten" Naturalismus, erörtert das Körper-Geist-Problem sowie die evolutionären Grenzen des menschlichen Erkenntnisvermögens.
Wichtige Begriffe sind Naturalismus, Bewusstsein, Willensfreiheit, Metaphorik und die pragmatistische Wende.
Während der christliche Naturalismus das Selbst als unhintergehbare Voraussetzung für Erkenntnis ansieht, versucht der aufgeklärte Naturalismus, Freiheit naturalistisch mit dem Determinismus kompatibel zu machen.
Es ist ein Gedankenexperiment des Autors, das illustriert, dass die Ganzheit des Bewusstseins nicht in einzelne physikalische Daten zerlegbar ist.
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