Diplomarbeit, 2009
96 Seiten, Note: 1
1. Einführung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Belastungs-Beanspruchungs-Konzept
2.2. Arbeitszeit
2.2.1. Risiken langer Arbeitszeiten
2.2.2. Überstundenarbeit
2.3. Zur Wahl der Methode
3. Fragestellung
4. Methode
4.1. Zeitreihenanalye
4.1.1. Univariate Zeitreihenanalyse
4.1.2. Bivariate Zeitreihenanalyse
4.1.3. Univariate Spektralanalyse
4.1.4. Bivariate Spektralanalyse
4.1.5. Bereinigung von Zeitreihen
5. Datenbasis
5.1. Stichprobe
5.2. Krankenstand
5.3. Freischichten
5.4. Unfallbedingter Krankenstand
5.5. Personalstand
6. Ergebnisse der univariaten Zeitreihenanalyse
6.1. Bereinigung der Zeitreihen
6.1.1. Krankenstand
6.1.2. Unfallbedingter Krankenstand
6.1.3. Freischichten
6.1.4. Personalstand
6.1.5. Zusammenfassung der Zeitreihenbereinigung
7. Ergebnisse der bivariaten Zeitreihenanalyse
7.1. Freischichten und Personalstand
7.1.1. Ergebnisse der Kreuzkorrelationen
7.1.2. Ergebnisse der bivariaten Spektralanalyse
7.2. Krankenstand und Personalstand
7.2.1. Ergebnisse der Kreuzkorrelationen
7.2.2. Ergebnisse der bivariaten Spektralanalyse
7.3. Krankenstand und Freischichtstand
7.3.1. Ergebnisse der Kreuzkorrelationen
7.3.2. Ergebnisse der bivariaten Spektralanalyse
7.4. Unfallbedingter Krankenstand und Personalstand
7.5. Unfallbedingter Krankenstand und Freischichten
7.6. Unfallbereinigter und unfallbedingter Krankenstand
7.7. Zusammenfassung der bivariaten Analysen
8. Diskussion
8.1. Diskussion der Fragestellungen
9. Ausblick
10. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels zeitreihenanalytischer Methoden, inwiefern ein Zusammenhang zwischen Personalstand, Mehrarbeit (operationalisiert als Überstunden bzw. Freischichtstand) und betrieblichen krankheits- sowie unfallbedingten Fehlzeiten bei einem Automobilhersteller besteht, um Ansätze für eine optimierte Arbeitszeit- und Personalplanung zu gewinnen.
2.2.1. Risiken langer Arbeitszeiten
Es ist hinreichend belegt, dass ein Zusammenhang zwischen langen Arbeitszeiten und gesundheitlichen Beeinträchtigungen existiert (Spurgeon, Harrington & Cooper, 1997), wenn auch die Datenlage diesbezüglich immer noch recht lückenhaft ist, weil es an spezifischer Forschung fehlt (vgl. Rädiker, 2005) und konfundierende Variablen in vielen empirischen Untersuchungen ein Problem darstellen (Beermann, 2004). Es gibt unterschiedliche Formen langer Arbeitszeiten: Lange Arbeitszeiten können u. a. durch Überstunden, flexible Arbeitszeitsysteme oder lange Schichten verursacht werden. Wie bereits dargelegt, werden in dieser Arbeit ausschließlich lange Arbeitszeiten untersucht, die die Folge von regelmäßiger Überstundenarbeit sind.
Lange Arbeitszeiten werden in der Regel mit Schlafstörungen, kardiovaskulären, gastrointestinalen und psychischen Problemen sowie Leistungsbeeinträchtigungen und Unfällen assoziiert (Beermann, 2004; Dembe, Erickson, Delbos & Banks, 2005). Rädiker, Janßen, Schomann & Nachreiner (2006) konnten signifikante Zusammenhänge zwischen der Wochenarbeitszeit, insbesondere wenn sie 39 Stunden pro Woche übersteigt, und muskuloskelettalen, psychovegetativen sowie allgemeinen Erkrankungen aufzeigen. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse der von Rädiker et al. (2006) durchgeführten sekundäranalytischen Untersuchung, dass die gesundheitlichen Beschwerden zunehmen, je häufiger innerhalb eines Monats mehr als zehn Stunden (>10 Std.) täglich gearbeitet wird. Daraus kann geschlossen werden, dass sowohl lange tägliche als auch lange wöchentliche Arbeitszeiten einen Risikofaktor für die betroffenen Mitarbeiter darstellen. Ein weiterer wichtiger Aspekt, der berücksichtigt werden sollte, ist die Akkumulation von Arbeitszeiten. Die Befunde der Untersuchung Extended Working Hours and Health (Rädiker et al., 2006) deuten ebenfalls darauf hin, dass lange Arbeitszeiten nur für einen begrenzten Zeitraum schädigungslos bewältigt werden können und dass eine Akkumulation von Arbeitszeit über einen längeren Zeitraum zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt. Ein weiteres Problem sind die durch lange Arbeitszeiten verursachten kürzeren Regenerationszeiten.
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit flexibler Arbeitszeitsysteme in Unternehmen und thematisiert kritisch die potenziellen gesundheitlichen sowie unfallbezogenen Risiken durch Überstunden.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Belastungs-Beanspruchungs-Konzept sowie die gesundheitlichen Risiken langer Arbeitszeiten als wissenschaftliches Fundament der Arbeit.
3. Fragestellung: Hier werden die konkreten Forschungsfragen zur Beziehung zwischen Arbeitszeit, Personalstand und Fehlzeiten sowie die methodische Validierung formuliert.
4. Methode: Dieses Kapitel beschreibt die eingesetzten zeitreihenanalytischen Verfahren, einschließlich Kreuzkorrelationen und Spektralanalysen, zur Untersuchung von Zeitreihen im Zeit- und Frequenzbereich.
5. Datenbasis: Es wird die Herkunft der sekundäranalytischen Daten aus der Automobilindustrie beschrieben und die operationalisierten Variablen erläutert.
6. Ergebnisse der univariaten Zeitreihenanalyse: Die Kapitelabschnitte präsentieren die deskriptive Analyse und die notwendige Bereinigung der Zeitreihen von Trends und Saisoneffekten.
7. Ergebnisse der bivariaten Zeitreihenanalyse: Die bivariaten Analysen zeigen die wechselseitigen, dynamischen Abhängigkeiten zwischen Personalstand, Überstunden und krankheits- bzw. unfallbedingten Fehlzeiten auf.
8. Diskussion: Die Ergebnisse werden im Kontext der Fragestellungen interpretiert und kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Rolle des Personalstands als Moderator hervorgehoben wird.
9. Ausblick: Der Ausblick identifiziert das Potenzial zeitreihenanalytischer Methoden für die betriebliche Planung und schlägt weiterführende Forschungsansätze vor.
10. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Bilanz der Ergebnisse und der Forderung nach einer humaneren, bedarfsorientierten Personalpolitik.
Zeitreihenanalyse, Arbeitszeit, Überstunden, Personalstand, Fehlzeiten, Krankenstand, Unfallrisiko, Belastung-Beanspruchungs-Modell, Kreuzkorrelation, Spektralanalyse, Arbeitszeitkonten, Betriebliche Gesundheit, Personalplanung, Arbeitsbelastung, Mehrarbeit.
Die Diplomarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen betrieblichen Arbeitszeitmodellen, dem Personalstand und den daraus resultierenden Auswirkungen auf krankheits- und unfallbedingte Fehlzeiten bei einem Automobilhersteller.
Die zentralen Felder sind Arbeitszeitgestaltung, Personalplanung, Fehlzeitenmanagement und die Anwendung zeitreihenanalytischer Methoden in der Arbeitswissenschaft.
Das Ziel ist es, kausale Zusammenhänge zwischen Überstundenarbeit und Fehlzeiten aufzudecken, um Handlungsempfehlungen für eine gesündere und ökonomisch sinnvollere Personalplanung zu geben.
Der Autor verwendet zeitreihenanalytische Instrumente, primär Kreuzkorrelationen (für den Zeitbereich) sowie univariate und bivariate Spektralanalysen (für den Frequenzbereich), um Betriebsdaten zu untersuchen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der statistischen Aufbereitung und Bereinigung der Zeitreihendaten sowie der anschließenden bivariaten Analyse der Interdependenzen zwischen den Variablen Personalstand, Freischichtstand (Mehrarbeit) und Krankenstand.
Die wichtigsten Schlagworte sind Zeitreihenanalyse, Arbeitszeit, Mehrarbeit, Krankenstand und Fehlzeitenmanagement.
Der Personalstand fungiert laut Analyse als zentrale Moderatorvariable, die maßgeblich steuert, in welchem Ausmaß Mitarbeiter durch Überstunden belastet werden und wie sich dies auf die Fehlzeiten auswirkt.
Der Autor vermutet, dass unregelmäßige Freizeitblöcke oder Maskierungseffekte durch fortlaufende Rekrutierungsprozesse den direkten statistischen Nachweis der langfristigen Akkumulationsfolgen in den vorhandenen Daten erschweren.
Es wird eine präventive und proaktive Personalplanung empfohlen, die Überstunden weitestgehend minimiert, anstatt auf riskante, reaktive Anpassungen bei bereits eingetretenen Fehlzeiten zu setzen.
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