Bachelorarbeit, 2009
54 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: Die (erfolglose) Suche nach dem Literatursystem
2. Systemtheoretische Grundlagen
3. Literatur als soziales System?
3.1. Die Ausgangslage: Luhmanns Ausführungen zur Kunst
3.2. Symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium
3.3. Binäre Codierung
3.4. Funktion und Leistung
3.5. Zwischenfazit: Literatur als intermedialer Bestandteil des Kunstsystems?
4. Literatur als Vollzug des symbolisch generalisierten Kommunikations-mediums „Kunstwerk“ im Mehrebenenmodell des Kunstsystems
4.1. Literatur als intermedialer Bestandteil des Kunstsystems
4.2. Exkurs: Goethes „Werther“ als literarische Spezialkommunikation im Kunstsystem
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht kritisch die systemtheoretische Annahme, dass Literatur ein autonomes, autopoietisches Funktionssystem innerhalb der modernen Gesellschaft darstellt. Ziel ist es, den Systemcharakter von Literatur neu zu bewerten, indem die Grenzen der bisherigen systemorientierten Literaturwissenschaft aufgezeigt und ein alternatives Modell vorgeschlagen wird, das Literatur als spezifischen Vollzug des Mediums „Kunstwerk“ innerhalb des Kunstsystems verortet.
3.1. Die Ausgangslage: Luhmanns Ausführungen zur Kunst
„Ist Literatur codierbar?“ – Unter dieser Fragestellung läuft der immer noch andauernde literaturwissenschaftliche Diskurs um die Systemqualität von Literatur. Eine eindeutige Antwort scheint bisher nicht gefunden. Luhmann selbst hatte es in seinen theoretischen Schriften zur Kunst und Literatur weitestgehend unterlassen, detaillierter auf die möglichen Ausdifferenzierungsprozesse innerhalb der Kunst bzw. die Systemqualität von Literatur als Funktionssystem einzugehen. Mehr noch, Luhmann äußerte sogar Zweifel an der Systemqualität von Kunst:
„Die erzielten Ergebnisse führen uns nicht schon zu einem sicheren Urteil über die Lage der Kunst in der modernen Gesellschaft. Sie lassen noch weitgehend offen, ob und wie weit das Sozialsystem Kunst als ein eigenständiges, sich autopoietisch reproduzierendes Funktionssystem ausdifferenziert werden kann.“
1. Einleitung: Die (erfolglose) Suche nach dem Literatursystem: Diese Einleitung skizziert das Scheitern bisheriger Versuche der Literaturwissenschaft, Literatur als autopoietisches Sozialsystem nach Niklas Luhmann zu definieren, und formuliert das Ziel der Arbeit, Literatur stattdessen als Teil des Kunstsystems neu zu verorten.
2. Systemtheoretische Grundlagen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Begriffe der Theorie sozialer Systeme zusammen, insbesondere Kommunikation, Sinn, Autopoiesis und die Medium/Form-Beziehung, um das begriffliche Rüstzeug für die weitere Untersuchung bereitzustellen.
3. Literatur als soziales System?: Hier erfolgt eine kritische Analyse des bisherigen Forschungsstandes zur Systemfrage der Literatur, wobei die mangelnde Eindeutigkeit von Codierung und Funktion als Argumente gegen einen autonomen Systemcharakter angeführt werden.
4. Literatur als Vollzug des symbolisch generalisierten Kommunikations-mediums „Kunstwerk“ im Mehrebenenmodell des Kunstsystems: In diesem Hauptkapitel wird ein neues Mehrebenenmodell entwickelt, das Literatur nicht als eigenständiges System, sondern als spezifischen operativen Vollzug des Kunstwerkes innerhalb des Kunstsystems beschreibt.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt, dass die Literatur zwar kein eigenes autopoietisches Sozialsystem bildet, jedoch sinnvoll als intermedialer Bestandteil des Kunstsystems verstanden werden kann.
Systemtheorie, Niklas Luhmann, Literaturwissenschaft, Kunstsystem, Literatur, Autopoiesis, Medium und Form, Intermedialität, Kommunikation, Codierung, Funktion, Sozialsystem, Werther, Systemdifferenzierung, Kommunikationstheorie
Die Arbeit hinterfragt kritisch, ob Literatur in der modernen Gesellschaft als ein autonomes, nach systemtheoretischen Kriterien eigenständiges Sozialsystem betrachtet werden kann.
Zentral sind die Systemtheorie nach Niklas Luhmann, die Literaturwissenschaft, das Verhältnis von Kunst- und Literatursystem sowie die Intermedialitätsforschung.
Das primäre Ziel ist es, die gängige Annahme eines autonomen „Literatursystems“ infrage zu stellen und eine alternative Verortung der Literatur als Bestandteil des Kunstsystems mittels des Medium/Form-Modells zu erarbeiten.
Es wird eine systemtheoretische Analyse angewandt, die den bisherigen Forschungsstand und verschiedene Codierungsvorschläge anhand eines Kriterienkatalogs auf ihre Konsistenz und Anwendbarkeit hin prüft.
Der Hauptteil analysiert die Merkmale eines Sozialsystems (Codierung, Medium, Funktion) im Kontext der Literatur, führt die Medium/Form-Differenz ein und expliziert diese an einem Fallbeispiel.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Systemtheorie, Kunstsystem, Autopoiesis, Literatur, Medium/Form-Differenz, Intermedialität und Kommunikation.
Der „Werther“ dient als Beispiel für den operativen Vollzug von Literatur als „Kunstwerk“, um die transmedialen, intramedialen und intermedialen Prozesse im Kunstsystem beispielhaft zu illustrieren.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Literatur kein eigenständiges, autonomes Sozialsystem bildet, sondern als spezifische Form im Medium des Kunstsystems zu verstehen ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

