Diplomarbeit, 2000
130 Seiten, Note: 1,1
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
I. Einleitung
1. Fragestellung der Arbeit
2. Zielsetzung der Arbeit
II. Strukturelle und politische Rahmenbedingungen des europäischen Güterverkehrsmarktes
1. Der Verkehrsmarkt
1.1 Entwicklung und Bedeutung der Verkehrsträger Eisenbahn und LKW
1.2 Ursachen der Modal-Split-Veränderungen im Güterverkehr
1.3 Verkehrsinfrastruktur als Basis für den Warenaustausch in Europa
1.4 Raumwirksamkeit des Verkehrs
2. Wirtschafts- und verkehrsgeographische Aspekte des Kombinierten Verkehrs
2.1 Die Bedeutung des Kombinierten Verkehrs in der Transportwirtschaft
2.2 Ökonomische Anreize für Transporteure im Kombinierten Verkehr
3. Die europäische Verkehrspolitik als Richtgröße für die weitere Entwicklung des Güterverkehrs
3.1 Gründe für die Liberalisierung des Güterverkehrsmarktes und ihre Auswirkungen
3.2 Die Deregulierung der Eisenbahnen in Europa
3.3 Bahnstrukturreform in Deutschland
3.4 Auswirkungen der Bahnreform
III. Potentiale des Kombinierten Verkehrs im Alpengüterverkehr
1. Die Alpen als verkehrsgeographisches Hindernis zwischen Nord– und Südeuropa
1.1 Entwicklung des alpenquerenden Verkehrs
1.1.1 Struktur und Verteilung der Güterverkehrsströme
1.1.2 Der Kombinierte Verkehr über die Alpen
1.2 Verkehrspolitische Maßnahmen in Österreich und der Schweiz
1.2.1 Transitabkommen Österreich – EU
1.2.2 Transitabkommen Schweiz – EU
1.2.3 Landverkehrsabkommen Schweiz – EU
1.3 Aktuelle Probleme beim alpenquerenden Kombinierten Verkehr: Eine empirische Studie über straßenverkehrsbezogene Vor- und Nachlaufentfernungen
2. Möglichkeiten der Effizienzsteigerung im nationalen und grenzüberschreitenden Schienenverkehr
2.1 Umgestaltung der politische Rahmenbedingungen als Voraussetzung für eine effiziente Entwicklung des Güterverkehrs
2.1.1 Harmonisierung der Wettbewerbsbedingungen als Voraussetzung für einen fairen Wettbewerb auf dem Güterverkehrsmarkt
2.1.2 Ordnungs- und strukturpolitische Maßnahmen
2.1.3 Internalisierung der externen Effekte
2.1.4 Praktische Umsetzung der „Kostenwahrheit“ im Verkehrssektor auf der Grundlage des Weißbuchs der EU-Kommission: KOM 98/466
2.2 Kapazitätsengpässe im Schienentransport über die Alpen und Möglichkeiten für ihre Beseitigung
2.2.1 Bauliche Maßnahmen
2.2.2 Betriebliche und organisatorische Maßnahmen
2.2.3 Technische Maßnahmen
2.3 Innovationen im Eisenbahnbereich als Voraussetzung für die Erweiterung der Transportkapazitäten
2.4 Transportqualität als entscheidendes Kriterium für die Wahl des Transportmittels
2.5 Chancen und Hindernisse für private Anbieter auf dem Eisenbahnmarkt
2.6 Trassenpreise und freier Netzzugang als Kriterien für den Marktzutritt
IV. Schlußbetrachtung
1. Zusammenfassung
2. Ausblick
A. Erläuterungen zu Organisation und Ablauf des Kombinierten Verkehrs
A.1 Techniken des Kombinierten Verkehrs
A.2 Operateure im Kombinierten Verkehr
A.3 Transportabwicklung im Kombinierten Verkehr
B. Empirische Untersuchung (vertraulicher Teil)
B. 1 Methodik
B.2 Verlauf der Datenerhebung
B.3 Ergebnisse der Befragung
Die Arbeit analysiert die Rahmenbedingungen des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße, identifiziert Umsetzungsprobleme bei der Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene und erarbeitet Perspektiven für eine effizientere Entwicklung unter Berücksichtigung politischer und wirtschaftlicher Faktoren.
1. Fragestellung der Arbeit
Vor diesem Hintergrund soll in dieser Arbeit versucht werden, einen Beitrag zu dieser Diskussion zu liefern, indem die allgemeinen Rahmenbedingungen des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße (KV) analysiert, die Probleme einer angemessenen Umsetzung der im Grunde konsensfähigen Zielsetzungen herausgearbeitet und einige Perspektiven für zukünftige Entwicklungen in diesem Bereich vorgestellt werden. Dabei wird davon ausgegangen, daß die gegenwärtige Praxis des Kombinierten Verkehrs in deutlichem Widerspruch zur politischen Prioritätensetzung zugunsten der Eisenbahn steht. Anspruch und Wirklichkeit des Kombinierten Verkehrs klaffen also weit auseinander. Daher spielen in dieser Arbeit auch die vielerorts geführten konkreten Planungsdiskussionen eine untergeordnete Rolle, sondern es geht vielmehr darum, allgemeine Umsetzungs- bzw. Realisierungsprobleme des Kombinierten Verkehrs näher zu untersuchen. Zwar steht primär die Betrachtung der Angebotsseite des Güterverkehrs im Vordergrund, aber das Nachfragerverhalten wird zumindest in Kapitel III 1.3 anhand einer eigenen kurzen Befragung der KV-Transporteure im Raum München thematisiert.
Beim Gütertransport im Kombinierten Verkehr verbleiben die Waren, anders als bei gebrochenen Verkehren, während des gesamten Transports vom Verlader bis zum Kunden im gleichen Transportbehälter. Innerhalb dieser Transportkette sind mehrere Verkehrsträger (LKW, Eisenbahn, Binnenschiff oder Seeschiff) an der Beförderung beteiligt, so daß die Systemvorteile der einzelnen Verkehrsträger miteinander verknüpft werden können. Der Übergang der Behälter von einem Transportmittel auf das andere erfolgt in speziellen Umschlagterminals. Der Kombinierte Verkehr ist daher von einer Vielzahl von eng miteinander verflochtenen Faktoren abhängig, die nicht einfach mit dem Instrumentarium einer einzelnen Fachwissenschaft zu erfassen sind.
I. Einleitung: Beschreibt den Strukturwandel im Transportsektor, das Scheitern der Eisenbahn bei der Behauptung von Marktanteilen und die Zielsetzung der Arbeit, die Rahmenbedingungen des Kombinierten Verkehrs zu analysieren.
II. Strukturelle und politische Rahmenbedingungen des europäischen Güterverkehrsmarktes: Erläutert die Marktmechanismen, die Bedeutung der Liberalisierung und die Herausforderungen durch das Zusammenwachsen der europäischen Wirtschaftsräume.
III. Potentiale des Kombinierten Verkehrs im Alpengüterverkehr: Analysiert spezifisch die Verkehrssituation in den Alpenländern, die Auswirkungen der Transitabkommen und die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung durch betriebliche, technische und ordnungspolitische Maßnahmen.
IV. Schlußbetrachtung: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung, wobei die Notwendigkeit einer besseren Koordination und Integration hervorgehoben wird.
Kombinierter Verkehr, Schienengüterverkehr, Modal-Split, Verkehrspolitik, Europäischer Binnenmarkt, Alpenquerender Verkehr, Transitabkommen, Schieneninfrastruktur, Deregulierung, Kostenwahrheit, Externe Effekte, Transportqualität, Logistik, Bahnreform, Marktzutritt
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Rahmenbedingungen und Perspektiven des Kombinierten Verkehrs Schiene/Straße unter besonderer Berücksichtigung der europäischen Verkehrspolitik und der Situation im alpenquerenden Güterverkehr.
Zentrale Themen sind der Strukturwandel im Güterverkehr, die Auswirkungen der Liberalisierung auf den Schienengüterverkehr, die infrastrukturellen Engpässe im Alpenraum sowie Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der Eisenbahn.
Das Hauptziel besteht darin, die Gründe für das Auseinanderklaffen von politischem Anspruch und tatsächlicher Praxis beim Kombinierten Verkehr aufzuzeigen und Lösungsansätze zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erarbeiten.
Die Arbeit verfolgt einen verkehrsgeographischen und wirtschaftswissenschaftlichen Ansatz, der interdisziplinäre Faktoren einbezieht, und ergänzt diesen durch eine empirische Fallstudie zu Vor- und Nachlaufentfernungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der allgemeinen europäischen Rahmenbedingungen, eine detaillierte Untersuchung der alpenquerenden Güterverkehrsströme und eine Bewertung verschiedener Instrumente zur Effizienzsteigerung des Schienenverkehrs.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Kombinierter Verkehr, Modal-Split, Liberalisierung, Alpenquerender Verkehr, Kostenwahrheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Die Transitabkommen werden als zentrale politische Steuerungsinstrumente in Österreich und der Schweiz analysiert, um zu zeigen, wie der Transitverkehr auf die Schiene verlagert werden soll.
Die Reformen sind notwendig, um die starren Strukturen der ehemaligen Staatsbahnen aufzubrechen und die Voraussetzungen für einen diskriminierungsfreien Netzzugang und einen echten Wettbewerb zu schaffen.
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