Examensarbeit, 2009
106 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Stand der Forschung
2.1 Bewegungsstruktur des Laufens
2.1.1 Schrittstruktur und Körperwinkel
2.2 Muskelaktivität beim Laufen
2.2.2 Muskelaktivität in den Bewegungsphasen
2.2.3 Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus
2.2.4 Die Abrollbewegung
2.3 Qualitätsmerkmale der Lauftechnik
2.3.1 Ökonomie der Laufbewegung
2.3.2 Effizienz der Lauftechnik
2.3.3 Gesundheitsorientierte Lauftechnik
2.4 Laufverletzungen und Lauftechnik
2.5 Ermüdung
2.5.1 Sportspezifische Definitionsansätze der Ermüdung
2.5.2 Komplexität des Ermüdungsphänomens
2.5.3 Ermüdung und Erschöpfung
2.5.4 Zentrale Ermüdung
2.5.5 Periphere Ermüdung
2.5.6 Kompensation von Ermüdung
2.5.7 Ermüdung durch Radergometrie
2.6 Laufen bei Ermüdung
2.6.1 Einfluss der Ermüdung auf die Muskelaktivität
2.6.2 Einfluss der Ermüdung auf kinematische Parameter der Laufbewegung
2.6.3 Trainierte versus untrainierte Läufer
2.6.4 Rad-Lauf-Kopplung
3 Fragestellung
4 Methodik
4.1 Versuchsaufbau
4.1.1 Bewegungsanalyseverfahren
4.1.2 Laufband versus fester Untergrund
4.1.3 Aufnahmetechnik und Rahmenbedingungen
4.2 Versuchsdurchführung
4.2.1 Probanden
4.2.2 Anbringen der Marker
4.2.3 Ablauf des Versuchs
4.3 Auswertung
4.3.1 Merkmalsstichproben
4.3.2 Statistische Auswertung
5 Ergebnisse
5.1 Signifikante Unterschiede
5.2 Nicht-signifikante Tendenzen
5.3 Leichtathleten versus Triathleten
6 Diskussion
6.1 Ergebnisdiskussion
6.1.1 Belastungs-Beanspruchungs-Problematik
6.1.2 Ökonomie der Laufbewegung
6.1.3 Rad-Lauf-Kopplung
6.2 Methodendiskussion
7 Schlussfolgerung
8 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht unter Laborbedingungen den Einfluss von muskulärer Ermüdung auf die Laufbewegung. Das primäre Ziel ist es zu prüfen, inwieweit trainierte Läufer durch ihr gezieltes Lauftraining in der Lage sind, ermüdungsbedingte biomechanische Veränderungen besser zu kompensieren als untrainierte Läufer, um so Erkenntnisse zur Verletzungsprävention und Laufökonomie zu gewinnen.
1 Einleitung
Die biomechanische Analyse von Lokomotionsbewegungen hat eine lange Tradition. Bereits Aristoteles (384 - 322 v. Chr.) koppelte seine Interessen in Mathematik, Mechanik, Physiologie und Zoologie und verfasste eine Abhandlung zur Bewegung der Tiere. Er entwickelte ein erstes Verständnis des Gangs und beschrieb bereits die Funktion von Muskeln und Knochen für die Bewegung. Erstaunlicherweise erklärte er schon damals die Entstehung von Bodenreaktionskräften („...For just as the pusher pushes, so the pusher is pushed …“1). Nach dem wissenschaftlich auf diesem Gebiet wenig fortschrittlichen Mittelalter wurde das Interesse am Verständnis von Natur und Bewegung in der wissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts wieder aufgegriffen. So untersuchte Galileo neben anderen auch biomechanische Themen wie „Der Sprung des Menschen“, „Der Gang von Pferden und Insekten“, aber auch „Die Form, die Struktur und die Festigkeit biologischer Materialien“. Die Anpassung biologischer Strukturen an verschiedene mechanische Belastungen in Form und Struktur werden prinzipiell bereits in dieser Zeit erkannt.
Diese Erweiterung biomechanischer Fragestellungen ist heute zentraler Problemgegenstand biomechanischer Forschung: Welche Effekte haben Kräfte, die an und in biologischen Strukturen wirken? Effekte können dabei die Bewegung der Körperteile, aber auch die biologische Reaktion in Form von Zerstörung oder Materialanpassung sein. Diese Thematik ist aktuell wissenschaftlich und gesundheitspolitisch hoch relevant. Dabei ist die Analyse der Belastung und letztlich der Beanspruchung biologischer Strukturen sowie der Antwort dieser Strukturen auf die einwirkenden Kräfte eine zentrale Aufgabe der biomechanischen Forschung.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Biomechanik und führt in die zentrale Problematik ein, welche Auswirkungen muskuläre Ermüdung auf die Beanspruchung biologischer Strukturen und das Laufbild hat.
2 Stand der Forschung: Dieses Kapitel liefert eine fundierte theoretische Grundlage über die Bewegungsstruktur des Laufens, die Muskelaktivität, Qualitätsmerkmale der Lauftechnik sowie die physiologischen Aspekte von Ermüdungsprozessen.
3 Fragestellung: Hier wird das Ziel der Untersuchung definiert, den Einfluss von Lauferfahrung auf das Kompensationsverhalten bei Ermüdung zu prüfen und entsprechende Hypothesen für die verschiedenen Phasen des Laufzyklus aufgestellt.
4 Methodik: Es wird das Untersuchungsdesign beschrieben, bei dem zehn trainierte und elf untrainierte Probanden vor und nach einem erschöpfenden Radergometer-Stufentest mittels 3-D-Bewegungsanalyse auf dem Laufband untersucht wurden.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die biomechanischen Kenngrößen und zeigen signifikante Unterschiede zwischen den Probandengruppen, insbesondere bei Winkelmerkmalen in der vorderen Stützphase auf.
6 Diskussion: Die Diskussion interpretiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der Belastungs-Beanspruchungs-Problematik und der Ökonomie der Laufbewegung, wobei die methodischen Grenzen des Versuchs kritisch hinterfragt werden.
7 Schlussfolgerung: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass langfristiges Lauftraining die Kompensationsfähigkeit bei Ermüdung positiv beeinflusst und unerfahrene Läufer daher auf moderate Intensitäten achten sollten.
8 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst das Vorgehen und die wesentlichen Erkenntnisse der Studie prägnant zusammen.
Biomechanik, Laufbewegung, Muskuläre Ermüdung, Laufökonomie, Radergometrie, Trainingszustand, Kinematik, Gelenkwinkel, Stützphase, Verletzungsprävention, Bewegungsanalyse, Kompensationsverhalten, Lauftechnik, Leistungsphysiologie
Die Arbeit untersucht, wie sich muskuläre Ermüdung auf die Lauftechnik auswirkt und ob trainierte Läufer ihre Laufbewegung unter Ermüdungsbedingungen besser stabilisieren können als untrainierte Personen.
Die zentralen Felder umfassen die Biomechanik des Laufens, Ermüdungsprozesse im Sport, die Analyse der Laufökonomie sowie die physiologischen Auswirkungen von Belastung auf den Stütz- und Bewegungsapparat.
Das Ziel ist es, durch eine vergleichende Untersuchung festzustellen, ob ein gezieltes Lauftraining zu einer besseren Kompensation von ermüdungsbedingten Veränderungen im Bewegungsablauf führt.
Es wurde eine 3-D-Bewegungsanalyse mittels synchronisierter Videoaufnahmen durchgeführt, ergänzt durch einen Radergometer-Stufentest bis zur Erschöpfung zur Induktion muskulärer Ermüdung.
Der Hauptteil gliedert sich in den Stand der Forschung, die Herleitung der Hypothesen, die methodische Beschreibung des Versuchsaufbaus und der Datenerhebung sowie die ausführliche Darstellung und Diskussion der Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Biomechanik, Laufökonomie, Muskuläre Ermüdung, Kinematik, Kompensationsverhalten und Lauftechnik.
Die Radbelastung induziert eine spezifische muskuläre Ermüdung, die laut den Ergebnissen zu Veränderungen in der Lauftechnik führt, wie beispielsweise einer veränderten Rumpfvorlage oder einer verstärkten Dorsalflexion im Sprunggelenk.
Trainierte Läufer zeigten eine stabilere Bewegungsausführung und geringere Abweichungen in den kinematischen Parametern, was auf eine durch Training erworbene höhere Kompensationsfähigkeit gegenüber muskulärer Ermüdung hindeutet.
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