Diplomarbeit, 2008
88 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Auswirkungen des liberalisierten Strommarktes auf ein regionales Energieversorgungsunternehmen
2.1 Betrachtung des Absatzmarktes
2.2 Betrachtung des Beschaffungsmarktes
2.3 Notwendigkeit von Risikomanagement
2.3.1 Volatilität
2.3.2 Risiken von Energieversorgern im Endkundenmarkt
2.4 Notwendigkeit von Portfoliomanagement
3 Unternehmensbeschreibung
3.1 Definition retailorientierter regionaler Energieversorger
3.2 Unternehmenskennzahlen
3.3 Kundenstrukturen
3.4 Aufteilung der Absatz- und Beschaffungsportfolien
4 Berücksichtigung des Kundenwechselverhaltens auf der Absatzseite
4.1 Einflussfaktoren auf das Wechselverhalten der Kunden
4.2 Modellierung Wechselverhalten
4.2.1 Analyse der herrschenden Marktform
4.2.2 Preis-Wechsel-Funktion
4.2.2.1 Allgemeine Herleitung der geltenden Preis-Absatz-Funktion
4.2.2.2 Anwendung für den Energiemarkt
4.2.2.3 Überleitung zu der Preis-Wechsel-Funktion
4.3 Quantifizierung der Grenzpreise
4.4 Berechnung des maximalen Beschaffungspreises
5 Beschaffungsstrategien
5.1 Einführung
5.2 Handelstägliche Eindeckung
5.3 Monatliche Trancheneindeckung
5.4 Mittelfristige Strombeschaffungsprodukte
5.5 Langfristige Strombeschaffungsprodukte
6 Prognose der Strompreisentwicklung
6.1 Kurzfristige Entwicklung des Strompreises
6.2 Mittelfristige Entwicklung des Strompreises
6.3 Langfristige Entwicklung des Strompreises
7 Beschaffungsszenarien
7.1 Voraussetzung für die verschiedenen Beschaffungsszenarien
7.2 Szenario 1: Handelstägliche Eindeckung
7.3 Szenario 2: Monatliche Tranchenbeschaffung
7.4 Szenario 3: Mittelfristprodukt und Tranchenbeschaffung
7.5 Szenario 4: Kraftwerksscheibe und Tranchenbeschaffung
8 Detaillierte Analyse der Beschaffungsszenarien
8.1 Auswertung und Interpretation der ermittelten Werte
8.2 Risikobetrachtung der Beschaffungsstrategien
8.3 Ergebnis
8.4 Auswirkungen des Ergebnisses auf den Rohertrag des EVU
9 Konklusion und Ausblick
9.1 Schluss
9.2 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Wettbewerbschancen regionaler Energieversorgungsunternehmen (EVU) im liberalisierten Strommarkt, wobei der Fokus auf der Optimierung der Beschaffungsstrategie liegt. Ziel ist es, durch die Analyse des Kundenwechselverhaltens und der Entwicklung der Strompreise eine Eindeckungsstrategie zu identifizieren, die den Rohertrag maximiert, wettbewerbsfähige Preise für Haushaltskunden ermöglicht und gleichzeitig das wirtschaftliche Risiko begrenzt.
4.1 Einflussfaktoren auf das Wechselverhalten der Kunden
Wie erklärt sich das Wechselverhalten der Konsumenten auf dem Strommarkt? Und was sind die Hauptgründe des Wechsels für Tarifkunden? Mit diesen Fragen wird sich das folgende Kapitel befassen.
Etablierte Anbieter sehen sich heute vor der großen Herausforderung der Kundenbindung. Intensive Anstrengungen sind notwendig, um ein Abwandern der Kunden und dadurch bedingte Umsatz- und Gewinneinbußen in einem überschaubaren Rahmen zu halten. Zur Auswahl der richtigen Maßnahmen ist es unverzichtbar, dass der Energieversorger ein profundes Verständnis über das Wechselverhalten der Kunden erlangt.
Tarifkunden, welche die Absicht hegen den Stromanbieter zu wechseln, setzen diese Intention nicht immer in die Tat um. Studien belegen, dass 52,9% der Bevölkerung den Strompreis als zu hoch empfinden, 39,9% sicher oder mit großer Wahrscheinlichkeit wechseln wollen, den Stromanbieter wechseln letztendlich allerdings nur 8,1%. Dies ist ein Anstieg von 35,0% zu 2006 und lässt eine weiterhin steigende Tendenz vermuten.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des liberalisierten Strommarktes ein und definiert die Zielsetzung, durch eine Optimierung der Beschaffungsstrategie unter Berücksichtigung des Kundenwechselverhaltens die Wettbewerbsfähigkeit regionaler EVU zu stärken.
2 Auswirkungen des liberalisierten Strommarktes auf ein regionales Energieversorgungsunternehmen: Das Kapitel beleuchtet die veränderten Bedingungen auf Absatz- und Beschaffungsmärkten und begründet die Notwendigkeit eines aktiven Risiko- und Portfoliomanagements für EVU.
3 Unternehmensbeschreibung: Hier werden das betrachtete mittelgroße Energieversorgungsunternehmen, seine Kennzahlen sowie die Struktur seiner unterschiedlichen Kundengruppen (Key Accounts, Geschäftskunden, Privat- und Gewerbekunden) detailliert vorgestellt.
4 Berücksichtigung des Kundenwechselverhaltens auf der Absatzseite: Im Fokus stehen die Einflussfaktoren auf das Wechselverhalten der Kunden sowie die Modellierung einer Preis-Wechsel-Funktion, um eine Preisobergrenze für die wettbewerbsfähige Beschaffung abzuleiten.
5 Beschaffungsstrategien: Das Kapitel stellt verschiedene Strategien zur Beschaffung vor, die von der handelstäglichen Eindeckung bis hin zu komplexen, langfristigen Strombeschaffungsprodukten reichen.
6 Prognose der Strompreisentwicklung: Es werden kurz-, mittel- und langfristige Faktoren analysiert, die die zukünftige Strompreisentwicklung beeinflussen, um eine fundierte Grundlage für Beschaffungsentscheidungen zu schaffen.
7 Beschaffungsszenarien: Hier werden die in Kapitel 5 erläuterten Strategien konkret auf das Beschaffungsjahr 2008 angewandt, um für jedes Szenario einen Durchschnittspreis sowie die Auswirkungen auf das Unternehmen zu ermitteln.
8 Detaillierte Analyse der Beschaffungsszenarien: Dieses Kapitel vergleicht die Ergebnisse der Szenarien hinsichtlich Beschaffungspreis und Risiko, um eine Empfehlung für die Optimierung des Rohertrags auszusprechen.
9 Konklusion und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Bedeutung einer kundenorientierten Beschaffungsstrategie, während der Ausblick den Bedarf an weiteren dynamischen Untersuchungen unterstreicht.
Strommarkt, Liberalisierung, Beschaffungsstrategie, Energieversorger, Risikomanagement, Portfoliomanagement, Kundenwechselverhalten, Preisobergrenze, Volatilität, Strompreisprognose, Preiselastizität, Beschaffungsszenarien, Handelstägliche Eindeckung, Mittelfristprodukt, Kraftwerksscheibe
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Strombeschaffungsstrategie eines regionalen Energieversorgungsunternehmens unter Berücksichtigung des Kundenwechselverhaltens im liberalisierten Strommarkt.
Zu den zentralen Themen gehören das Risikomanagement für Energieversorger, die Analyse von Kundenpräferenzen bei Stromtarifen, die Modellierung von Preissignalen sowie der Vergleich unterschiedlicher Beschaffungs- und Eindeckungsvarianten.
Das primäre Ziel ist es, ein Beschaffungsmodell zu finden, das dem Unternehmen erlaubt, wettbewerbsfähige Endkundenpreise anzubieten und gleichzeitig eine optimale Marge unter Berücksichtigung der marktbedingten Risiken zu erwirtschaften.
Der Autor nutzt zur Modellierung des Kundenverhaltens die doppelt geknickte Preis-Absatz-Funktion nach Gutenberg, berechnet Grenzpreise basierend auf Marktstudien und vergleicht verschiedene Beschaffungsszenarien anhand ihrer Kostenstruktur sowie ihrer Varianz und Volatilität.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Preis-Wechsel-Funktion, die Vorstellung unterschiedlicher Beschaffungsstrategien wie Trancheneindeckungen oder Kraftwerksbeteiligungen sowie die anschließende quantitative Simulation dieser Szenarien für ein beispielhaftes Lieferjahr.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Liberalisierung, Strombeschaffung, Portfoliomanagement, Preis-Wechsel-Funktion, Volatilität und Risikoanalyse charakterisiert.
Das Wechselverhalten bestimmt die Preisobergrenze, die das Unternehmen verlangen kann. Kennt das Unternehmen die Preissensibilität seiner Kunden, kann es seine Beschaffungskosten gezielter steuern, um sowohl die Abwanderungsrate gering zu halten als auch wirtschaftlich zu agieren.
Unter Abwägung von Chancen und Risiken empfiehlt der Autor das Szenario 3, da es eine monatliche Trancheneindeckung inklusive eines Mittelfristprodukts beinhaltet und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Preisvorteil und Risikobegrenzung bietet.
Handelshäuser erhöhen durch ihr spekulatives Agieren die Marktvolatilität, was die Prognose erschwert. Regionale Versorger müssen daher ihr Know-how bündeln und professionelle Beschaffungsstrategien entwickeln, um sich gegen diesen Wettbewerbsdruck zu behaupten.
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